Commerzbank und Krypto: Verwahrung und Handel für Unternehmen

Die Commerzbank ist eine deutsche Universalbank mit Sitz in Frankfurt. Ihr Kryptogeschäft begann bei den Firmenkunden: Die Bank verwahrt deren Bitcoin und Ether selbst, die Aufträge führt Crypto Finance aus, ein Unternehmen der Deutschen Börse. Für Privatkunden plant der Konzern ein Angebot bei seiner Direktbank comdirect. Termine stehen im Kalender unten.

Die Verwahrlizenz und das Angebot für Firmenkunden

Im November 2023 erhielt die Commerzbank als erste deutsche Universalbank eine Lizenz für das Kryptoverwahrgeschäft nach dem Kreditwesengesetz, so ihre Pressemitteilung mit Crypto Finance (auf Englisch). Am 19. September 2024 öffnete die Bank Bitcoin und Ether für ausgewählte Firmenkunden in Deutschland. Die Arbeit ist geteilt: Die Commerzbank verwahrt die Coins, die Crypto Finance (Deutschland) GmbH, eine Tochter der Deutschen Börse, übernimmt den Handel.

Kunden eröffnen zwei Konten, ein Kryptowerte-Konto bei der Commerzbank und ein Handelskonto bei Crypto Finance. Die Produktseite zur Kryptoverwahrung (auf Englisch) nennt ein Mindestvolumen von 500.000 Euro je Kunde, das binnen zwölf Monaten erreicht werden kann, und richtet sich an Firmenkunden mit Sitz in Deutschland. Crypto Finance bietet Kommissionshandel und Handel rund um die Uhr auf eigene Rechnung, mit Ordertypen wie RFQ, Limit und Stop Loss.

Wie die Commerzbank verwahrt

Die Commerzbank hält die Coins ihrer Kunden auf eigener Infrastruktur und gibt sie nicht an Dritte weiter. Das Schlüsselmaterial liegt in Multi-Party-Computation (MPC) und Hardware-Sicherheitsmodulen, die Bestände lagern in Cold Storage, und jeder Kunde hat getrennte Bestände.

Die Commerzbank hat ihre Verwahrung also selbst gebaut. Andere deutsche Banken kaufen die Leistung bei Spezialisten ein: Die LBBW arbeitet mit Bitpanda, die Volksbanken nutzen über die DZ BANK Boerse Stuttgart Digital. Die Seite zu Crypto as a Service vergleicht beide Wege, die Seite zum Kryptoverwahrgeschäft erklärt die Lizenz.

Krypto für Privatkunden bei comdirect

Aus der Anlageberatung hält die Commerzbank Krypto heraus. Im Handelsblatt-Interview sagte Privatkundenvorstand Thomas Schaufler, Kryptowährungen seien etwas für Selbstentscheider, und die seien typischerweise Kunden der comdirect. Einen Bitcoin-Kauf zu empfehlen, könne er sich nicht vorstellen, weil Kryptokurse nicht auf fundamentalen Daten beruhen. Ein Kryptoangebot bei comdirect erwartete er spätestens 2026. Zertifikate mit Krypto-Basiswert bietet comdirect seit 2017 an.

Der übrige deutsche Markt trennt Beratung und Selbstentscheidung ebenso. Die Volksbanken bieten meinKrypto nur Selbstentscheidern an, die Sparkassen planen ein Angebot ohne Beratung. Die Übersicht der Banken mit Krypto-Angebot nennt die übrigen.

Kommende Events zu Digital Assets in Deutschland

Commerzbank bei Events, die Finance Loop ankündigte

Die Commerzbank saß beim Frankfurt Forum on Digital Assets & Applications auf dem Panel zu Zahlungen in DLT-Märkten, neben Deutscher Bundesbank, Deutscher Bank, DZ Bank und AllUnity. Veranstalter war d-fine, angekündigt hat das Forum der Blog von Finance Loop. Es ging um die Frage, welche Geldform Geschäfte auf einem Ledger abwickelt, das Thema der Seiten zu tokenisierten Einlagen und Wholesale-CBDC.

Bietet die Commerzbank Kryptohandel an?

Für Firmenkunden ja. Ausgewählte Firmenkunden in Deutschland können Bitcoin und Ether kaufen und halten, die Verwahrung liegt bei der Commerzbank, der Handel bei Crypto Finance. Für Privatkunden plant der Konzern das Angebot bei comdirect.

Hat die Commerzbank eine Kryptoverwahrlizenz?

Ja. Sie erhielt sie im November 2023 nach dem Kreditwesengesetz, als erste deutsche Universalbank. Die Seite zum Kryptoverwahrgeschäft erklärt, wie diese Lizenz zu MiCA steht.

Welches Mindestvolumen gilt bei der Commerzbank?

500.000 Euro je Kunde, laut Produktseite der Bank. Der Betrag kann innerhalb von zwölf Monaten nach Eröffnung des Kryptowerte-Kontos erreicht werden.

Commerzbank, Krypto und Finance Loop

Finance Loop behandelt die Kryptoverwahrung der Commerzbank im Themenfeld Investment & Digital Assets und ihre Arbeit an DLT-Zahlungen im Themenfeld Payments & Digital Money. Die Commerzbank sprach beim Frankfurt Forum on Digital Assets & Applications, das Finance Loop angekündigt hat, und Finance Loop veranstaltet Events zu Verwahrung und tokenisiertem Geld in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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