Basel Crypto Standard: Eigenkapital für Krypto in Banken
Der Basel Crypto Standard legt fest, wie viel Eigenkapital eine Bank für Krypto-Positionen hält. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht veröffentlichte ihn im Dezember 2022 als Kapitel SCO60 des Basel Framework, änderte ihn im Juli 2024 und setzte den 1. Januar 2026 als Umsetzungstermin.
Vier Gruppen von Kryptowerten
Das Kapitel SCO60 (auf Englisch) teilt Kryptowerte in vier Gruppen. Gruppe 1a umfasst tokenisierte traditionelle Vermögenswerte, die die Klassifizierungsbedingungen erfüllen, Gruppe 1b Kryptowerte mit wirksamem Stabilisierungsmechanismus, etwa qualifizierte Stablecoins. Für Gruppe 1 gelten die Kapitalregeln des zugrunde liegenden Werts, und die Aufsicht kann einen Zuschlag für Schwächen der Blockchain-Infrastruktur verlangen, der bei null beginnt.
Was die Bedingungen nicht erfüllt, fällt in Gruppe 2. Gruppe 2a umfasst Kryptowerte, die die Kriterien für die Anerkennung von Absicherungen erfüllen, Gruppe 2b alle übrigen, darunter Bitcoin ohne solche Absicherung, mit einem Risikogewicht von 1.250 Prozent auf die größere aus Long- und Short-Position: Die Bank hält Eigenkapital in Höhe der Position.
Die Obergrenze und die Änderungen für Stablecoins
Die gesamten Gruppe-2-Positionen einer Bank sollen in der Regel unter 1 Prozent ihres Kernkapitals bleiben und dürfen 2 Prozent nicht übersteigen. Über 1 Prozent gilt für den Überschuss die Behandlung der Gruppe 2b, über 2 Prozent für alle Gruppe-2-Positionen, so SCO60.
Am 17. Juli 2024 veröffentlichte der Ausschuss gezielte Änderungen (auf Englisch), die die Kriterien für die günstige Behandlung von Stablecoins in Gruppe 1b verschärfen, dazu Offenlegungsregeln; beides gilt ab dem 1. Januar 2026. Im November 2025 beschloss der Ausschuss, die Überprüfung von Teilen des Standards zu beschleunigen, mit Verweis auf jüngste Marktentwicklungen, wie Investment Executive (auf Englisch) berichtete. Für Banken, die mit Stablecoins zahlen oder abwickeln, entscheidet der Test für Gruppe 1b über die Kapitalkosten.
Die EU-Regeln für Banken in Deutschland
In der EU enthält die Eigenkapitalverordnung (CRR3) in Artikel 501d eine Übergangsregel. Freshfields (auf Englisch) fasst sie zusammen: Tokenisierte traditionelle Vermögenswerte, E-Geld-Token eingeschlossen, zählen wie der abgebildete Wert; vermögenswertereferenzierte Token tragen 250 Prozent Risikogewicht; andere Kryptowerte wie Bitcoin 1.250 Prozent und höchstens 1 Prozent des Kernkapitals. Die EBA legte am 5. August 2025 finale Entwürfe technischer Standards zur Berechnung vor.
Deutsche Banken melden nach diesen Regeln an die EZB oder an BaFin und Bundesbank, je nach Größe; die Seiten zur EZB-Bankenaufsicht und zu Basel III in Deutschland beschreiben die Aufsicht.
Kommende Events zu Risiko und Digital Assets
Regulierung von Krypto in Banken bei Finance Loop
Die Seite zur Krypto-Compliance-Schulung von Finance Loop nennt Kurse für Compliance-Teams, und Verwahrung und MiCAR-Compliance waren Thema des Forum für Digitale Vermögenswerte, bei dem Finance Loop Partner war.
Risk & Compliance
Payments & digitales Geld
Investment & digitale Vermögenswerte
Was ist der Basel Crypto Standard?
Die Regel des Basler Ausschusses zum Eigenkapital für Krypto-Positionen von Banken, Kapitel SCO60 des Basel Framework, Umsetzung zum 1. Januar 2026.
Welches Risikogewicht hat Bitcoin nach Basel?
Bitcoin ohne anerkannte Absicherung ist ein Kryptowert der Gruppe 2b mit 1.250 Prozent Risikogewicht. Die EU-Übergangsregel gibt anderen Kryptowerten wie Bitcoin dasselbe Gewicht.
Wie viel Krypto darf eine Bank halten?
Nach Basel sollen alle Gruppe-2-Positionen in der Regel unter 1 Prozent des Kernkapitals bleiben, höchstens 2 Prozent. In der EU dürfen andere Kryptowerte 1 Prozent des Kernkapitals nicht übersteigen.
Basel Crypto Standard und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Kapitalregeln für Krypto in Banken im Themenfeld Risk & Compliance und Stablecoins im Themenfeld Payments & Digital Money. Finance Loop bringt Risiko-, Compliance- und Treasury-Teams von Banken bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.