Sustainable Finance Cluster
Das Sustainable Finance Cluster ist ein Verein in Frankfurt, der an nachhaltigen Finanzmärkten arbeitet. Die Organisation bringt Fachwissen aus Finanzinstituten und anderen Unternehmen mit Forschung und Politik zusammen. Zum Auftrag gehört, Ansätze für die praktische Arbeit im Finanzsektor zu entwickeln.
Das Cluster ist ein Ansprechpartner für Fragen zu Sustainable Finance. Mitglieder und Sponsoren tragen zur gemeinsamen Forschung und zum fachlichen Austausch bei. Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen Finanzierungen den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen können. Dazu gehören die Informationen, die zur Bewertung von Investitionen und unternehmerischer Tätigkeit benötigt werden.
Die Institution und das Themenfeld Sustainable Finance
Sustainable Finance bezeichnet die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren bei Investitionsentscheidungen (auf Englisch). Der Begriff beschreibt ein Themenfeld der Finanzwirtschaft. Sustainable Finance Cluster ist der Name einer bestimmten Organisation in diesem Feld. Diese Unterscheidung hilft bei der Suche nach Publikationen oder fachlichen Kontakten des Vereins.
Das Cluster entwickelt Arbeitshilfen im Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft. Publikationen behandeln, wie Nachhaltigkeitsaspekte in finanzielle Entscheidungen einfließen und wie Institute die dafür notwendigen Aufgaben organisieren. Das Forschungsprogramm umfasst operative Fragen und Strategie. Finanzdaten und die Verfahren zu ihrer Bewertung sind wiederkehrende Themen.
Entstehung und Vorstand
Das Cluster entstand durch den Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative und des Green Finance Cluster Frankfurt. Die erste Initiative ging von der Gruppe Deutsche Börse aus, die zweite vom hessischen Wirtschaftsministerium. Die gemeinsame Organisation arbeitet an nationalen und internationalen Finanzmärkten.
Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand, der die Interessen von Mitgliedern und Sponsoren vertritt. Claire Kütemeier ist Vorstandsvorsitzende, Matthias Hübner ist Geschäftsführer. Der Geschäftsführer und sein Team übernehmen die operative Arbeit. Der Verein ist beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen.
Mitglieder und fachlicher Austausch
Die Frankfurt School of Finance & Management, Futury und TechQuartier gehören zu den Mitgliedern des Clusters. Die Mitgliedschaft bringt wissenschaftliche Expertise und Unternehmensnetzwerke mit Finanzinstituten in einem Verein zusammen. Sponsoren unterstützen die Arbeit; die Deutsche Bundesbank nimmt als Beobachterin teil.
Forschungsprojekte geben Beteiligten einen Rahmen, um Methoden vor dem Einsatz in einzelnen Instituten zu besprechen. Das Positionspapier zu KI im ESG-Management (auf Englisch) nutzt beispielsweise Fokusgruppen, Workshops und Fallstudien von Banken. Dieser Austausch hilft, Anforderungen an Werkzeuge und interne Abläufe zu bestimmen.
Transitionspläne im Bankgeschäft
Die Forschung zu Transitionsplänen in Banken (auf Englisch) untersucht, wie ein Institut Klimaziele in Geschäftsentscheidungen übersetzt. Die Arbeit umfasst Zielsetzung und Kundenbeziehungen sowie Risikomanagement und Governance. Ein Plan muss die finanzierten Unternehmen und die für diese Unternehmen notwendigen Veränderungen berücksichtigen.
Die Analyse verbindet strategische Ziele mit der Bewertung von Transitionsplänen der Kunden. Dazu gehören die Ermittlung des Finanzierungsbedarfs und Gespräche über die Umsetzbarkeit geplanter Veränderungen. Berichterstattung ist ein Teil dieses Prozesses. Auch der Kundendialog und Entscheidungen über das eigene Geschäftsmodell der Bank gehören zum untersuchten Aufgabenfeld.
Biodiversität und naturbezogene Risiken
Die Biodiversitäts-Roadmap für Banken (auf Englisch) gliedert die Arbeit in zwölf Schritte. Die Abfolge beginnt mit organisatorischen Grundlagen und Portfolioanalyse. Darauf folgen Strategie und Umsetzung. Die Roadmap beschreibt, wie Banken naturbezogene Aspekte in vorhandene Prozesse aufnehmen können.
Die Analyse betrachtet, wie finanzierte Unternehmen von Ökosystemen abhängen und diese beeinflussen. Standortdaten sind relevant, weil sich Abhängigkeiten und Auswirkungen geografisch unterscheiden. Die Roadmap verbindet die Untersuchung mit Zuständigkeiten im Institut und der Verwendung der Ergebnisse in Geschäftsentscheidungen. Die Berichterstattung setzt geeignete Daten voraus.
KI im ESG-Management
Die KI-Forschung des Clusters beschreibt 19 Anwendungsfälle im ESG-Management (auf Englisch). Einer davon ist die Dokumentenanalyse. Die Fallstudie zu DokExtrakt bei Helaba behandelt die Gewinnung von Nachhaltigkeitsinformationen aus Dokumenten für Kreditprozesse. Analysten behalten die Verantwortung für die Bewertung.
Das Papier untersucht außerdem Governance-Anforderungen, darunter menschliche Prüfung und Kontrolle des Quellenmaterials. Institute brauchen klare Zuständigkeiten für ein KI-System und müssen Abhängigkeiten von Anbietern kennen. Diese Fragen verbinden die Nachhaltigkeitsarbeit mit KI in der Finanzbranche und der praktischen Bewertung automatisierter Analysen.
ESG-Datenaustausch
Die Studie zu einer ESG-Datenplattform entwickelt ein Konzept für den Austausch von Nachhaltigkeitsinformationen zwischen Unternehmen und Finanzinstituten. Der Entwurf unterscheidet Dateneigentümer von Nutzern und betrachtet die Aufgaben von Datenanbietern, Treuhändern und Plattformbetreibern.
Zugriffsregeln und standardisierter Datenaustausch gehören zum vorgeschlagenen Aufbau. Die Studie untersucht wiederholte Anfragen nach Unternehmensinformationen und die Voraussetzungen für eine sichere Weitergabe. Die Publikation beschreibt ein Plattformkonzept. Die Seite zur ESG-Berichterstattung behandelt die damit verbundene Berichtsarbeit und fachliche Anforderungen.
Sustainable Finance Summit
Das Cluster organisiert den jährlichen Sustainable Finance Summit. Zum Format gehören Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Beteiligte aus der Finanzwirtschaft und anderen Branchen besprechen die Finanzierung wirtschaftlicher Transformation, einschließlich klima- und naturbezogener Fragen.
Der Summit bringt die Forschungsthemen in die fachliche Diskussion. Das Programm behandelt auch den Einsatz digitaler Technologien bei finanziellen Entscheidungen. Den institutionellen Kontext in Frankfurt beschreiben der Finanzplatzbericht und die Finanzplatzstrategie.
Finanztechnologie und Finance Loop
Finance Loop verbindet Fachleute, die an Finanztechnologie arbeiten. Die Forschung des Clusters liefert Stoff für Diskussionen über Nachhaltigkeitsdaten und KI-gestützte Analysen. Fachleute können Erfahrungen bei Meetups von Finance Loop austauschen.
Finance Loop ist ein professionelles Netzwerk mit dem Ziel, den Einsatz neuer Technologien im Finanzbereich voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen, Cloud und Blockchain. Fachleute können Mitglied werden; Unternehmen können über Partnerschaften mit Finance Loop zusammenarbeiten.