Tap to Pay: das Smartphone als Kartenterminal
Mit SoftPOS nimmt ein Händler kontaktlose Karten und Wallets auf einem normalen Smartphone oder Tablet an, ohne eigenes Kartenlesegerät. In Deutschland öffnete Apple Tap to Pay auf dem iPhone im Juni 2024 für Zahlungsanbieter, die girocard kam über die Sparkassen dazu. Termine stehen im Kalender unten.
So läuft eine Zahlung mit SoftPOS
Die Kundin hält Karte, Handy oder Uhr an das Gerät des Händlers. Die NFC-Antenne liest die Kartendaten, eine zertifizierte Zahlungs-App verschlüsselt sie und schickt sie zur Autorisierung an den Acquirer, auf demselben Weg wie ein Terminal an der Kasse. Trust Payments nennt in seinem Leitfaden zu SoftPOS (auf Englisch) Foodtrucks, Pop-up-Läden, Salons und Läden mit wenig Platz als typische Nutzer.
Ohne PIN-Pad muss eine Zahlung im Kontaktlos-Limit der Karte bleiben, bei der girocard 50 Euro pro Zahlung (siehe kontaktlos bezahlen). Darüber verlangt die Karte die PIN. Diesen Fall regelt der Standard Mobile Payments on COTS (MPoC) des PCI Security Standards Council: Er vereint CPoC für kontaktlose Zahlungen auf Standardgeräten und SPoC für die PIN-Eingabe.
Tap to Pay in Deutschland
Am 25. Juni 2024 startete Tap to Pay auf dem iPhone in Deutschland. Adyen, Commerz Globalpay, myPOS, Nexi, SumUp und Viva boten es zuerst an, Mollie, Payone, Revolut, Stripe und die Sparkassen-Finanzgruppe sollten im selben Jahr folgen (NFCW, auf Englisch). Apple wickelt die Zahlung nicht ab. Das tut die App des Anbieters, und er legt das Entgelt fest.
Zum Start nahm das iPhone Visa und Mastercard an, die girocard noch nicht (heise). S-Payment, der Zahlungsdienstleister der Sparkassen, schloss als erster Anbieter die technische Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft für die girocard auf Tap to Pay ab; die Sparkasse POS-App bietet die Funktion für Firmenkunden (IT Finanzmagazin).
Was SoftPOS für Acquirer und Banken ändert
Ein Terminal an der Kasse mietet der Händler meist, mit Monatsgebühr und Laufzeit, wie die Übersicht der IHK Pfalz zu Kartenterminals zeigt. Bei SoftPOS ist die Akzeptanz eine App, die nach dem Onboarding geladen wird. Händlerrisiko und Chargebacks trägt weiter der Acquirer, wie die Seite zum Acquiring zeigt; wer viele kleine Händler unter eigenem Vertrag anbindet, arbeitet als Payment Facilitator.
Auch das iPhone wurde in der EU geöffnet. Nach Zusagen, die die EU-Kommission im Juli 2024 für verbindlich erklärte, erhalten Wallets anderer Anbieter im EWR zehn Jahre lang kostenlosen Zugang zum NFC-Chip, und Apple ergänzte nach dem Markttest Regeln für SoftPOS (Payments Industry Intelligence, auf Englisch). Die Wallet-Seite beschreibt Apple Pay in Deutschland.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Finance Loop, der Treffpunkt für Kartenakzeptanz
Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland Kartenakzeptanz bauen: Acquirer, Zahlungsinstitute, die Zahlungsdienstleister der Sparkassen und Genossenschaftsbanken und Fintechs mit SoftPOS-Apps. Es verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Visa ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop. Bei Capital & Code in Frankfurt, wo Finance Loop Medienpartner ist, sprechen Mastercard, PayPal und Worldline mit AllUnity über die Zukunft des Bezahlens.
Was ist SoftPOS?
SoftPOS (Software Point of Sale) ist eine zertifizierte App, die ein Smartphone oder Tablet mit NFC zum Kartenterminal macht. Sie liest kontaktlose Karten und Wallets und leitet die Zahlung an den Acquirer. Bei Apple heißt das Tap to Pay auf dem iPhone, auf Android laufen SoftPOS-Apps der Anbieter.
Nimmt Tap to Pay auf dem iPhone die girocard an?
Ja, über die Sparkasse POS-App von S-Payment, die dafür die Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft erhielt. Die meisten anderen Anbieter starteten nur mit Visa und Mastercard.
Ist SoftPOS sicher?
Die Kartendaten werden in der zertifizierten App verschlüsselt, bevor sie das Handy verlassen; die Regeln dafür setzt der PCI-Standard MPoC. Bei Tap to Pay speichern laut Apple weder Gerät noch Server die Kartennummern.
Was unterscheidet SoftPOS von mPOS?
Bei mPOS ist das Handy mit einem kleinen Kartenleser verbunden, meist per Bluetooth. SoftPOS braucht keinen Leser, weil die NFC-Antenne des Handys die Karte liest.
Tap to Pay und Finance Loop
Finance Loop behandelt SoftPOS und Kartenakzeptanz im Track Payments & digitales Geld. Finance Loop zählt Visa zu seinen Event- und Netzwerkpartnern und ist Medienpartner von Capital & Code, wo Mastercard, PayPal und Worldline sprechen. Termine stehen auf der Event-Seite.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.