Finanzplatzstrategie Frankfurt
Die Finanzplatzstrategie Frankfurt ist ein gemeinsames Programm für bessere Standortbedingungen und mehr Finanzierung über den Kapitalmarkt. Das Finanzplatzkabinett Hessen hat die Strategie und eine Charta der Zusammenarbeit beschlossen. Die sechs Handlungsfelder betreffen Standort, Regulatorik, Technologie, nachhaltige Finanzwirtschaft, Bildung und internationale Vermarktung.
Mehr privates Kapital für Investitionen
Die Strategie soll den Finanzplatz Frankfurt am Main besser auf die Finanzierung von Unternehmen und Infrastruktur vorbereiten. Ein breiterer europäischer Kapitalmarkt und mehr Eigenkapital gehören zu den Zielen. Deutsche Börse unterstützt die Mobilisierung privaten Kapitals für Altersvorsorge und Investitionen durch ihre Marktinfrastruktur (auf Englisch).
Ein Teil der Maßnahmen lässt sich vor Ort organisieren. Änderungen am Rentensystem oder an der EU-Finanzaufsicht brauchen Beschlüsse außerhalb Frankfurts. Die Strategie enthält deshalb Vorhaben auf mehreren Ebenen. Die einzelnen Vorhaben benötigen eigene Finanzierungs- und Umsetzungsentscheidungen.
Standortbedingungen
Das erste Handlungsfeld betrifft die Bedingungen für Institute und internationale Fachkräfte. Geplant sind einfachere Verwaltungsverfahren und bessere Unterstützung bei Unternehmensansiedlungen. FrankfurtRheinMain GmbH soll als erste Anlaufstelle für internationale Unternehmen gestärkt werden. Englischsprachige Kommunikation im öffentlichen Raum und Willkommensinitiativen gehören ebenfalls zum Programm. Die Standortmaßnahmen betreffen die Region, nicht allein das Bankenviertel.
Risiko und Regulatorik
Das zweite Handlungsfeld verbindet Finanzstabilität mit praktikablen Regeln. Die Beteiligten wollen Positionen abstimmen und Forschung sowie Weiterbildung ausbauen. FIRM ist für praxisnahe Forschung zur Regulatorik vorgesehen. Verbriefungen und die Spar- und Investitionsunion der EU gehören zu den vorgeschlagenen Wegen, mehr Kapital verfügbar zu machen. Daraus entstehen keine neuen Ausnahmen vom Aufsichtsrecht für Institute in Frankfurt.
Technologie und Gründungsfinanzierung
Die Technologievorhaben betreffen KI, Blockchain und Quantencomputing. Geplant sind ein Tech & Data Lab mit Sandbox-Testumgebungen und der Ausbau der Quanteninfrastruktur. Eine EU-KI-Gigafactory ist ein Ansiedlungsziel. Im Umfeld der AMLA soll ein KI-Netzwerk zur Geldwäschebekämpfung wachsen; safeAML wird als erster Baustein genannt. AI Hub Frankfurt ist ein Partner der Technologievorhaben. Fintech in Frankfurt gehört zum Umfeld für die Erprobung neuer Anwendungen.
Nachhaltige Finanzwirtschaft
Sustainable Finance in Frankfurt ist ein weiteres Handlungsfeld. Die Zusammenarbeit rund um den Sustainable Finance Cluster soll wachsen. Vorgesehen ist auch ein Fachzentrum für Biodiversitätsfinanzierung. Nachhaltige Geschäftsvorhaben sollen leichter mit Investoren und Kunden zusammenfinden. Der geplante Ausbau der Biodiversitätsfinanzierung bestätigt weder den Betrieb eines neuen Zentrums noch einen Anspruch auf Fördermittel.
Finanzbildung und Forschung
Das Bildungsprogramm enthält Finanzmarkttraining für Politik und Verwaltung. An hessischen Schulen ist ein App-gestützter Pilot zur Finanzkompetenz geplant. Neue Masterprogramme und engere Forschungskooperationen gehören zu den Vorhaben. Goethe-Universität und hessisches Bildungsministerium arbeiten an der Schul-App mit. Ein hochschulübergreifendes Programm Frankfurt Finance Institute ist eine erwogene Option, keine durch die Strategie bereits gegründete Einrichtung.
Internationale Vermarktung
Das sechste Handlungsfeld ist Marketing und Kommunikation. Der Finanzplatz soll unter der Marke Frankfurt Main Finance mit abgestimmten Botschaften und gemeinsamen Standortdaten auftreten. Internationale Veranstaltungen gehören dazu. Die Charta der Zusammenarbeit regelt mögliche Beiträge der Beteiligten und die Koordination durch Frankfurt Main Finance. Die beteiligten Organisationen bleiben eigenständig.
Fortschritte und Zuständigkeiten
Frankfurt Main Finance und das hessische Wirtschaftsministerium haben einen Finanzplatzbericht zu denselben sechs Handlungsfeldern veröffentlicht. Der Finanzplatzbericht ermöglicht eine Bestandsaufnahme und bereitet Themen für das Finanzplatzkabinett vor. Die Forderungen des Finanzplatzberichts betreffen unter anderem den EU-Binnenmarkt und eine kapitalmarktbasierte Altersvorsorge. Eine Empfehlung im Bericht bleibt eine Empfehlung, bis die zuständigen Stellen sie beschließen und umsetzen.
Finanzplatzstrategie und Finance Loop
Finance Loop ist Mitglied von Frankfurt Main Finance, seinem strategischen Partner. Das Sibos-Side-Event mit Frankfurt Main Finance brachte Finanzfachleute zu neuen Technologien zusammen. Finance Loop verbindet Menschen, die an diesen Themen arbeiten, durch Veranstaltungen und Weiterbildung.
Finance Loop ist ein berufliches Netzwerk mit dem Ziel, die Anwendung neuer Technologien im Finanzwesen voranzubringen. Finance Loop unterstützt Mitglieder beim Aufbau von Wissen und persönlichen Kontakten zu Investments und digitalen Vermögenswerten, Zahlungen, digitaler Infrastruktur sowie Risiko und Compliance.