EBICS: wie Unternehmen Zahlungsdateien mit Banken austauschen
EBICS, der Electronic Banking Internet Communication Standard, ist ein Verfahren für den Austausch von Zahlungs- und Kontodaten zwischen Unternehmen und Banken über das Internet. Die deutsche Kreditwirtschaft hat es entwickelt; Banken in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz nutzen es. Unternehmen senden darüber Zahlungsdateien und erhalten Kontoauszüge.
Von BCS-FTAM zu EBICS 3.0
EBICS entstand laut Wikipedia (auf Englisch) aus dem Protokoll BCS-FTAM von 1995. Der Zentrale Kreditausschuss, heute die Deutsche Kreditwirtschaft, startete 2005 das Ablöseprojekt, und am 1. Januar 2006 wurde EBICS Teil des DFÜ-Abkommens. Seit dem 1. Januar 2008 müssen alle deutschen Banken es unterstützen, BCS-FTAM endete am 31. Dezember 2010. Im Februar 2010 folgte ein gemeinsames EBICS für Deutschland und Frankreich, gepflegt von EBICS SC, der Schweiz und Österreich später beitraten.
Version 2.4 kam 2008, 2.5 im Jahr 2012 und 3.0 im November 2018. EBICS 3.0 vereinheitlicht den Standard über die Länder und kennzeichnet Aufträge mit Business Transaction Formats (BTF). Signatur und Verschlüsselung sind ab 3.0 Pflicht. Laut SIX unterstützen Schweizer Institute 3.0 seit November 2021.
Was über EBICS läuft
Transport ist HTTPS, die Nachrichten sind XML, X.509-Zertifikate sichern Signatur und Verschlüsselung. Den Großteil machen Zahlungen aus: SEPA XML für Überweisungen und Lastschriften hinaus, Kontoauszüge im Format camt.053 und untertägige Berichte camt.052 zurück. Seit Version 3.5 der Anlage 3 zum DFÜ-Abkommen laufen auch Echtzeitüberweisungen über EBICS. Dazu kommen Wertpapiernachrichten, PDF-Dokumente und Stammdaten.
Unternehmen nutzen EBICS direkt aus ERP oder Treasury-System, ohne Software der Bank. Stripe nennt die organisatorischen Regeln: getrennte Rollen für Erstellen, Freigeben und Senden, Vier-Augen-Prinzip und Schlüsselverwaltung.
EBICS oder Banking-API?
EBICS arbeitet mit Dateien, Banking-APIs antworten in Echtzeit. Stripe sieht EBICS bei hohen Volumina, strengen Compliance-Vorgaben und mehreren Banken an einem ERP, APIs bei kleinen Volumina und Echtzeit-E-Commerce. Swift und Host-to-Host sind die Alternative für Konzerne, mit mehr Aufwand. Viele Unternehmen betreiben EBICS über einen Payment Hub.
Kommende Events zu Payments
Welche Banken bieten EBICS an?
Jede Bank in Deutschland, seit die Unterstützung am 1. Januar 2008 Pflicht wurde. In Frankreich, Österreich und der Schweiz bieten es die großen Banken ebenfalls an; in der Schweiz ist die Nutzung für Institute freiwillig.
Was unterscheidet EBICS von FinTS?
FinTS, früher HBCI, ist der deutsche Standard für Online-Banking aus Finanzsoftware, für einzelne Aufträge und Kontoabfragen. EBICS ist für Unternehmen gebaut, die große Zahlungsdateien und Auszüge übertragen und mehrere Unterschriften je Datei brauchen.
Brauche ich EBICS 3.0?
Die Banken stellen ihre Kunden auf 3.0 um, und manche neuen Nachrichtenversionen setzen es voraus: In der Schweiz laufen die aktuellen SPS-Formate nur über EBICS 3.0. Den Wechsel von 2.x stimmt man mit jeder Bank ab.
EBICS und Finance Loop
Finance Loop bringt Treasurer und die Bankteams zusammen, die ihre EBICS-Anbindungen betreiben. Finance Loop hält Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg ab.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.