Wien hat jetzt eine Satoshi-Statue
Seit dem 14. Oktober 2026 sitzt im Wiener Viertel Zwei ein Satoshi Nakamoto aus Edelstahl vor seinem Laptop. Der Verein Bitcoin Austria hat die Statue an diesem Mittwoch um 17 Uhr enthüllt und am selben Abend sein fünfzehnjähriges Bestehen gefeiert.
Die Figur stammt von der italienischen Künstlerin Valentina Picozzi und gehört zu einer Serie, die 21 Länder erreichen soll. Wien ist die erste Stadt in Österreich mit einer Statue aus dieser Serie.
Wo die Satoshi-Statue in Wien steht
Die Statue steht am Seeanfang im Viertel Zwei, neben dem OMV-Gebäude Hoch Zwei in der Leopoldstadt, dem zweiten Wiener Bezirk. Die U2-Station Krieau liegt wenige Gehminuten entfernt, und Bitpanda hat seinen Firmensitz direkt nebenan. Seit der Enthüllung ist die Figur rund um die Uhr öffentlich zugänglich.
Der Wiener Bitcoiner Philipp Horwath, in der Szene als Der Fil bekannt, hat die Enthüllung für Bitcoin Austria moderiert. Der Verein geht auf seinen ersten Bitcoin-Stammtisch in Wien im Juli 2011 zurück, also feierte er an diesem Abend auch fünfzehn Jahre regelmäßiger Treffen in der Stadt.
Valentina Picozzi und die Serie 21 Nodes
Valentina Picozzi hat die Figur für ihr Kunstprojekt Satoshi Gallery entworfen. Valentina Picozzi beschäftigt sich seit 2012 mit Bitcoin und hat das Projekt als Street Art begonnen, bevor es auf öffentliche Plätze kam. Ihre Serie 21 Nodes sieht 21 gleiche Statuen in 21 Ländern vor, verteilt wie die Knoten des Bitcoin-Netzwerks.
Die Statue zeigt einen Programmierer, der im Schneidersitz mit dem Laptop auf den Knien sitzt. Die Figur ist etwa 90 Zentimeter groß und mit dem Sockel aus Cortenstahl rund 1,5 Meter hoch. Sie besteht aus 61 spiegelpolierten Edelstahlprofilen, eine Bauweise, die auf den Bildhauer Julian Voss-Andreae zurückgeht. Von der Seite ist der Programmierer gut zu erkennen, von vorn verschwindet die Figur fast in ihrer Umgebung.
We are all Satoshi
Wer hinter der Statue steht, erscheint für die Betrachter an der Stelle von Satoshis Gesicht. So setzt das Werk das Motto der Community um: "We are all Satoshi". Tobias Girstmair von Bitcoin Austria sagte dem Standard, die Figur ehre keine einzelne Person. Die Statue bliebe auch dann unverändert, wenn die Identität des Bitcoin-Erfinders eines Tages bekannt würde.
Satoshi Nakamoto hat das Bitcoin-Whitepaper am 31. Oktober 2008 veröffentlicht, das Netzwerk im Januar 2009 gestartet und sich danach aus dem Projekt zurückgezogen. Im Lauf der Jahre wurden mehrere Menschen als Erfinder genannt, einen kryptografischen Beweis hat aber bis heute niemand vorgelegt.
Warum Bitcoin Austria Wien gewählt hat
Bitcoin Austria verbindet den Standort mit der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, die in Wien entstanden ist. Carl Menger beschrieb, wie Geld aus dem Tauschhandel entsteht, ohne dass der Staat dafür etwas tun muss. Friedrich August von Hayek forderte später den Wettbewerb privater Währungen statt eines staatlichen Geldmonopols.
Wie Spender die Statue bezahlt haben
Zwischen Dezember 2025 und August 2026 haben mehr als 120 private Spender und mehrere Unternehmen über 1,3 Bitcoin gegeben. Zum Kurs vom 14. Oktober 2026 entsprach das rund 97.000 Euro. Bitpanda war Genesis-Sponsor der Kampagne, auch der Vermögensverwalter Incrementum und der Entwickler des Viertel Zwei haben sie unterstützt. Spenden, die jetzt noch eingehen, fließen in einen Fonds für Pflege, Versicherung und kleine Reparaturen der Statue.
Satoshi-Statuen in Lugano, New York und Tokio
Die erste Statue der Serie wurde im Oktober 2024 beim Plan B Forum in Lugano enthüllt. Unbekannte rissen sie im August 2025 aus der Verankerung, kurz darauf wurde sie aus dem Luganersee geborgen. Weitere Figuren stehen vor der Tokyo Bitcoin Base, in Hanoi und am Bitcoin Beach in El Zonte in El Salvador. Seit Dezember 2025 steht eine weitere im Museum der New Yorker Börse. Die Satoshi Gallery zählt diese Figur als sechste von 21.
Eine Satoshi-Büste in Budapest ist älter und gehört zu einem anderen Projekt. Die Bildhauer Réka Gergely und Tamás Gilly haben sie geschaffen, enthüllt wurde sie im September 2021 im Graphisoft Park.
Bitcoin und Finance Loop
Finance Loop verbindet Fachleute in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die im Finanzwesen mit Bitcoin und digitalen Vermögenswerten arbeiten. Wer Bitcoin als Geldanlage verstehen will, kann die Bitcoin-Schulung für Anleger besuchen. Das Bitcoin-Seminar in Österreich erklärt die österreichischen Regeln und die Gründe für Bitcoin als eigene Anlageklasse.
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