Brokerage as a Service: Wertpapierhandel über eine API
Brokerage as a Service ist ein Modell, in dem ein lizenziertes Wertpapierinstitut Orderausführung, Verwahrung und Abwicklung für eine andere Firma übernimmt; diese verkauft die Geldanlage in ihrer eigenen App. Eine Neobank, eine Spar-App oder eine Bank ohne eigenes Wertpapier-Backoffice erreicht Aktien, ETFs und Fonds über eine API. Termine zum Thema stehen im Kalender unten.
Wie Brokerage as a Service funktioniert
Der Partner behält Kunde und App, der Anbieter betreibt den regulierten Teil dahinter. lemon.markets aus Berlin, ein von der BaFin zugelassenes Wertpapierinstitut, nennt auf seiner Website (auf Englisch) die Ebenen: Clearing, Ausführung, Compliance, Betrieb und Verwahrung, erreichbar über eine einzige API. Ein solcher Anbieter arbeitet selbst mit weiteren Instituten: Zum Start von lemon.markets nannte Finance Magnates (auf Englisch) BNP Paribas als Verwahrer, die Deutsche Bank für Zahlungen an Endkunden und Tradegate für den Börsenzugang.
Das Modell ist die Wertpapier-Variante von Crypto as a Service, bei dem ein Spezialist Verwahrung und Handel von Kryptowerten für eine Bank betreibt. Beide beruhen auf derselben Teilung: Die Kundenoberfläche bleibt bei der Marke, Lizenz und Backoffice beim Anbieter.
Wessen Lizenz: gebundener Vermittler oder Anbieter
Wer Privatkunden Wertpapiere verkauft, braucht eine Erlaubnis der BaFin. Ein Partner ohne eigene Erlaubnis kann unter der Lizenz des Anbieters arbeiten. Die Solarisbank ging diesen Weg bei ihrem Brokerage-Angebot für den Neobroker fina (auf Englisch): Die Partner vermittelten als vertraglich gebundene Vermittler der Solarisbank, über eine API, mit Aktien, ETFs, Fonds und ETF-Sparplänen. lemon.markets hält eine eigene Erlaubnis nach dem Wertpapierinstitutsgesetz für Finanzkommissionsgeschäft, Finanzportfolioverwaltung, Verwahrung und Anlagevermittlung und bietet Partnern die Modelle Omnibus, BPO und Fully Disclosed.
Die Regeln für Neobroker und ihren Orderfluss stehen auf der Seite zu Neobrokern in Deutschland.
Cloud, APIs und Bruchstücke
Upvest, beaufsichtigt von der BaFin und der britischen FCA, beschreibt eine durchgehende Anlage-Infrastruktur über Brokerage, Abwicklung und Verwahrung, geliefert über eine cloud-native Investment-API, und nennt N26, Revolut, bunq und DKB unter seinen Kunden. lemon.markets unterstützt laut dwpbank den Handel mit Bruchstücken und Echtzeitverarbeitung für ETFs, Aktien und Fonds.
Krypto ist die nächste Anlageklasse auf diesen Plattformen. Upvest führt Krypto als „coming soon“, und die dwpbank, Eigentümerin von lemon.markets, bietet Banken und Sparkassen Bitcoin und Ether über ihre eigene Plattform wpNex.
Banken steigen ein: dwpbank und lemon.markets
Die dwpbank wickelt Wertpapiere für rund 1.000 Banken und Sparkassen ab. 2025 kaufte sie lemon.markets, um ihre Full-Custody-Leistung für Banken um eine Neobroker-Lösung zu ergänzen, wie ihre Pressemitteilung erklärt. lemon.markets liefert das schlanke Depot für Neobroker, die Plattform WP3 der dwpbank das globale Depot für Banken. Beide Marken bleiben am Markt; ein Fintech kann Brokerage as a Service also bei der Gruppe kaufen, die das Wertpapiergeschäft der meisten Sparkassen abwickelt.
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Was ist Brokerage as a Service?
Ein Modell, in dem ein lizenzierter Anbieter das Wertpapiergeschäft hinter einer App betreibt, von der Ausführung bis zur Verwahrung, und die App oder Bank die Geldanlage unter eigener Marke anbietet. Die Verbindung läuft über eine API.
Ist das ein White-Label-Broker?
Fast. Ein White-Label-Broker meint meist ein fertiges Handels-Frontend unter der Marke des Käufers. Bei Brokerage as a Service baut der Partner sein Frontend selbst, und der Anbieter liefert das regulierte Backend über eine API.
Braucht der Partner eine Lizenz?
Nicht immer. Ein Partner kann als gebundener Vermittler unter der Lizenz des Anbieters arbeiten, wie fina unter der Solarisbank, oder einen Anbieter wie lemon.markets mit eigener Lizenz als Wertpapierinstitut nutzen.
Brokerage as a Service und Finance Loop
Finance Loop behandelt Brokerage-Infrastruktur, Neobroker und die APIs hinter Anlage-Apps im Track Investment & digitale Vermögenswerte. Finance Loops Seiten zu dwpbank und lemon.markets beschreiben eine deutsche Gruppe, die Wertpapiere für Banken abwickelt und Brokerage as a Service für Fintechs anbietet.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.