Zahlungsverkehrssysteme in Europa: die Netze hinter jeder Euro-Zahlung

Ein Zahlungsverkehrssystem, englisch Payment Rail, ist ein Netz, das Geld vom Zahler zum Empfänger bewegt. Der Zahler wählt eine Zahlart; das System transportiert sie. Jedes verbindet ein Verfahren mit Regeln, ein Nachrichtenformat, das Clearing und die Abwicklung auf Konten.

Die vier Ebenen eines Systems

Corefy (auf Englisch) teilt ein System in vier Ebenen. Die Verfahrensregeln legen fest, wer teilnehmen darf, was berechnet wird, wie Streitfälle laufen und wer haftet. Der Nachrichtenstandard ist das Format des Auftrags: Karten nutzen ISO 8583, die meisten Banksysteme ISO 20022. Clearing ist der Austausch der Aufträge und, wo verrechnet wird, die Berechnung der Salden. Die Abwicklung bucht das Geld auf Konten bei einer Zentralbank oder Geschäftsbank.

In Europa schreibt der European Payments Council die Regeln für Euro-Überweisungen, die Card Schemes schreiben ihre eigenen. Den Formatwechsel beschreibt ISO-20022-Migration.

Die Systeme Europas

SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift laufen gesammelt über Systeme wie STEP2 von EBA Clearing oder den Massenzahlungsverkehr der Bundesbank. Die Echtzeitüberweisung läuft in zehn Sekunden über TIPS oder RT1, Großbeträge brutto über T2. Kartenzahlungen laufen über Visa, Mastercard und nationale Systeme wie die girocard. iDEAL und Blik bedienen je einen Markt, Wallets wie Wero setzen auf die Echtzeitüberweisung auf.

Außerhalb des SEPA-Raums läuft eine Euro-Zahlung über Swift und Korrespondenzbanken oder als Echtzeitzahlung nach dem One-Leg-Out-Verfahren. Blockchains und Stablecoins sind das jüngste System, beschrieben unter Stablecoin-Zahlungen.

Unterschiede für Unternehmen

Corefy nennt fünf Merkmale: Finalität und Rückholbarkeit, Abwicklungszeit und Liquidität, Datenumfang, Limits und Haftung. Eine Kartenzahlung kann zurückgebucht werden, eine SEPA-Überweisung kann der Zahler nicht allein zurückholen, eine Basislastschrift ist acht Wochen erstattbar. Eine Überweisung ist am nächsten Geschäftstag da, eine Echtzeitüberweisung in Sekunden. Daran entscheidet ein Unternehmen, welche Zahlart es anbietet und wie es Lieferanten bezahlt.

Kommende Events zu Payments

Was unterscheidet ein Zahlungssystem von einer Zahlart?

Die Zahlart wählt der Kunde: Karte, Überweisung, Wallet. Das System ist die Infrastruktur, die das Geld dahinter bewegt. Eine Wallet wie Wero ist eine Zahlart auf der SEPA-Echtzeitüberweisung.

Welche Systeme nutzt Deutschland?

Vor allem Konto-zu-Konto-Systeme: SEPA-Überweisung, Lastschrift und Echtzeitüberweisung. Bei Karten die girocard der Deutschen Kreditwirtschaft und die internationalen Systeme. Mehr unter Zahlungsverkehr in Deutschland.

Sind Stablecoins ein Zahlungssystem?

Eine Blockchain mit Stablecoins arbeitet wie ein System: Sie hat Regeln, ein Nachrichtenformat und Abwicklung auf einem Ledger. In der EU ist ein E-Geld-Token nach MiCA die regulierte Form eines Euro- oder Dollar-Stablecoins für Zahlungen.

Zahlungsverkehrssysteme und Finance Loop

Finance Loop bringt die Fachleute zusammen, die in Banken Zahlungsverkehrssysteme betreiben, und die Fintechs, die darauf aufbauen. Finance Loop ist Medienpartner von Capital & Code in Frankfurt, einer Konferenz zu Stablecoins, Auslandszahlungen und Treasury.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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