Bitpanda Enterprise
Bitpanda Enterprise ist das Geschäftskundensegment von Bitpanda, der 2014 in Wien gegründeten Anlageplattform. Es verkauft die Technik hinter der Bitpanda-App an Banken, Broker, Fintechs und Zahlungsdienstleister, damit diese ihren eigenen Kunden Krypto und andere digitale Vermögenswerte anbieten können. Bitpanda führte die Marke im März 2026 als Nachfolger von Bitpanda Technology Solutions ein.
Eine Bank, deren Kunden in der eigenen App Bitcoin kaufen sollen, bräuchte sonst Handelsanbindungen, Verwahrung, Compliance-Prüfungen und eine eigene Lizenz. Bitpanda Enterprise liefert diese Teile als eine Plattform mit sechs Produkten, von Anlage und Verwahrung bis zu Liquidität, Zahlungen, Stablecoins und Tokenisierung. Partner betreiben die Produkte unter den Lizenzen von Bitpanda oder unter ihren eigenen.
Investment-as-a-Service für Banken und Fintechs
Investment-as-a-Service ist das ursprüngliche Produkt, das Bitpanda mehr als fünf Jahre unter dem Namen Bitpanda Technology Solutions betrieb. Partner binden sich über eine API an und können mehr als 650 Kryptowerte und über 10.000 Aktien, ETFs, Edelmetalle und Rohstoffe anbieten. Ein Partner behält seine eigene App oder nutzt eine anpassbare Oberfläche von Bitpanda, und bis zum Start vergehen nach Angaben von Bitpanda weniger als sechs Monate.
Die beiden Betriebsmodelle unterscheiden sich darin, wer die Lizenz hält. Im ersten startet der Partner unter den Lizenzen von Bitpanda; im zweiten bringt ein etabliertes Institut seine eigene Lizenz mit und nutzt nur einzelne Module wie Verwahrung oder Ausführung. Über ihre Partner erreicht die Plattform mehr als 30 Millionen Endkunden.
Verwahrung, Liquidität und Krypto-Zahlungen
Das Verwahrungsprodukt (auf Englisch) hält die Schlüssel in Hardware-Sicherheitsmodulen nach FIPS 140-2 Level 3. Freigaben folgen Regeln, die der Kunde festlegt, etwa Quoren, erlaubte Adressen und Betragsgrenzen. Eine Bank lässt die Signaturinfrastruktur von Bitpanda betreiben oder installiert sie im eigenen Rechenzentrum, online oder vollständig offline. Bitpanda Custody entstand aus dem Kauf von Trustology im Jahr 2022.
Der Liquiditätsdesk handelt als Gegenpartei in bis zu 60 digitalen Vermögenswerten, mit Preisen über eine FIX-API oder eine Browser-Oberfläche und Netto-Abwicklung am nächsten Geschäftstag. Bank Frick und BCB Group übernehmen die Fiat-Seite dieser Abwicklung. Mit Crypto Pay by Bitpanda nehmen Händler an der Kasse Krypto an und erhalten Euro, unter der PSD2-Lizenz der Bitpanda Payments GmbH.
Stablecoins und Tokenisierung
Banken und Unternehmen können auf der Plattform einen eigenen Stablecoin ausgeben, als ERC-20- oder ERC-1400-Token. Prägen und Vernichten laufen über eine Regel-Engine, und Bitpanda Custody verwahrt die Schlüssel der Reserven. Der Emittent betreibt den Token selbst oder überlässt den laufenden Betrieb Bitpanda als Emissionsdienstleister.
Für tokenisierte Wertpapiere und andere Real-World Assets betreibt Bitpanda Vision Chain (auf Englisch), ein mit Ethereum kompatibles Layer-2-Netz. KYC-Prüfungen und Übertragungsregeln gelten direkt auf der Chain, sodass ein Emittent festlegen kann, wer einen Token halten darf.
Lizenzen und Aufsicht
Bitpanda hat drei Lizenzen nach MiCA, erteilt von der BaFin in Deutschland, der FMA in Österreich und der Finanzaufsicht in Malta. Außerhalb der EU ist das Unternehmen von der VARA in Dubai lizenziert und bei der FCA im Vereinigten Königreich registriert. Investment-as-a-Service arbeitet zudem unter MiFID II und den E-Geld-Regeln, und die Infrastruktur ist nach ISO 27001 zertifiziert und nach SOC 2 geprüft.
Krypto- und Digital-Asset-Events in Deutschland
Was wurde aus Bitpanda Technology Solutions?
Bitpanda Technology Solutions gehört heute zu Bitpanda Enterprise. Am 4. März 2026 hat Bitpanda seine Angebote für Institutionen unter der neuen Marke gebündelt (auf Englisch), und das frühere White-Label-Geschäft läuft als Investment-as-a-Service weiter.
Krypto-Handel als White Label für Banken
Bei einer White-Label-Lösung verkauft eine Bank Krypto unter eigenem Namen, während Bitpanda Handel, Verwahrung und Abwicklung im Hintergrund übernimmt. Die Bank entscheidet, welche Werte und Funktionen ihre Kunden sehen, und baut eine eigene Oberfläche oder nutzt die anpassbare Oberfläche von Bitpanda.
Welche Banken in Deutschland arbeiten mit Bitpanda?
Die LBBW in Stuttgart baut Krypto-Verwahrung und Handel für ihre Firmenkunden auf der Technik von Bitpanda auf. Die Deutsche Bank kündigte an, 2026 mit Bitpanda und Taurus eine Krypto-Verwahrung zu starten, wie The Block (auf Englisch) berichtete. Auch die Frankfurter Handelsplattform 360T der Deutschen Börse nutzt Dienste von Bitpanda für ihre institutionellen Kunden.
Wer hält die Schlüssel bei der Verwahrung?
Die Schlüssel bleiben in Hardware-Sicherheitsmodulen, und kein Anwendungszugriff kann sie auslesen. Im verwahrenden Modell betreibt Bitpanda die Module, während der Kunde die Freigaberegeln behält. Im nicht verwahrenden Modell läuft die Signaturhardware beim Kunden selbst, und ein verschlüsselter Schlüsselexport erlaubt den Wechsel zu einem anderen Anbieter.
Krypto-Infrastruktur für Banken
Bitpanda Enterprise und Finance Loop
Finance Loop verfolgt, wie Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Kryptohandel und Verwahrung für ihre Kunden einführen, und Bitpanda Enterprise liefert diese Technik an Banken wie die LBBW. Krypto-Infrastruktur für Banken gehört zum Bereich Investment und digitale Vermögenswerte.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.