Was ist ein Investment Book of Record?
Ein Investment Book of Record, kurz IBOR, ist eine aktuelle Sicht auf Positionen, Kassenbestände und Risiken einer Investmentfirma. Es verbindet während des Tages Daten aus Handel und weiteren Systemen, damit Portfoliomanager auf denselben Positionsstand zugreifen. Das IBOR ist nicht die offizielle Fondsbuchhaltung.
Investment Book of Record in Kürze
| Definition | Aktuelle Anlagepositionen für Entscheidungen. |
|---|---|
| Kurzform | IBOR, Investment Book of Records. |
| Eingaben | Startbestand, Geschäfte, Kasse, Preise und Kapitalmaßnahmen. |
| Nutzer | Manager, Händler, Risiko- und Betriebsteams. |
| Abgrenzung | Buchhaltung (ABOR) und Order-Management-System (OMS). |
Welche Daten speisen das IBOR?
Das Investmentbuch übernimmt abgestimmte Startpositionen und verarbeitet neue Aufträge, ausgeführte Geschäfte, Abwicklungen, Kassenbewegungen und Kapitalmaßnahmen. Preise und Wertpapierkennungen ermöglichen Risikoberechnungen. SS&C Advent beschreibt eine konsolidierte Positionssicht für Anlageentscheidungen. Wichtig ist der Zeitpunkt: Ein Kauf kann bereits ausgeführt, aber noch nicht abgewickelt sein.
Beispiel: Ein Manager prüft, ob ein geplanter Anleihekauf nach den Geschäften des Vormittags ein Emittentenlimit überschreiten würde. Er braucht den aktuellen Stand, nicht nur die Datei vom Vorabend. Quelle, Uhrzeit und Status jeder Eingabe müssen später nachvollziehbar sein.
IBOR und Buchhaltung: Was ist der Unterschied?
Das IBOR unterstützt Anlage- und Risikoteams während des Handelstags. Ein Accounting Book of Record (ABOR) führt die offiziellen Buchhaltungs- und Bewertungsdaten. GoldenSource beschreibt die unterschiedlichen Zeitpunkte und Zwecke. Ein abgewickelter Buchbestand kann für einen Bericht korrekt sein, einem Händler aber offene Käufe noch nicht zeigen.
Die Frage ist, für welchen Zweck ein Datensatz verwendet wird. Beide Bücher müssen abgestimmt werden. Eine Firma legt fest, wie offene Geschäfte, Stornos und späte Korrekturen behandelt werden und welcher Bestand einen bestimmten Bericht steuert.
Wie unterscheidet sich ein IBOR vom OMS?
Ein Order-Management-System erstellt und verfolgt Aufträge. Das IBOR zeigt daraus entstehende Positionen und Risiken über Konten, Anlageklassen und Handelssysteme. Ein Produkt kann beide Aufgaben erfüllen; die Begriffe bleiben für die Prozessgestaltung nützlich. Ein Portfoliomanager muss Auftragsstatus und Wirkung auf Kasse, Mandat und Limits erkennen.
IBOR kann außerhalb dieses Kontexts auch mit Interbankensätzen verwechselt werden. Hier bedeutet es Investment Book of Record. SimCorp zeigt als Anbieterbeispiel, wie Daten über den Anlageprozess verbunden werden können. Andere Firmen verknüpfen spezialisierte Systeme.
Welche Datenkontrollen sind nötig?
Vollständigkeit, Aktualität und Abstimmung sind zentral. Ein fehlendes Geschäft, eine falsche Wertpapierkennung oder eine doppelte Kapitalmaßnahme verzerren das Risiko. Das IBOR sollte Herkunft, Änderung und Weitergabe eines Datensatzes zeigen. Auch Finanzmarktdaten unterliegen Qualitäts- und Lizenzregeln, wenn Preise und Stammdaten einfließen.
Im Betrieb braucht es Grenzen zwischen untertägigen und offiziellen Zahlen, Prüfungen auf veraltete Preise und dokumentierte Korrekturen. Ein Portfoliomanagementsystem kann das IBOR anzeigen und vor dem Handel Limits prüfen. Ohne zuständige Personen für Ausnahmen bleibt die Datenansicht unsicher.
Investmentbücher in der DACH-Region
Ein IBOR ist ein System und keine gesondert erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. Die nutzende Firma bleibt für regulierte Tätigkeiten verantwortlich. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin die jeweiligen Manager, in Österreich die FMA die Wertpapierdienstleister. Gewerbliche Schweizer Vermögensverwalter brauchen eine FINMA-Bewilligung. Aufzeichnungs- und Auslagerungspflichten hängen von Firma und Dienstleistung ab.
Die Frankfurter Deutsche Börse betreibt Xetra. Dort ausgeführte Geschäfte können in untertägige Positionen eingehen. Handelsplatzdaten und Investmentbuch müssen abgestimmt werden. Diese Seite ist keine Rechts- oder Anlageberatung.
Über Finance Loop: Investment Book of Record
Finance Loop verbindet Asset Manager, Marktdatenfachleute und Entwickler von Investmentsystemen. In Frankfurt betreibt die Deutsche Börse Xetra und weitere Marktinfrastruktur, mit der viele Investmentprozesse verbunden sind.
Finteda führt Fachleute aus Banken, Fonds und Datenfirmen für technische Gespräche in mehreren Städten zusammen. Finance Loop hat mit Finteda Veranstaltungen wie die FinTech Founder & Investor Evening durchgeführt. Das Experten-Netzwerk verbindet Investment- und Technologieexperten über Standorte hinweg.