Charta der Zusammenarbeit in Frankfurt

Die Charta der Zusammenarbeit für den Finanzplatz Frankfurt ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Finanzinstituten, öffentlichen Stellen und weiteren Organisationen in Frankfurt und der Region. Die Charta begleitet die Finanzplatzstrategie und beschreibt die gemeinsame Arbeit, den öffentlichen Auftritt und die Koordination durch Frankfurt Main Finance.

Eine Unterschrift verpflichtet weder zur Finanzierung von Projekten noch zur Zustimmung zu allen künftigen Positionen. Jeder Beteiligte entscheidet weiterhin selbst.

Frankfurter Bankenviertel mit Commerzbankturm am Main in der Dämmerung

Die Charta in Kürze

Die gemeinsame Finanzplatzstrategie setzt sechs Schwerpunkte: Bedingungen für Unternehmen und Fachkräfte, Risiko und Regulierung, Innovation und Startups, nachhaltige Finanzierung, Wissenschaft und Bildung sowie internationale Kommunikation. Die Charta beschreibt die Zusammenarbeit an diesen Aufgaben, während die Strategie die Handlungsfelder und Maßnahmen ausführt.

Beteiligte bringen nach ihren Möglichkeiten Zeit, Fachwissen und Ressourcen ein. Sie stimmen zentrale Aussagen und Standortdaten ab, informieren einander über Veranstaltungen und unterstützen gemeinsame Vorhaben. Frankfurt Main Finance kann die Arbeit bei Bedarf koordinieren und Fortschritte nachvollziehbar machen.

Die Beteiligung bleibt freiwillig. Die Unterzeichnung schafft keine einklagbaren Rechte oder Pflichten und bedeutet keine pauschale Zustimmung zu späteren Positionen oder Finanzierungsbeiträgen. Jede Organisation entscheidet für das jeweilige Thema selbst.

Beiträge zur gemeinsamen Arbeit

Die Charta nennt drei Grundsätze. Beteiligte bringen Arbeit und Fachwissen in die Entwicklung des Finanzplatzes ein, stimmen Botschaften und Daten für den öffentlichen Auftritt ab und erkennen bei Bedarf eine koordinierende Aufgabe von Frankfurt Main Finance an.

Der erste Grundsatz betrifft konkrete Beiträge. Eine Organisation kann sich an einer Arbeitsgruppe beteiligen, eine Maßnahme umsetzen oder eine Veranstaltung unterstützen, soweit ihre Mittel das zulassen. Über den Beitrag entscheidet der Beteiligte. Die Charta legt weder einen gemeinsamen Haushalt noch eine feste Verteilung der Arbeit fest.

Abgestimmte Aussagen, eigenständige Entscheidungen

Im öffentlichen Auftritt sollen die Beteiligten gemeinsame Fakten und abgestimmte Aussagen zu ausgewählten Finanzplatzthemen verwenden. Dazu zählen Beschäftigungszahlen und die Zahl der Finanzinstitute. Frankfurt Main Finance stellt zentrale Daten bereit. Die beteiligten Organisationen behalten ihre eigenen Aufgaben und Zuständigkeiten.

Zum selben Grundsatz gehört, einander über Veranstaltungen zu informieren und die gegenseitige Teilnahme zu unterstützen. Eine internationale Delegation soll bei verschiedenen Organisationen verlässliche Angaben zu Frankfurt erhalten können. Daraus folgt keine einheitliche Haltung sämtlicher Banken oder Verbände zu jedem Regulierungsvorhaben.

Koordination durch den Verein

Frankfurt Main Finance kann gemeinsame Vorhaben koordinieren, wenn dies erforderlich ist, und Maßnahmen im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen. Die Vereinsmitglieder wollen Geschäftsstelle und Mitgliederbasis ausbauen. Das Präsidium überprüft die strategischen Ziele und koordiniert bei Bedarf deren Weiterentwicklung.

Auch die Fortschritte gehören zu dieser Aufgabe. Frankfurt Main Finance macht die Umsetzung nachvollziehbar. Die Unterstützer liefern Informationen über Maßnahmen, die sie selbst verantworten. Der Finanzplatzbericht Frankfurt behandelt gesondert die Entwicklung des Standorts und seine finanzpolitischen Themen.

Unterschrift und spätere Beiträge

Die Vereinbarung begründet keine einklagbaren Rechte oder rechtlichen Pflichten. Eine Unterschrift drückt die Unterstützung für Zusammenarbeit und gemeinsames Ziel aus. Eine Unterschrift ist keine pauschale Zustimmung zu späteren Positionspapieren oder Finanzierungsbeiträgen.

Eine Organisation entscheidet deshalb für jedes Thema neu, ob sie einen Vorschlag unterstützt oder an einem Projekt mitarbeitet. Die Charta ist kein Förderprogramm. Die Unterzeichnung der Charta ist kein Antrag auf öffentliche Mittel. Eine konkrete Finanzierung oder vertragliche Zusammenarbeit benötigt eine eigene Vereinbarung.

Charta, Strategie und Kabinett

Das Hessische Finanzplatzkabinett ist das Gesprächsgremium von Landesregierung und Finanzwirtschaft. Die Strategie benennt die Arbeitsfelder: Standortbedingungen, Regulierung, Technologie, nachhaltige Finanzierung, Bildung und Kommunikation. Die Charta beschreibt die Zusammenarbeit an diesen Aufgaben. Die drei Funktionen sind getrennt.

Das Kabinett verabschiedete Strategie und Charta gemeinsam. Die DVFA wirkte an der Strategie mit und unterzeichnete die Charta. Diese Beispiele zeigen die Beteiligung staatlicher und berufsständischer Organisationen. Mit der Charta entsteht keine Mitgliedschaft in einer neuen Aufsichtsbehörde.

Zusammenarbeit an Technologieprojekten

Technologieprojekte sind eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit. Die begleitende Strategie sieht Sandbox-Testumgebungen im Tech & Data Lab für Startups und Arbeit an KI-Infrastruktur mit AI Hub Frankfurt vor. Es handelt sich um vorgeschlagene Maßnahmen mit jeweils eigenen Aufgaben bei der Umsetzung.

Die Unterstützung der Charta drückt die Bereitschaft zur Abstimmung aus. Der Aufbau einer Sandbox ist ein gesondertes Projekt. Ein Beitrag kann Fachwissen in einer Arbeitsgruppe oder Mittel für eine selbst gewählte Maßnahme sein. Die Organisation kann ihre Beteiligung auf ein bestimmtes Strategiethema ausrichten, ohne die Verantwortung für alle weiteren Vorhaben zu übernehmen.

Die Finanzplatz-Charta und Finance Loop

Finance Loop arbeitet mit Frankfurt Main Finance als strategischem Partner zusammen und ist Mitglied des Vereins. Finance Loop und Frankfurt Main Finance brachten Finanzfachleute etwa beim Sibos-Side-Event zu neuen Technologien zusammen. Daraus folgt keine Unterzeichnung der Charta oder Mitgliedschaft im Finanzplatzkabinett durch Finance Loop.

Finance Loop ist ein berufliches Netzwerk mit dem Ziel, die Einführung neuer Technologien in der Finanzwirtschaft voranzubringen. Finance Loop unterstützt seine Mitglieder beim Aufbau von Fachkenntnissen und persönlichen Kontakten in den Bereichen Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, digitale Infrastruktur und Souveränität sowie Risiko und Compliance.

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