Swiss Fintech Innovations (SFTI)

Swiss Fintech Innovations, kurz SFTI, ist „an independent association of Swiss financial institutes“ mit dem Ziel, „collaboration and digital innovations in the financial services industry“ voranzutreiben. Mitglieder sind Banken wie UBS, Zürcher Kantonalbank, Raiffeisen, PostFinance und Lombard Odier, dazu SIX und Technologiefirmen. SFTI schreibt die Common-API-Standards des Schweizer Bankwesens und hat Arbeitsgruppen zu Multibanking, tokenisierten Finanzen, Franken-Stablecoins und KI-Agenten.

Die Mitglieder

SFTI wurde im März 2016 gegründet. Die Mitgliederliste nennt Banque Cantonale Vaudoise, Berner Kantonalbank, corner Banque, Hypothekarbank Lenzburg, Lombard Odier, PostFinance, Raiffeisen, SIX, St. Galler Kantonalbank, UBS, Valiant, VZ VermögensZentrum und Zürcher Kantonalbank. Assoziierte Mitglieder sind unter anderem der Kernbankenanbieter Finnova, Mastercard, Viseca, Swisscom, SwissSign, PwC, die Universität Zürich und der Euro-Stablecoin-Emittent AllUnity. Das KMU-Portal des Bundes zählt knapp 30 Akteure (auf Englisch) aus dem Finanzsektor.

Gearbeitet wird in Arbeitsgruppen, die SFTI Launchpad nennt. Eine Gruppe liefert Forschung, ein Papier, einen Proof of Concept oder einen Branchenstandard, und jedes Mitglied kann sich beteiligen. Wer Mitglied werden will, schreibt an: office@swissfintechinnovations.ch

Common API und Multibanking

Die Schweiz hat keine PSD2, also einigen sich die Banken selbst auf Schnittstellen, und viele Spezifikationen schreibt SFTI. Die Common API deckt Zahlungen (Kontoinformation und Zahlungsauslösung), Hypotheken vom Neugeschäft bis zum Wechsel des Kreditgebers, Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten sowie die berufliche Vorsorge ab. Die Spezifikationen stehen frei nutzbar auf GitHub, beteiligt sind Banken, Versicherer wie AXA, Swiss Life und Zurich, Kartenherausgeber und Softwarehäuser. Schnittstellen für die Vermögensverwaltung kommen von der OpenWealth Association, SFTI prüft sie auf Konformität.

2022 startete SFTI auch die Schweizer Multibanking-Initiative, 2023 unterzeichneten zahlreiche Banken dazu eine Absichtserklärung, koordiniert von der Schweizerischen Bankiervereinigung. Die Seiten Multibanking und Open Banking in der Schweiz beschreiben den Start und die Plattform bLink von SIX, über die der Datenaustausch läuft.

Tokenisierte Finanzen und Franken-Stablecoins

Digitale Assets sind die zweite Arbeitslinie. Abgeschlossen hat SFTI Projekte zur Tokenisierung digitaler Assets und zu institutionellen Investments in Kryptomärkte, laufend ist ein Projekt zur Vision tokenisierter Finanzen, und SFTI führt ein Projekt mit der parlamentarischen Gruppe zu Kryptowährungen und digitalen Assets.

Die Stablecoin-Arbeitsgruppe fragt, wie ein an den Franken gebundener Stablecoin ausgegeben, aufgebaut und als Geschäft betrieben werden kann. Beteiligt sind unter anderem Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank, St. Galler Kantonalbank, BCV, Lombard Odier, Valiant, Mastercard und AllUnity, die Hochschule Luzern leitet mit, und die Gruppe stimmt sich mit der Bankiervereinigung ab. Geplant ist ein Whitepaper zu Geschäftsmodellen, Renditen, Risiken und Liquiditätsstrategien. Einen Franken-Stablecoin am Markt beschreibt die Seite Frankencoin, die Euro-Seite Euro-Stablecoins.

KI-Agenten und Bank-APIs

Die KI-Projekte von SFTI bauen auf der API-Arbeit auf. Ein Whitepaper zum Zugriff von KI-Agenten auf SFTI-APIs (auf Englisch), geleitet vom Mitglied Acrea, beschreibt, wie ein Agent im Auftrag eines Kunden die Schnittstellen einer Bank „secure, standardized, and consent-based“ aufrufen kann, und nennt das Model Context Protocol als einen Standard dafür. Weitere Projekte behandeln den Weg von KI-Prototypen in den Betrieb und ein Rahmenwerk für KI bei Schweizer Finanzinstituten. Zahlungen durch Software-Agenten sind Thema der Seite Agentic Payments.

Kommende Fintech-Termine in der Schweiz

Was ist die SFTI Common API?

Die Common API ist eine Sammlung von Schnittstellen-Spezifikationen, auf die sich Schweizer Banken in SFTI-Arbeitsgruppen einigen: für Zahlungen, Kontoinformationen, Hypotheken, Karten und Vorsorge. Jede Spezifikation steht auf GitHub, ein Fintech baut also eine Anbindung, die mit mehreren Banken funktioniert.

Ist SFTI ein Start-up-Programm?

Nein. SFTI ist ein Verein von Banken und Finanzfirmen, der Standards setzt und Forschungsprojekte führt. Accelerator-Programme für Start-ups in Zürich bieten Tenity und Kickstart Innovation.

Swiss Fintech Innovations und Finance Loop

Finance Loop behandelt Bank-APIs, Stablecoins und KI-Agenten in den Feldern Payments & digitales Geld und Digitale Infrastruktur & Souveränität, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg. Banken und Anbieter, die in der Schweiz an diesen Standards arbeiten, treffen ihre deutschen Kollegen als Mitglieder, stellen ein Projekt in einem gesponserten Webinar vor oder kommen als Delegation nach Frankfurt. Partnerschaften nennt die weiteren Wege der Zusammenarbeit.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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