Embedded Insurance
Embedded Insurance ist Versicherungsschutz, der im Kaufprozess eines anderen Produkts oder einer Dienstleistung über eine bestehende Kundenbeziehung angeboten wird. Kunden sehen das Angebot nahe an der Tätigkeit oder dem Gegenstand, der versichert werden soll. Der Begriff beschreibt den Vertrieb, während der Versicherungsvertrag Schutz, Ausschlüsse und Pflichten des Versicherers festlegt.
Das eingebettete Modell ermöglicht die Prüfung des Schutzes ohne einen getrennten Kaufprozess bei einem Versicherungsanbieter. Unternehmen müssen passende Deckungen auswählen und den Abschluss mit Vertragsverwaltung und Kundenservice verbinden. Zu einem einfachen Checkout gehören deshalb auch Abläufe zur Ausstellung der Police und zur Betreuung des Versicherungsverhältnisses nach dem Kauf.
Ein Vertriebsmodell innerhalb der Versicherungstechnologie
Insurtech umfasst Technologie für den Kauf und die Nutzung von Versicherungen (auf Englisch). Embedded Insurance betrifft einen engeren Bereich: das Angebot von Schutz innerhalb einer anderen Dienstleistung. Ein digitaler Versicherer kann über eine eigene App verkaufen; ein etablierter Versicherer kann Schutz über ein eingebettetes Angebot vertreiben.
Der Schutz kann optional sein, im Preis des Hauptprodukts stecken oder als Kundenvorteil bereitgestellt werden. Das Vertriebsmodell sagt nichts darüber aus, ob eine Police für einen bestimmten Käufer geeignet ist. Diese Beurteilung hängt von der Deckung und dem Bedarf des Kunden ab.
Beispiele beim Kauf und im Bankgeschäft
Reiseschutz bei der Flugbuchung und Geräteschutz beim Handykauf sind Beispiele für Embedded Insurance. Das Angebot erscheint neben einer Tätigkeit oder einem Gegenstand mit erkennbarem Risiko. Der Kauf des Geräts und der Versicherungsabschluss bleiben getrennte Entscheidungen, auch wenn beides im selben Kaufprozess geschieht.
Banken können Versicherungsschutz als Produktleistung einschließen. Chubb beschreibt Reiseversicherung und Kaufschutz bei Kreditkarten (auf Englisch). Karteninhaber müssen dennoch die Voraussetzungen der Police und mögliche Bedingungen für die Aktivierung prüfen. Eine enthaltene Versicherungsleistung bedeutet nicht, dass jeder Kauf oder jede Reise versichert ist.
Was eine Versicherungsplattform technisch verbindet
Eine Embedded-Insurance-Plattform verbindet den Kundendienst mit den Systemen des Versicherers. Chubb Studio hat APIs für Preisberechnung, Policierung, Dokumentversand und Vertragsservice (auf Englisch). Das sind getrennte Schritte im Versicherungsprozess. Eine Preisanfrage liefert ein Angebot; die Policierung erfasst den Schutz, den der Kunde tatsächlich gekauft hat.
Die technische Umsetzung sollte das angenommene Angebot und die gültige Dokumentversion für den Kundenservice verfügbar halten. Prüfen Sie, was passiert, wenn eine Zahlung gelingt, die Policierung aber scheitert, oder wenn sich der zugrunde liegende Kauf ändert. Kunden brauchen Klarheit darüber, ob Schutz besteht. Die Einbindung sollte auch einen Weg zur Korrektur von Vertragsdaten und zur Kündigung vorsehen.
Wer das Risiko trägt und wer die Police vermittelt
Der Versicherer trägt das vertragliche Versicherungsrisiko. Ein Händler oder eine Softwareplattform kann die Kundenbeziehung und den Vertrieb übernehmen, ohne selbst Versicherer zu werden. Versicherungsunternehmen mit Sitz in Deutschland brauchen vor dem Geschäftsbetrieb eine aufsichtsrechtliche Erlaubnis nach § 8 VAG.
Ein Versicherungsvermittler in Nebentätigkeit betreibt den Versicherungsvertrieb neben seinem Hauptgeschäft. Die Europäische Kommission verlangt einen ausreichenden sachlichen und zeitlichen Bezug zwischen dem Schutz und der angebotenen Ware oder Dienstleistung (auf Englisch). Für Lebens- und Haftpflichtversicherungen gelten weitere Bedingungen dieser Definition. Die Bezeichnung Embedded Insurance klärt den regulatorischen Status des Vertriebs nicht. Dafür müssen die Tätigkeit und die Vertragsbedingungen geprüft werden.
Was Kunden vor der Annahme erfahren müssen
Die EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie verlangt, dass der Vertrieb Wünsche und Bedürfnisse des Kunden ermittelt und einen passenden Vertrag vorschlägt (auf Englisch). Produktinformationen müssen vor dem Abschluss verständlich sein. Diese Pflichten gelten für einen kurzen Online-Kaufprozess ebenso wie für ein längeres Gespräch mit einem Vermittler.
Bei Nichtlebensversicherungen fasst das Informationsblatt Deckung, Ausschlüsse und Vertragsdauer zusammen (auf Englisch). Das Dokument erklärt auch Zahlung und Kündigung. Ein Produktteam sollte diese Angaben vor der Annahme leicht auffindbar machen, einschließlich relevanter Selbstbehalte und Deckungsgrenzen. Eine knappe Oberfläche kann Kunden dennoch Zeit geben, die angebotene Versicherung zu verstehen.
Querverkäufe und die Wartefrist bei Restschuldversicherungen
Artikel 24 der Versicherungsvertriebsrichtlinie betrifft Paketangebote. Ergänzt eine Versicherung eine andere Ware oder Dienstleistung, müssen Anbieter grundsätzlich den gesonderten Kauf der Ware oder Dienstleistung ermöglichen. Ausnahmen betreffen bestimmte Wertpapierdienstleistungen, Immobilienkredite und Zahlungskonten. EIOPA bestätigt außerdem: Die Zusammenarbeit mit einem anderen Verkäufer hebt die Querverkaufspflichten nicht auf (auf Englisch).
Für deutsche Restschuldversicherungen gilt eine weitere Vorgabe. Nach § 7a Absatz 5 VVG darf der Versicherungsnehmer die Vertragserklärung bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehen frühestens eine Woche nach dem Kreditabschluss abgeben. Ein entgegen dieser Vorgabe geschlossener Versicherungsvertrag ist nichtig. Produktteams können daher nicht jedes Versicherungsangebot unmittelbar in den ursprünglichen Kaufprozess einbauen.
Schadenmeldung und Service nach dem Abschluss
Der Schadenprozess gehört zur technischen Einbindung. Chubb Studio ermöglicht Vertriebspartnern, Schäden zu melden und den Bearbeitungsstand abzufragen (auf Englisch). Der Kundenservice sollte erklären, wohin eine Meldung geht und welcher Versicherer den Schaden prüft. Die Eingangsbestätigung einer Plattform ist etwas anderes als die Anerkennung eines Versicherungsanspruchs.
Versicherungsleistungen hängen vom Vertrag und der Prüfung des Versicherungsfalls ab. In Deutschland regelt § 14 VVG die Fälligkeit von Geldleistungen, einschließlich Abschlagszahlungen bei noch laufenden notwendigen Ermittlungen. Eine brauchbare Serviceoberfläche hält die Schadennummer verfügbar und zeigt einen Kontaktweg, wenn der digitale Ablauf die Frage des Kunden nicht beantwortet.
Embedded Insurance und Finance Loop
Finance Loop verbindet Fachleute für digitale Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Embedded Insurance bringt Fragen des Vertriebs und der Softwareintegration in diese Gespräche. Finance Loop Meetups bieten einen Ort, um die technische Umsetzung und den Kundenschutz mit anderen Fachleuten aus Finanzwirtschaft und Technologie zu diskutieren.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, den Einsatz neuer Technologien im Finanzbereich voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen, Cloud und Blockchain. Fachleute können Mitglied werden; Unternehmen können über Partnerschaften mit Finance Loop zusammenarbeiten.