Green Fintech
Green Fintech ist der Einsatz digitaler Technik für Umweltprobleme im Finanzwesen. Die Schweiz hat dafür ein Green Fintech Network gegründet, und im Zahlungsverkehr arbeitet das Feld mit Transaktionsdaten: Kartenzahlungen mit CO2-Wert und Studien zur Umweltbilanz von Bargeld und Karte. Termine stehen im Kalender unten.
Was Green Fintech bedeutet
Das Schweizer Green Fintech Network entstand im November 2020 mit Hilfe des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) (auf Englisch) und legte am 8. April 2021 einen Aktionsplan mit 16 Vorschlägen vor. Der Aktionsplan definiert Green Fintechs als Unternehmen, die mit digitaler Technik Umweltprobleme im Finanzwesen lösen. Das können junge Firmen, wachsende Firmen oder etablierte Akteure sein, auch Einheiten bestehender Finanzinstitute.
Die Vorschläge betreffen die Bedingungen für solche Firmen: eine Plattform für Nachhaltigkeitsdaten, eine jährliche Innovation Challenge für Green-Fintech-Start-ups, Open Finance, eine Schweizer Green-Fintech-Karte und mehr Finanzierungswege. Green Fintech ist also eine Technologiekategorie. ESG-Investments, die Anlagen nach Nachhaltigkeitskriterien auswählen, sind ein anderes Thema, siehe die Seite zu nachhaltiger Geldanlage.
Green Fintech im Zahlungsverkehr: CO2-Werte pro Transaktion
Jede Kartenzahlung trägt eine Händlerkategorie und einen Betrag, und daraus entsteht der CO2-Wert. Das schwedische Unternehmen Doconomy hat den Åland Index für die Bank of Åland gebaut. Er ordnet jeder Transaktion die CO2-Intensität ihrer Ausgabenkategorie zu und zeigt das Ergebnis in der Banking-App neben dem Betrag in Euro, wie Pictet beschreibt. Laut Pictet nutzen mehr als 80 Banken und Marken in 30 Ländern die Technik. Die Werte sind Schätzungen je Kategorie, keine Messung des einzelnen Kaufs.
In Berlin sammelte ecolytiq 2022 13,5 Millionen Euro ein, Visa war unter den Investoren, wie tech.eu berichtete (auf Englisch). Die Plattform rechnete Zahlungsdaten in CO2-Schätzungen für Bankkunden um und startete 2021 Visa Eco Benefits, einen CO2-Tracker, den Kartenherausgeber in ihre Apps einbauen. Rabobank, Tatra Bank und Tomorrow Bank gehörten zu den ersten Nutzern.
Die Umweltbilanz von Bargeld und Karte
Green Fintech im Zahlungsverkehr beginnt mit Zahlen zu den Zahlungen selbst. Die EZB hat die Umweltwirkung der Euro-Banknoten über den ganzen Lebenszyklus gemessen. Laut Zusammenfassung der Banka Slovenije (auf Englisch) verursachte das Bezahlen mit Banknoten 2019 101 Mikropunkte je Bürger im Euroraum, etwa so viel wie acht Kilometer Autofahrt oder 0,01 % des jährlichen Konsum-Fußabdrucks. Den größten Anteil hatten der Strom für Geldautomaten und der Bargeldtransport.
Der Klimabericht der Riksbank (auf Englisch) vergleicht die Verfahren in Schweden. Bargeld und Karte haben dort die höchste Klimawirkung je Zahlung, Karten wegen Terminals und anderer Geräte, das mobile Bezahlsystem Swish eine geringere. Alle Karten- und Barzahlungen Schwedens zusammen verursachen weniger Emissionen als 2.000 Schweden im Jahr. Das Material der Karte ist eine eigene Frage, die die Seite zur nachhaltigen Kreditkarte behandelt.
Kommende Fintech-Events in Deutschland
Finance Loop und Green Fintech
Finance Loop behandelt Green Fintech in zwei Themenfeldern: CO2-Daten in Banking-Apps und Kartenprogramme unter Payments & Digital Money, ESG-Berichte und ESG-Risiken unter Risk & Compliance. Die Seite zur ESG-Berichterstattung erklärt die CSRD, die Seite zur Green Asset Ratio die Kennzahl der Banken.
Payments & Digital Money
Risk & Compliance
Was ist Green Fintech?
Ein Unternehmen oder eine Einheit, die mit digitaler Technik Umweltprobleme im Finanzwesen löst, so die Definition des Schweizer Green Fintech Network. Beispiele im Zahlungsverkehr sind CO2-Werte für Kartenzahlungen und Datenplattformen für Nachhaltigkeitsberichte.
Was ist das Green Fintech Network?
Ein Schweizer Netzwerk aus Start-ups und Fachleuten, gegründet im November 2020 mit Hilfe des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen. Sein Aktionsplan vom 8. April 2021 enthält 16 Vorschläge, von einer Datenplattform bis zur Innovation Challenge.
Wie berechnen Banken den CO2-Fußabdruck einer Kartenzahlung?
Sie schätzen ihn aus Händlerkategorie und Betrag. Verfahren wie der Åland Index von Doconomy ordnen jeder Ausgabenkategorie eine CO2-Intensität zu; das Ergebnis ist eine Schätzung je Kategorie, keine Messung des einzelnen Kaufs.
Ist Green Fintech dasselbe wie ESG-Investment?
Nein. ESG-Investments wählen Anlagen nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien aus. Green Fintech ist die Technik, die Umweltdaten oder Produkte im Finanzwesen liefert, im Zahlungsverkehr, im Kredit oder in der Geldanlage.
Green Fintech und Finance Loop
Finance Loop behandelt Green Fintech in den Themenfeldern Payments & Digital Money und Risk & Compliance, neben ESG-Berichten und ESG-Risiken in Banken. Finance Loop bringt Fachleute von Fintechs, Banken und Zahlungsanbietern bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.