IHK Frankfurt am Main
Die IHK Frankfurt am Main ist die Industrie- und Handelskammer für Unternehmen in Frankfurt und dem umliegenden Kammerbezirk. Die Kammer vertritt die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen und übernimmt gesetzliche Aufgaben als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Die Kammer unterstützt Unternehmen bei kaufmännischen Fragen und Entscheidungen über ihren Betrieb. Unternehmen können sich an die Fachabteilungen wenden und ihre Erfahrungen über gewählte Vertreter und Ausschüsse einbringen.
Interessenvertretung für die regionale Wirtschaft
Die Kammer verbindet Interessenvertretung mit Beratung und öffentlich-rechtlichen Aufgaben. Die Mitgliedsunternehmen wählen die Vollversammlung, die das Präsidium wählt und die Fachausschüsse beruft. Hauptamtliche Fachkräfte arbeiten dabei mit ehrenamtlich engagierten Unternehmern zusammen.
Die IHK vertritt die gesamte gewerbliche Wirtschaft ihres Bezirks und nicht nur eine einzelne Branche. Am Finanzplatz Frankfurt verbindet diese Aufgabe die Anliegen der Banken mit den Bedürfnissen der Unternehmen, die Kredite, Zahlungsdienste und Versicherungen nutzen. Mitgliedsbeiträge, Gebühren und Einnahmen aus Dienstleistungen finanzieren die Arbeit.
Bankenausschuss und Finanzdienstleister
Der IHK-Bankenausschuss befasst sich mit den Bedingungen für Banken und den regionalen Finanzplatz. Bei seiner Frühjahrstagung 2026 behandelte der Ausschuss Regulierung und digitalen Wandel sowie praktische Standortfragen. Erfahrungen aus dem Bankgeschäft fließen dadurch in die wirtschaftspolitische Arbeit der Kammer ein. Daneben besteht ein eigener Ausschuss für Finanzdienstleister.
Die Ausschüsse ermöglichen es, Anliegen der Branche in regionale Wirtschaftsfragen einzubringen. Regulierung beeinflusst das Geschäft mit Unternehmenskunden, während die Standortbedingungen die Entscheidungen von Finanzunternehmen prägen. Die Banken in Frankfurt arbeiten mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Aufsichtspflichten. Die Ausschussarbeit ersetzt diese Pflichten nicht.
Erlaubnisse und Sachkunde für Vermittler
Die IHK bearbeitet in ihrem Bezirk Erlaubnisse und Registrierungen für Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO. Die Kammer führt auch die zugehörige Sachkundeprüfung durch. Die zugelassenen Produktkategorien bestimmen den Umfang der Erlaubnis.
Für Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO bietet die IHK Prüfungen an und übernimmt die Registrierung. Die Erlaubnis für diese Vermittlung erteilt die zuständige Ordnungsbehörde. Diese gewerberechtlichen Verfahren unterscheiden sich von einer BaFin-Erlaubnis für Bankgeschäfte oder andere regulierte Finanzdienstleistungen. Ein Unternehmen muss deshalb prüfen, welche Regeln auf seine konkrete Tätigkeit zutreffen.
Beratung zu Innovation und digitalem Geschäft
Die Innovationsberatung der IHK unterstützt Unternehmen bei Technologieentwicklung und Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen. Die Beratung umfasst Orientierung zu Innovationsfinanzierung und gewerblichen Schutzrechten. Unternehmen können vor einem Entwicklungsprojekt klären, welche Fachstelle für ihre Frage zuständig ist.
Das BIEG bietet Beratung zum digitalen Geschäft, darunter Online-Marketing und E-Commerce. Kleinere Unternehmen können mit dieser Unterstützung ihren Internetauftritt oder digitalen Vertrieb beurteilen. Die IHK stellt außerdem Informationen zu KI und IT-Sicherheit bereit. Finanzunternehmen müssen beim Einsatz neuer Werkzeuge ihre zusätzlichen Aufsichtspflichten berücksichtigen, insbesondere bei KI im Finanzwesen.
KI-Weiterbildung für Finanzteams
Die IHK bietet die Weiterbildung Effektive Nutzung von KI im Finanzwesen an. Der Kurs behandelt generative und analytische KI mit Übungen zu Anwendungen im Finanzbereich. Rechtliche und ethische Fragen gehören ebenso zum Programm wie Entscheidungen über die Einbindung von KI in bestehende Abläufe.
Die Weiterbildung richtet sich an Finanzfachkräfte, die den Nutzen von KI einschätzen und die Verantwortung der Menschen im Prozess berücksichtigen müssen. Die Verfügbarkeit eines Werkzeugs belegt noch nicht dessen Eignung für eine Aufgabe. Eine Teilnahmebescheinigung ist keine aufsichtsrechtliche Zulassung eines Finanzprodukts und keine Erlaubnis zum Betrieb eines regulierten Geschäfts.
Anwendungszentrum für KI und Quantencomputing
Die IHK unterstützt den Aufbau eines Anwendungszentrums für KI und Quantencomputing am Frankfurter Bertramshof. Das House of Digital Transformation führt das Projekt mit Förderung des hessischen Digitalministeriums. Die Kammer verbindet das Vorhaben mit praktischen Anforderungen aus den Unternehmen.
Für die Finanzbranche ergänzt dieses Vorhaben die Arbeit zu Quantencomputing in Frankfurt. Die Zuständigkeiten bleiben getrennt: Die IHK unterstützt das Projekt und ist nicht mit dessen Träger gleichzusetzen. Einzelne Anwendungsfälle müssen weiterhin an den Anforderungen des Unternehmens und seiner Kunden gemessen werden.
Ist die IHK eine Finanzaufsicht?
Die IHK ist eine Kammer mit gesetzlichen Aufgaben und nicht die allgemeine deutsche Finanzaufsicht. Die BaFin übernimmt eigene Aufgaben in der Finanzaufsicht. Beratung oder Weiterbildung durch die Kammer hebt Erlaubnispflichten nicht auf, auch wenn ein Unternehmen ein neues technisches Geschäftsmodell verwendet.
Finanzen und Technologie in Frankfurt
Finance Loop
Finance Loop ist ein Fachnetzwerk für die Anwendung neuer Technologien im Finanzwesen. Mitglieder tauschen praktische Erfahrungen mit KI, digitalen Zahlungen, Cloud- und Blockchain-Lösungen aus.
Finance Loop behandelt Finanzanlagen unter Investment & Digital Assets und Zahlungsdienste unter Payments & Digital Money. Digital Infrastructure & Sovereignty umfasst die technischen Grundlagen der Finanzdienste, während Risk & Compliance deren Pflichten behandelt. Finance Loop Events ermöglichen den fachlichen Austausch mit anderen Finanzexperten.