Krypto-ETF-Staking
Ein Anleihefonds verdient einen Kupon, solange er die Anleihen hält, und der Kupon kostet ihn keine Liquidität. Ein börsengehandeltes Kryptoprodukt, das seinen Bestand stakt, verdient ebenfalls einen Ertrag, und dieser Ertrag kostet Liquidität: Gestakte Coins lassen sich nicht auf Abruf abziehen. Die tägliche Handelszusage des Produkts und die Sperrfrist des Netzes ziehen in entgegengesetzte Richtungen, und wie ein Emittent den Bestand zwischen beiden teilt, ist die Entscheidung hinter jedem Staking-Produkt.
Warum nur ein Proof-of-Stake-Wert das kann
Staking gibt es in Netzen, in denen Validatoren den Wert selbst als Sicherheit für ehrliches Verhalten einsetzen und für das Erzeugen und Bezeugen von Blöcken bezahlt werden. Ether und SOL arbeiten so. Bitcoin nicht: Seine Blöcke erzeugen Miner, die Strom einsetzen, und keine Menge Bitcoin in einer Wallet verdient etwas aus dem Protokoll.
Darum hat ein Bitcoin-Produkt keine Staking-Variante, und darum verleiht jeder, der auf Bitcoin eine Rendite anbietet, die Coins oder verkauft Optionen darauf. Das ist ein Kredit- oder Marktrisiko, kein Protokollertrag. Den Unterschied behandelt Krypto-Staking.
Das Rücknahmeproblem: Sperre gegen Tagesliquidität
Ein börsengehandeltes Produkt verspricht, dass ein zugelassener Teilnehmer Anteile gegen den Basiswert zurückgeben kann, und dieser Mechanismus hält den Börsenkurs nahe am Nettoinventarwert. Gestakter Ether lässt sich nicht am selben Tag herausgeben: Ein Austritt läuft über eine Warteschlange, die je nach Zahl gleichzeitiger Austritte Tage bis mehrere Wochen gedauert hat.
Emittenten bringen beides mit einem Liquiditätspuffer zusammen. Ein Produkt stakt einen festgelegten Anteil des Bestands und hält den Rest sofort verfügbar, wobei der gestakte Anteil hoch genug sein soll, um zu zählen, und niedrig genug, um erwartete Rücknahmen zu bedienen. Berichtet werden Anteile bis zu 95 Prozent bei Produkten, die den Puffer für ausreichend halten, und einige neuere Produkte staken den ganzen Bestand und überbrücken eine Rücknahme über Leihe oder den Sekundärmarkt. Der Anteil steht in den Produktunterlagen, und er ist die Zahl, die man zwischen zwei ähnlichen Produkten vergleicht.
Wohin der Ertrag geht: Thesaurierung oder Ausschüttung
Zwei Wege. Im thesaurierenden Weg wird der Ertrag dem Bestand zugeschlagen, der Nettoinventarwert je Anteil steigt, und der Halter realisiert ihn beim Verkauf des Anteils. Im ausschüttenden Weg zahlt der Emittent den Ertrag nach einem Plan in Geld aus, was dem Halter Einkommen bringt und bei jeder Zahlung ein Steuerereignis.
Europäische Staking-ETPs nutzen meist den ersten Weg, und die Zahlen stehen je Produkt: CoinShares nennt 1,25 Prozent fester Staking-Ertrag pro Jahr für sein physisch gestaktes Ether-Produkt, Bitwise nennt rund 1,85 Prozent netto für sein Ether-Staking-ETP, wie ein Vergleich europäischer Ether-Produkte festhält. Diese Nettowerte liegen deutlich unter dem Bruttosatz des Netzes, denn Betreibergebühr und ungestakter Puffer verdünnen ihn beide.
Der Staking-Anbieter als Kontrahent des Produkts
Der Emittent betreibt die Validatoren nicht selbst. Er bestellt einen Staking-Anbieter, und diese Bestellung bringt ein Risiko, das die Variante desselben Produkts ohne Staking nicht trägt. Werden die Validatoren des Anbieters für widersprüchliche Blöcke geslasht, sinkt der Bestand des Produkts, und ob der Anbieter das ersetzt, hängt am Vertrag zwischen beiden.
Ein Käufer liest deshalb drei Dinge im Prospekt: wer der Staking-Anbieter ist, ob Verwahrer oder Anbieter die Schlüssel während des Stakings hält, und was der Emittent zur Slashing-Haftung schreibt. Dieselben Fragen im institutionellen Umfeld behandelt Institutionelles Staking.
Europäisches ETP gegen US-ETF-Hülle
Ein europäisches Produkt ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung oder ein Zertifikat, ausgegeben von einer Zweckgesellschaft und mit den Coins gedeckt, denn die UCITS-Regeln verbieten einen Fonds, der auf einen Wert konzentriert ist. Ein US-Kassaprodukt ist ein Trust nach dem Wertpapierrecht. Für das Staking zählt der Unterschied auf eine Weise: Ein US-Emittent musste warten, bis die Aufsicht Staking in der Hülle akzeptierte, während europäische Emittenten von Beginn an stakten.
Diese Reihenfolge kehrt die übliche Annahme darüber um, welcher Markt zuerst geht. Staking-Produkte gab es in Europa und Kanada jahrelang, bevor das erste US-Kassaprodukt auf Ether einen Staking-Ertrag an seine Halter ausschüttete. Die Hüllenfrage allgemein steht auf Krypto-ETPs.
Ist ein Staking-ETP besser als selbst zu staken?
Das hängt am Ziel. Wer direkt über einen Verwahrer stakt, behält den Bruttoertrag abzüglich Betreiber- und Verwahrgebühr und wählt die Betreiber selbst. Ein Staking-ETP gibt ein notiertes Wertpapier für ein normales Depot, ohne Schlüsselverwaltung und ohne Validatorauswahl, und verlangt zusätzlich zu den Staking-Kosten eine Verwaltungsgebühr. Das ETP hält außerdem einen Teil des Bestands ungestakt, der Ertrag je investiertem Euro ist also konstruktionsbedingt niedriger. Wer gar keine Coins halten darf, hat nichts zu vergleichen.
Wie wird ein Staking-Ertrag im ETP in Deutschland besteuert?
Es gilt die Besteuerung des Produkts, nicht die des Stakings. Ein deutscher Privatanleger mit einer börsengehandelten Schuldverschreibung wird auf Gewinn oder Ausschüttung nach den Regeln dieses Wertpapiers besteuert, und die weichen von den Regeln für direkt gehaltene Coins ab. Ein thesaurierendes Produkt ohne Ausschüttung erzeugt kein Steuerereignis bis zum Verkauf des Anteils. Weil die Strukturen sich zwischen Emittenten unterscheiden und die Behandlung der Struktur folgt, ist der Steuerabschnitt der Produktunterlagen die Quelle. Die deutsche Behandlung der Coins selbst steht auf Kryptosteuer in Deutschland.
Kann ein Bitcoin-ETP eine Rendite zahlen?
Nicht aus dem Protokoll. Jede Rendite auf ein Bitcoin-Produkt stammt daraus, die Coins zu verleihen oder Optionen darauf zu verkaufen, und beides bringt ein Risiko, das das einfache Produkt nicht hat: Der Entleiher kann ausfallen, und die Option deckelt die Chance, die der Halter kaufen wollte. Ein Produkt, das eines von beidem tut, schreibt es in seine Unterlagen, und der Suchbegriff "bitcoin etf staking" hat deshalb kein Produkt hinter sich.
Krypto-ETF-Staking und Finance Loop
Finance Loop ist der Treffpunkt für die Leute aus Produkt, Verwahrung und Risiko, die diese Hüllen bauen und vertreiben. Veranstaltungen von Finance Loop zu Digital Assets setzen Staking-Mechanik, Verwahrung und die europäischen Produktregeln auf eine Agenda. Das Thema gehört zum Track Investment & digitale Vermögenswerte.
Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities. Wer zwei Staking-Produkte vergleicht, trifft Emittenten und Verwahrer bei Veranstaltungen von Finance Loop.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Know-how und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.