FMA Austria

Die FMA, die österreichische Finanzmarktaufsicht, ist die integrierte Aufsicht über den Finanzmarkt in Österreich und sitzt am Otto-Wagner-Platz 5 in Wien. Sie beaufsichtigt Banken, Versicherer, Pensionskassen, Fondsgesellschaften, Wertpapierfirmen und den Kapitalmarkt, seit dem 30. Dezember 2024 auch Kryptodienstleister nach MiCA.

Das ESMA-Register nennt mit Stand 16. Oktober 2026 zwölf von der FMA zugelassene Kryptodienstleister, darunter Bitpanda, Bybit EU und KuCoin EU. Fintechs erreichen die FMA über ihre FinTech-Anlaufstelle, und seit dem 1. September 2020 betreibt die Behörde eine regulatorische Sandbox.

FMA-Unternehmensdatenbank und Firmensuche

Die FMA führt eine Unternehmensdatenbank aller von ihr konzessionierten Unternehmen, von Banken und Versicherern bis zu Fondsgesellschaften, Pensionskassen und Börsenbetreibern. Die Suche zeigt, ob eine Firma eine österreichische Konzession hat und welche Dienste sie umfasst. Die FMA-App bringt die Unternehmensdatenbank, die Liste der vertraglich gebundenen Vermittler und die aktuellen Warnungen aufs Handy.

Für Fonds gibt es eigene Suchen, in denen die FMA die österreichischen und ausländischen OGAW und alternativen Investmentfonds nennt, die in Österreich vertrieben werden dürfen. Vor jeder Geldanlage rät die FMA, die Unternehmensdatenbank und die Warnungen zu prüfen.

Investorenwarnungen und Warnliste

Die FMA veröffentlicht Investorenwarnungen zu Firmen, die in Österreich ohne die nötige Konzession Finanzdienste anbieten. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie 112 solcher Warnungen, die meisten zu betrügerischen Online-Handelsplattformen. Die FMA warnt auch vor Klonen, die den Namen einer konzessionierten Firma kopieren, und vor erfundenen Aufsichtsbehörden auf Websites von Betrügern.

Kryptodienstleister nach MiCA

Das MiCA-VVG machte die FMA zur zuständigen Behörde für MiCA in Österreich, und die Behörde erteilt Zulassungen nach Artikel 63 der Verordnung. Das ESMA-Register vom 16. Oktober 2026 nennt zwölf österreichische Anbieter, darunter Bitpanda mit einer Zulassung vom 9. April 2025. Auch Bybit EU, WhiteBIT EU und BingX EU führen ihr Europageschäft von Wien aus, und die FMA ließ die MEGE zweite GmbH, die Firma hinter BingX EU, am 13. Oktober 2026 zu.

Die FMA setzt die Bedingungen dieser Zulassungen gegen Firmen durch, die sie nicht mehr erfüllen. Am 19. Februar 2026 untersagte sie KuCoin EU das Neugeschäft, weil die Posten des Geldwäschebeauftragten und des Sanktionsbeauftragten unbesetzt waren, und hob das Verbot am 18. Mai 2026 nach der Besetzung wieder auf. In einer eigenen Mitteilung erläuterte die FMA die Erwartungen der ESMA an Dienste mit nicht MiCA-konformen Stablecoins.

Kommende Fintech- und Finanz-Events in Österreich

FinTech-Anlaufstelle und regulatorische Sandbox

Die FinTech-Anlaufstelle der FMA beantwortet Fragen zu Konzessionen, Prospektpflicht, Compliance und Geldwäscheregeln für neue Geschäftsmodelle. Ihr FinTech-Navigator erklärt die Regeln für Themen wie Crowdfunding, digitale Zahlungen, automatisierte Beratung und Initial Coin Offerings.

Paragraf 23a des Finanzmarktaufsichtsbehördengesetzes schuf die regulatorische Sandbox der FMA, die seit dem 1. September 2020 offen ist. Start-ups und beaufsichtigte Firmen testen dort IT-basierte Geschäftsmodelle unter Aufsicht der FMA, die von jedem aufgenommenen Modell eine kurze Zusammenfassung veröffentlicht. Der erste Teilnehmer plante eine App für den Handel mit Security Tokens, digitalen Wertpapieren auf Basis der Blockchain.

Vorstand und Wechsel im November 2026

Helmut Ettl ist seit 2008 Vorstand der FMA und leitete davor die Hauptabteilung Bankenanalyse und -revision der Oesterreichischen Nationalbank. Mariana Kühnel kam im Juli 2025 in den Vorstand und war zuvor stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, nach leitenden Funktionen bei der Erste Group Bank.

Im Juni 2026 nominierte die Oesterreichische Nationalbank Oliver Schütz, Bereichsleiter Bankenabwicklung der FMA, als Nachfolger von Helmut Ettl ab dem 1. November 2026. Helmut Ettl soll ab dem 1. November 2026 als Exekutivdirektor zum Internationalen Währungsfonds wechseln. Nach dem Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz nominieren das Finanzministerium und die Nationalbank je eines der zwei Vorstandsmitglieder.

FMA in Wien: Adresse und Kontakt

Die FMA sitzt am Otto-Wagner-Platz 5 in 1090 Wien, die Zentrale ist unter +43 1 249 59 0 erreichbar. Beschwerden von Verbrauchern gehen an die Abteilung Verbraucherinformation und Beschwerdewesen unter derselben Adresse, zusammen mit der Antwort des Beschwerdemanagements der betroffenen Firma.

Für Fragen zu Fintech-Geschäftsmodellen und Konzessionen bittet die FMA um die eigenen Kontaktformulare, weil sie andere Wege nicht direkt beantworten kann. Ihre 17. Aufsichtskonferenz brachte Aufsicht, Politik und Finanzwirtschaft zusammen, um über die Widerstandskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Finanzbranche in Europa zu sprechen.

FMA Österreich und Finance Loop

Kryptobörsen und Broker, die deutsche Kunden von Wien aus bedienen, arbeiten mit einer Zulassung der FMA. Mitglieder von Finance Loop sprechen auf Events zu digitalen Assets und Regulierung über MiCA-Zulassungen und die Aufsichtspraxis in Österreich.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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