Zentralbankgeld und Giralgeld
Das meiste Geld von Menschen und Unternehmen gibt keine Zentralbank aus. Bankeinlagen sind Forderungen gegen eine Geschäftsbank, und nur Bargeld und die Reserven der Banken bei der Zentralbank sind Zentralbankgeld. Der Unterschied entscheidet, wer das Risiko trägt und wie Zahlungen abgewickelt werden. Termine zum Zahlungsverkehr stehen im Kalender unten.
Zwei Arten von Geld
Die BIZ definiert Zentralbankgeld als die monetären Verbindlichkeiten der Zentralbank. Im Euroraum sind das Banknoten, die jeder halten kann, und die Reserven der Banken auf Konten beim Eurosystem. Giralgeld ist das Guthaben auf dem Girokonto. Banken schaffen es bei der Kreditvergabe, wie Thomas Jordan von der Schweizerischen Nationalbank in einer Rede erklärte (auf Englisch), und es ist eine Forderung gegen die Bank, zahlbar in Zentralbankgeld.
Eine Einlage trägt das Kreditrisiko ihrer Bank. Die Einlagensicherung deckt nach der EU-Einlagensicherungsrichtlinie bis 100.000 Euro je Einleger und Bank, und Aufsicht und Kapitalregeln machen Ausfälle selten. Zentralbankgeld trägt kein Kreditrisiko, weil der Zentralbank ihre eigene Währung nicht ausgehen kann.
Wie Zahlungen abgewickelt werden
Zahlt ein Kunde einer Bank an den Kunden einer anderen, gleichen die Banken die Differenz in Zentralbankgeld aus. Große Zahlungen zwischen Banken laufen über T2, das Echtzeit-Bruttosystem des Eurosystems, Sofortzahlungen über TIPS, siehe TARGET2 und TIPS. Die endgültige Abwicklung in Zentralbankgeld macht eine Überweisung sicher, obwohl der Zahler nur eine Einlage bewegt hat.
Beide Arten Geld tauschen eins zu eins. Ein Euro auf dem Sparkassenkonto und ein Euroschein sind gleich viel wert. Diese Singleness of Money hält, weil Einlagen jederzeit zum Nennwert in Zentralbankgeld getauscht werden können.
Tokenisierung und digitaler Euro
Neue Geldformen stellen diese Ordnung auf die Probe. Tokenisierte Einlagen sind Giralgeld auf einem Ledger. Stablecoins sind Forderungen gegen einen Emittenten außerhalb des Bankensystems, gedeckt durch Reserven. Der digitale Euro gäbe dem Publikum neben Bargeld eine zweite Form von Zentralbankgeld, mit Haltelimit, damit Einlagen nicht aus den Banken abfließen, siehe Haltelimit beim digitalen Euro.
Für den Großbetragsbereich plant das Eurosystem die Abwicklung tokenisierter Geschäfte in Zentralbankgeld, beschrieben unter Wholesale CBDC. Der BIZ-Jahresbericht 2023 (auf Englisch) schlägt ein Unified Ledger vor, auf dem tokenisierte Reserven und Einlagen nebeneinander liegen.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Was ist Zentralbankgeld?
Zentralbankgeld ist Geld, das die Zentralbank ausgibt: Bargeld und die Reserven der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Es trägt kein Kreditrisiko.
Was ist Giralgeld?
Giralgeld ist das Guthaben auf einem Bankkonto. Es ist eine Forderung gegen die kontoführende Bank und entsteht vor allem, wenn Banken Kredite vergeben.
Warum ist eine Einlage so viel wert wie Bargeld?
Weil die Bank Einlagen zum Nennwert in Zentralbankgeld auszahlen muss und Aufsicht und Einlagensicherung dieses Versprechen stützen. Zahlungen zwischen Banken werden in Zentralbankgeld abgewickelt.
Zentralbankgeld und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Formen des Geldes im Track Payments & digitales Geld, von Bargeld und Einlagen bis zu Stablecoins und digitalem Euro. Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association in Frankfurt, dem Sitz von EZB und Deutscher Bundesbank.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.