Embedded Payments

Embedded Payments sind Zahlungsfunktionen, die direkt in eine Software oder Plattform eingebaut sind. Kunden bezahlen innerhalb des genutzten Dienstes. Unternehmen bearbeiten die Zahlung zusammen mit der Bestellung oder Rechnung. Ein Zahlungsdienstleister stellt die technische Zahlungsabwicklung im Hintergrund bereit.

Embedded Payments verbinden einen Zahlungsvorgang mit dem Geschäftsprozess, aus dem er entstanden ist. Die Software kann anzeigen, ob eine Rechnung bezahlt wurde und welche Beträge zur Auszahlung verfügbar sind. Das verringert die manuelle Zuordnung zwischen getrennten Systemen und macht den Zahlungsstatus für Kunden nachvollziehbar.

Kundin bezahlt ihre Cafébestellung am Smartphone und nimmt einen Kaffee entgegen

Zahlungen als Teil von Embedded Finance

Embedded Payments sind ein Teil von Embedded Finance. Zum weiteren Feld gehören Konten, Kredite und Versicherungen innerhalb eines branchenfremden Produkts. Die Zahlungsintegration betrifft die Annahme von Geld und dessen Weiterleitung an den Empfänger. Eine Plattform kann diese Funktion anbieten, ohne einen Kredit hinzuzufügen oder eine eigene Karte herauszugeben.

Das Plattformangebot und die zugrunde liegende Zahlungsart sind getrennte Entscheidungen. Karten und Überweisungen können eingebettete Zahlungen ermöglichen. Open Banking kann die Auslösung einer Bankzahlung ermöglichen. Payment Orchestration steuert die Weiterleitung von Zahlungsanfragen zwischen Anbietern. Diese Technologien können in einem Produkt zusammenarbeiten.

Zahlungsannahme innerhalb der Plattform

Eine Softwareplattform kann die Zahlungskomponenten eines Dienstleisters in ihre Oberfläche integrieren. Der Dienstleister verarbeitet die Transaktion; die Plattform ordnet das Ergebnis dem Kauf zu. Vorgefertigte Komponenten und individuelle Integrationen erlauben unterschiedliche Eingriffsmöglichkeiten in den Ablauf.

Das Betriebsmodell bestimmt auch, wer Händler aufnimmt und Zahlungsrisiken bearbeitet. Ein Payment Facilitator betreut Unterhändler innerhalb seiner Acquiring-Vereinbarung. Nutzt eine Plattform die Zahlungsinfrastruktur eines Dienstleisters, lassen sich diese Funktionen über APIs einbinden. Verträge müssen weiterhin die Verantwortung für Beschwerden und Verluste zuordnen. Eine technische Integration klärt diese Fragen nicht von selbst.

Zahlungen aufteilen und Händler auszahlen

Eine Marktplatzzahlung kann teilweise einem Händler und teilweise der Plattform zustehen. Das System muss den Händleranteil und die Plattformprovision getrennt buchen. Aufteilungsregeln ordnen Zahlungen, Erstattungen und Rückbuchungen den jeweiligen Guthabenkonten zu (auf Englisch). Diese Zuordnung erfolgt innerhalb der Zahlungsplattform; die Auszahlung auf das Bankkonto des Empfängers ist ein weiterer Schritt.

Der Auszahlungsplan bestimmt, wann ein Händler über das Geld verfügen kann. Bei einer späteren Erstattung kann ein Händlerguthaben oder eine Reserve benötigt werden. Der Vertrag bestimmt das Verfahren. Vor dem Start sollten Teams den Umgang mit Teilerstattungen und ungedeckten Rückbuchungen festlegen. Zahlungsannahme und Händlerauszahlung brauchen jeweils eine eigene Statusanzeige.

Beispiele in SaaS und Unternehmenssoftware

Embedded Payments für SaaS erlauben Unternehmen, Geld innerhalb ihrer täglichen Arbeitssoftware einzunehmen. Branchensoftware und Marktplätze verwenden dieses Modell für Rechnungen oder Einkäufe. Ein Unternehmen kann eine eingehende Zahlung der Leistung zuordnen, ohne dieselbe Referenz in einem anderen Werkzeug erneut einzutragen.

Abonnements bringen eine weitere Anforderung mit: Die Software muss eine Verlängerung verarbeiten, die nach dem Verlassen der Anwendung erfolgreich ist oder scheitert. B2B-Zahlungen können Rechnungsreferenzen und Freigaben vor der Überweisung benötigen. Reiseplattformen können eine Anzahlung vom späteren Restbetrag trennen. Die Geschäftsregeln des Produkts bestimmen den Zahlungsablauf und das Vorgehen bei einer geänderten Bestellung.

Abstimmung und zeitversetzte Zahlungsbestätigung

Die Bestätigung beim Bezahlen ist noch kein abschließender Buchungsnachweis. Manche Zahlungsarten bestätigen später. Auch ein abgeschlossener Kauf kann eine Erstattung oder Reklamation auslösen. Signierte Webhook-Nachrichten übermitteln zeitversetzte Zahlungsereignisse (auf Englisch). Die Plattform aktualisiert damit die Bestellung und ihre Finanzaufzeichnungen.

Die Abstimmung verbindet jeden Kauf mit seiner Zahlungsreferenz und Auszahlung. Teams sollten den Bruttobetrag, abgezogene Gebühren und nachträgliche Anpassungen speichern, damit sich die Bankgutschrift erklären lässt. Doppelte Nachrichten und verspätete Antworten gehören in die Tests vor dem Start. Sonst sieht ein Kunde möglicherweise eine unbezahlte Rechnung, obwohl der Dienstleister das Geld bereits erhalten hat.

Authentifizierung und Sicherheitsverantwortung

Embedded Payments heben die Anforderungen an die Authentifizierung nicht auf. In der EU gelten für elektronische Zahlungen Regeln zur starken Kundenauthentifizierung und deren Ausnahmen. Eine Bank kann eine Bestätigung durch den Kunden verlangen, auch wenn die Zahlung in die Plattform integriert ist. Die Software muss diesen Schritt ermöglichen und den Kunden zur richtigen Bestellung zurückführen.

Bei Kartenzahlungen ist außerdem PCI DSS zu beachten. Zahlungsfelder des Dienstleisters können den Prüfungsumfang verändern. Die Händlerwebsite bleibt auch bei einer Eignung für SAQ A im Prüfungsumfang (auf Englisch). Zugriffskontrollen und die Sicherheit der Integration gehören weiterhin zum Betrieb.

Zahlungsdienste und Erlaubnis in Deutschland

Wer in Deutschland gewerblich Zahlungsdienste erbringt, benötigt nach § 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz eine Erlaubnis, soweit das Gesetz die Tätigkeit erfasst und keine Ausnahme greift. Die Einordnung einer Softwareplattform hängt von ihrer tatsächlichen Aufgabe in der Zahlungskette ab. Die Zusammenarbeit mit einem zugelassenen Dienstleister ist ein Ausgangspunkt der Prüfung, keine pauschale Befreiung.

Die Betriebsvereinbarung sollte den regulierten Anbieter und den Vertragspartner jedes Händlers benennen. Teams müssen auch klären, wer Empfänger überprüft und auf geänderte Zahlungsdaten reagiert. Diese Vereinbarungen verbinden Embedded Payments mit Banking as a Service und dem Risikomanagement ausgelagerter Finanzdienste.

Integrationsmodell auswählen

Die geeignete Integration hängt von den Geldflüssen und den Ländern der Kunden ab. Ein einzelner Händler mit eigenen Rechnungen braucht andere Funktionen als ein Marktplatz mit vielen Empfängern. Vergleichen Sie unterstützte Zahlungsarten und Auszahlungswährungen vor den Oberflächenfunktionen. Testen Sie den gesamten Ablauf, einschließlich einer gescheiterten Zahlung und einer Erstattung nach der Auszahlung.

Auch die Wirtschaftlichkeit braucht eine vollständige Rechnung. Zahlungserlöse können Abonnementeinnahmen ergänzen, aber Verarbeitungsgebühren und Betriebsaufwand beeinflussen die Marge. Prüfen Sie die Kosten für Reklamationen und gescheiterte Auszahlungen. Der Vertrag sollte den Export von Aufzeichnungen und einen Anbieterwechsel regeln. Spätere Produktentscheidungen brauchen eine dokumentierte Zahlungsintegration.

Embedded Payments und Finance Loop

Finance Loop verbindet Fachleute für Zahlungsprodukte und Finanztechnologie durch Meetups und Konferenzen. Plattformzahlungen und ihre Sicherheit gehören zu Payments & Digital Money und Risk & Compliance. Weitere Themen sind Investment & Digital Assets und Digital Infrastructure & Sovereignty.

Finance Loop ist ein professionelles Netzwerk und hat das Ziel, die Einführung neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben. Finance Loop unterstützt Mitglieder beim Aufbau von Fachwissen und persönlichen Netzwerken durch den praktischen Austausch mit Finanzinstituten und Technologieunternehmen.

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