Bargeldversorgung in Europa
Bargeldversorgung heißt: Menschen können in ihrer Nähe Banknoten abheben und einzahlen. In Deutschland misst die Bundesbank den Weg zum nächsten Geldautomaten oder Bankschalter, Großbritannien und Irland haben den Zugang zu Bargeld gesetzlich geregelt. Termine stehen im Kalender unten.
Woher das Bargeld in Deutschland kommt
Das meiste Bargeld kommt in Deutschland aus dem Automaten. Laut Deutscher Bundesbank nutzen 96 % der Befragten Geldautomaten, und diese liefern 78 % des abgehobenen Bargelds. Auf den Bankschalter entfallen 13 %, auf die Ladenkasse 9 %. Die Zahl der Geldautomaten sank von rund 59.000 im Jahr 2018 auf rund 51.000 zum Zeitpunkt der Studie.
Die Bundesbank hat auch die Wege gemessen. Im Schnitt liegt der nächste Automat oder Bankschalter 1,4 Kilometer entfernt: 1,1 Kilometer in Städten, 1,9 Kilometer auf dem Land. Rund 96 % der Bevölkerung, 80,7 Millionen Menschen, haben eine Bargeldstelle in der eigenen Gemeinde, rund 3,6 Millionen müssen dafür die Gemeinde verlassen. Der Anteil derer, die den Weg zum Bargeld eher oder sehr schwierig finden, stieg von 6 % (2021) auf 15 % (2023).
Wie Großbritannien und Irland den Zugang regeln
Großbritannien hat die Bargeldversorgung zur Aufgabe der Aufsicht gemacht. Der Financial Services and Markets Act 2023 verpflichtet die Financial Conduct Authority (auf Englisch), für angemessene Abhebe- und Einzahlungsdienste für private und geschäftliche Girokonten zu sorgen. Nach den FCA-Regeln, die seit dem 18. September 2024 gelten, prüfen benannte Banken und Bausparkassen vor jeder Schließung einer Filiale oder eines Automaten die Folgen, schaffen bei einer erheblichen Lücke Ersatz und halten die alte Stelle offen, bis der Ersatz läuft. Anwohner und lokale Gruppen können eine solche Prüfung beantragen. Laut FCA leben 95,0 % der Briten im Umkreis einer Meile von einer kostenlosen Abhebestelle.
Irland arbeitet mit festen Kriterien. Nach dem Finance (Provision of Access to Cash Infrastructure) Act 2025 legt der Finanzminister für jede der acht Regionen fest, welcher Anteil der Menschen höchstens 10 Kilometer von einem Geldautomaten und einer Bargeldstelle entfernt wohnen muss, dazu eine Mindestzahl von Automaten je 100.000 Einwohner. Die Central Bank of Ireland (auf Englisch) prüft das Netz vierteljährlich mit Daten von Banken, Automatenbetreibern und An Post und meldet den benannten Banken, wo eine Region die Vorgaben verfehlt.
Bargeld an der Ladenkasse, neue Automaten und der digitale Euro
Banken sind eine Quelle unter mehreren. Die Analyse der EZB zum Zugang zu Bargeld im Euroraum (auf Englisch) beschreibt Händler, die Bargeld mit Einkauf (Cashback) und ohne Einkauf (Cash-in-Shop) auszahlen, dazu mobile Filialen und Postdienste, und stellt fest, dass sich Recycling-Automaten verbreiten, die Einzahlungen annehmen und dieselben Scheine wieder auszahlen. Nach dem PSD3-Paket dürfen Geschäfte bis zu 150 Euro ohne Einkauf auszahlen.
Dieselbe EZB-Analyse zeigt, wie Länder die Abdeckung messen. Der Anteil der Menschen im Umkreis von 5 Kilometern um eine Bargeldstelle lag je nach Land zwischen 77 und 100 %, im Median über 95 %. Die Niederlande haben seit 2007 ein 5-Kilometer-Ziel für Geldautomaten, Polen hält den Zugang für ausreichend, wenn 90 % der Menschen im Umkreis von 10 Kilometern wohnen, und in Schweden gilt seit 2021 ein Gesetz über Bargelddienste.
Das Eurosystem plant auch eine digitale Form von Bargeld. Sein Fortschrittsbericht zum digitalen Euro (auf Englisch) beschreibt eine Offline-Funktion, die man online oder am Geldautomaten auflädt und die von Gerät zu Gerät mit Privatsphäre wie bei Bargeld zahlt. Die Seite zum digitalen Euro offline erklärt die Technik.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Finance Loop und Bargeldversorgung
Automatennetze, Bargeldlogistik und das Kartenterminal an der Ladenkasse gehören bei Finance Loop zum Themenfeld Payments & Digital Money. Die Seite zur finanziellen Inklusion erklärt das Recht auf ein Basiskonto, die Seite zur Kartenzahlung die Bundesbank-Zahlen dazu, wie in Deutschland an der Kasse bezahlt wird.
Payments & Digital Money
Risk & Compliance
Was bedeutet Bargeldversorgung?
Menschen können Banknoten und Münzen in vertretbarer Entfernung abheben und einzahlen: am Geldautomaten, am Bankschalter, bei der Post oder an der Ladenkasse. Zentralbanken messen das an der Entfernung und am Anteil der Menschen in der Nähe einer Bargeldstelle.
Wie weit ist der nächste Automat?
Im Schnitt 1,4 Kilometer bis zum nächsten Automaten oder Bankschalter, so die Bundesbank: 1,1 Kilometer in Städten, 1,9 Kilometer auf dem Land. Rund 3,6 Millionen Menschen haben keine Bargeldstelle in der eigenen Gemeinde.
Welche Länder regeln den Zugang zu Bargeld per Gesetz?
Großbritannien mit dem Financial Services and Markets Act 2023 und den FCA-Regeln, Irland mit dem Finance (Provision of Access to Cash Infrastructure) Act 2025 und Schweden mit seinem Gesetz über Bargelddienste. Die Niederlande arbeiten mit einem 5-Kilometer-Ziel.
Kann man im Supermarkt Bargeld abheben?
Ja. Die Bundesbank zählt die Ladenkasse als Abhebestelle, sie liefert 9 % des abgehobenen Bargelds. Nach dem PSD3-Paket dürfen Geschäfte bis zu 150 Euro auch ohne Einkauf auszahlen.
Bargeldversorgung und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Bargeldversorgung im Themenfeld Payments & Digital Money, neben Kartenzahlung, Echtzeitüberweisung und digitalem Euro. Finance Loop bringt Fachleute von Banken, Zahlungsinstituten und Handel bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.