Futury, die Startup Factory in Frankfurt
Futury bezeichnet sich als „one of Germany's ten officially recognized Startup Factories“. Futury bringt Forschende, Gründer, Investoren und Unternehmen zusammen, damit aus Forschung und Ideen Start-ups im Rhein-Main-Gebiet werden; bis 2030 sollen es 1.000 neue sein. Gesellschafter sind vier Hochschulen: die Frankfurt School of Finance & Management, die Goethe-Universität Frankfurt, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die TU Darmstadt. Futury arbeitet im eigenen Startup Space am Frankfurter Bertramshof.
Vom Inkubator zur Startup Factory
Laut eigener Chronik (auf Englisch) begann Futury 2015 als Plattform und Inkubator für Gründer in der Frühphase. 2017 kam Futury unter das Dach der Werte-Stiftung. Zwei Jahre später startete das Innovationsprogramm The Mission mit Handelsblatt, Bain & Company, der Deutschen Bank und der Schwarz Gruppe; darin arbeiteten Start-ups an Aufgaben aus Branchen wie Abfall, Lebensmittel, Bau und Cybersicherheit.
2023 wurde die Frankfurt School of Finance & Management Gesellschafterin, 2025 kamen Goethe-Universität, Gutenberg-Universität und TU Darmstadt hinzu. Im selben Jahr wählte das Bundeswirtschaftsministerium Futury als eine von zehn Startup Factories aus, die der Bund im Rahmen der EXIST-Gründungsförderung unterstützt. Hinter Futury stehen 37 Partner aus Unternehmen und Stiftungen.
Von der ersten Idee bis zur Finanzierungsrunde
Futury ordnet seine Programme (auf Englisch) nach Phasen. INNOVATE mit Makers of Tomorrow, Build Days und Lab2Market hilft Studierenden und Forschenden, aus ihren Ergebnissen ein Geschäftsmodell zu entwickeln. CREATE bringt junge Start-ups mit Industriepartnern zusammen, bei Bedarf auch mit Mitgründern, Mentoren und Investoren. SCALE bereitet auf die Finanzierungsrunde vor. Im zweitägigen Investment Camp (auf Englisch) arbeiten 10 bis 20 Start-ups aus Pre-Seed und Seed vor Ort an Term Sheets und Cap Tables, trainieren ihren Pitch und stellen sich in Hot-Seat-Runden den Investoren. Danach folgen die Pitch Hours.
Lernformate (Masterclasses und Office Hours) behandeln Rechtsform, Compliance, Schutz geistigen Eigentums, Produktmanagement und Betrieb. In Matching-Runden finden technische Gründer kaufmännische Mitgründer und Mentoren aus Unternehmen; bei Schutzrechten hilft Forschenden eine IP-Toolbox. Zum Netzwerk gehören laut einer Pressemitteilung mehr als 70 Investoren, über 150 Mentoren, rund 3.000 Start-ups und 50 Ökosystempartner.
Banken und Finanzen bei Futury
Banking & Finance ist einer von fünf Schwerpunkten. Die anderen sind Life Sciences und Gesundheit, Luft- und Raumfahrt, KI und Cybersicherheit sowie Deep Tech und Green Tech. Im Schwerpunkt Banking & Finance (auf Englisch) treffen sich Start-ups, Finanzinstitute, Investoren und Technikfachleute zu Banking, Versicherung und digitalen Finanzen. Futury beschreibt vier Schritte: Unternehmen und Talente sprechen über aktuelle Probleme, Start-ups testen ihre Produkte mit Finanzinstituten, Gründer treffen Wagniskapitalgeber, und das Rhein-Main-Gebiet wächst als Ort für Finanzinnovation.
Auch Banken finanzieren Gründer mit. Mit der Nassauischen Sparkasse (Naspa) beteiligt sich erstmals eine Sparkasse am Hessen Ideen Stipendium, dem sechsmonatigen Stipendium des Landes für Gründer aus Hochschulen. Vermittelt hat diese Partnerschaft Futury. Im Startup Space arbeiten laut Futury unter anderem Bankable und der Sustainable Finance Cluster. Einen Überblick über die Frankfurter Szene gibt Fintech in Frankfurt.
Futury Capital und die Fintechs im Portfolio
Futury Capital ist der Frühphaseninvestor, mit dem Futury zusammenarbeitet. Laut Futury umfassen seine drei Fonds zusammen mehr als 125 Millionen Euro. Der dritte Fonds wurde im Januar 2026 mit 47 Millionen Euro geschlossen. Dahinter stehen Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, KfW Capital, Unternehmenspartner und 45 private Investoren. Er beteiligt sich mit 250.000 bis 3 Millionen Euro je Start-up, von Pre-Seed bis Series A; mehr als 30 % des Volumens fließen in die Region. Schon der erste Fonds mit 20 Millionen Euro war 2018 eine öffentlich-private Partnerschaft: Die Hälfte kam vom Land Hessen.
Als Schwerpunkte nennt Futury Capital Robotik, Green Tech sowie Daten und KI. Im Portfolio stehen aber auch mehrere Finanzunternehmen: APIAX, ein Regtech für Compliance; BITA, Infrastruktur für Finanzindizes und Anlagestrategien; Cashlink, die Infrastruktur für tokenisierte Assets; Particula, eine Ratingplattform für tokenisierte Assets; und die Raisin Bank. Mehr zur Tokenisierung lesen Sie unter tokenisierte Assets, mehr zu Frankfurter Investoren unter Venture Capital in Frankfurt.
Startup Space und Event Space am Bertramshof
Der Futury Startup Space (auf Englisch) liegt Am Steinernen Stock 1 in Frankfurt, auf dem Campus Bertramshof der Frankfurt School. Auf 2.000 Quadratmetern bietet er laut Frankfurt School Fix- und Flex-Desks, Teambüros, Meetingräume und Eventflächen. Gründer wählen zwischen Hot Desk, Flex Desk, Fix Desk, Zwei-Personen-Büro und Büros für drei bis sechs Personen; mehr als 60 Start-ups arbeiten laut Futury dort.
Im Event Space (auf Englisch) finden Konferenzen, Workshops, Meetups und Panels statt. Futury betreibt ihn und einen KI-Showroom gemeinsam mit Q and AI, dem Anwendungszentrum für KI und Quantencomputing des House of Digital Transformation. Mit hessian.AI (auf Englisch), dem hessischen KI-Zentrum, hat Futury einen gemeinsamen Accelerator für KI-Start-ups am Bertramshof vereinbart.
Kommende Fintech-Termine in Frankfurt
Ist Futury dasselbe wie Futury Capital?
Nein. Die Futury GmbH betreibt die Startup Factory mit ihren Programmen und dem Startup Space. Futury Capital ist eine Frankfurter Wagniskapitalgesellschaft, die in Start-ups investiert; Futury arbeitet eng mit ihr zusammen.
Ist Futury ein Fintech-Accelerator?
Futury steht allen Branchen offen; Banking & Finance ist einer von fünf Schwerpunkten. Fintech-Gründer nutzen die allgemeinen Programme wie das Investment Camp und dazu die Kontakte zu Finanzinstituten, die der Schwerpunkt bietet.
Wo sitzt Futury in Frankfurt?
Futury sitzt am Bertramshof, Am Steinernen Stock 1, 60320 Frankfurt am Main. Das House of Digital Transformation hat sein Büro unter derselben Adresse.
Futury und Finance Loop
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.
Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg. Wer im Finanzwesen arbeitet, kann als Mitglied dabei sein, ein Meetup sponsern oder ein eigenes Event mit Finance Loop veranstalten. Unternehmen, die länger mit Finance Loop zusammenarbeiten wollen, finden die Formate unter Partnerschaften; wie Finance Loop Fintechs beim Einstieg in den deutschen Markt hilft, zeigt Fintech Growth.