Payment Hub: eine Plattform für alle Zahlungsarten
Ein Payment Hub ist eine zentrale Plattform, die Zahlungsaufträge annimmt, prüft und über das passende Zahlungssystem versendet. Der Begriff hat zwei Bedeutungen. In einer Bank ersetzt der Hub getrennte Systeme je Zahlungsart. In einem Unternehmen sitzt er zwischen ERP-Systemen und Banken.
Der Payment Hub in der Bank
Viele Banken organisieren den Zahlungsverkehr noch nach Kanälen, mit eigenem Backoffice je Zahlungsart. Alacriti (auf Englisch) nennt das isolierte Backoffices und zersplitterte Kundendaten. Ein Hub führt die Zahlungswege auf einer Plattform zusammen und bindet Betrugs- und Risikosysteme, Online-Banking und das Kernbankensystem an.
Für eine europäische Bank sind das SEPA-Überweisung und Lastschrift, die Echtzeitüberweisung über TIPS oder RT1, Großbeträge in T2 und Auslandszahlungen über Swift. Alle nutzen heute ISO-20022-Nachrichten. Ein Hub mit einem Datenmodell für alle Wege ersetzt deshalb mehrere Formatkonverter. Mehr dazu unter ISO-20022-Migration.
Der Payment Hub im Unternehmen
Ein Payment Hub im Unternehmen sitzt laut Nomentia (auf Englisch) zwischen den Banken und den ERP- oder Treasury-Systemen. Er sammelt Zahlungsdateien aus Kreditorenbuchhaltung, Gehaltsabrechnung und Treasury, steuert Freigaben, prüft Zahlungen vor dem Versand gegen Sanktionslisten und protokolliert jede Zahlung. Er sendet Sammler im Format jeder Bank und nimmt die Rückmeldungen für den Abgleich an.
Die Bankanbindung läuft per Host-to-Host, über Swift oder in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz über EBICS. Ausgehend sind die Dateien SEPA XML, eingehend Kontoauszüge im Format camt.053. Nomentia nennt Plattform und Zahlungsteam zusammen Payment Factory.
Was Echtzeitzahlungen für den Hub ändern
Eine Echtzeitüberweisung ist an jedem Tag des Jahres in etwa zehn Sekunden abgewickelt. Ein Hub, der auf Annahmeschlusszeiten gebaut ist, muss rund um die Uhr laufen, vor der Freigabe die Empfängerüberprüfung aufrufen und auch außerhalb der Geschäftszeiten genug Liquidität auf den Echtzeitkonten halten. Die Regeln stehen unter Echtzeitüberweisung in Europa.
Kommende Events zu Payments
Was unterscheidet einen Payment Hub von einem Payment Gateway?
Ein Payment Gateway verbindet den Checkout eines Händlers mit Kartensystemen und anderen Zahlarten, damit er Zahlungen von Kunden annehmen kann. Ein Payment Hub verarbeitet die Zahlungen, die eine Bank oder ein Unternehmen selbst sendet und empfängt, über alle Wege und Banken.
Ist ein Payment Hub dasselbe wie eine Inhouse-Bank?
Nein. Eine Inhouse-Bank erbringt Bankdienste innerhalb eines Konzerns, etwa interne Konten und Netting zwischen Tochtergesellschaften. Ein Payment Hub wickelt die Zahlungen ab. Konzerne führen einen Hub oft im Rahmen eines Inhouse-Bank-Projekts ein.
Was ist eine Payment Factory?
Eine Payment Factory ist die zentrale Einheit eines Konzerns, die Zahlungen im Auftrag der Tochtergesellschaften ausführt. Sie besteht aus der Zahlungsplattform und dem Team, das die Prozesse betreibt.
Payment Hubs und Finance Loop
Finance Loop bringt Zahlungsverkehrs- und IT-Teams von Banken mit den Treasurern zusammen, die Hub-Projekte planen. Finance Loop ist in Zusammenarbeit mit dem TechQuartier in Frankfurt entstanden, wo Fintechs mit Zahlungssoftware auf Banken und Unternehmen treffen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.