Payward
Payward, Inc. ist die amerikanische Finanztechnologie-Gruppe hinter der Kryptobörse Kraken und einer Reihe von Firmen für Handel, Banking, Zahlungsverkehr und Marktdaten. Jesse Powell gründete Kraken 2011 mit, und heute laufen alle Marken von Payward auf einer gemeinsamen Basis für Liquidität, Verwahrung, Risikosteuerung und Abwicklung.
Kunden von Payward handeln Aktien, Futures und Kryptowerte, zahlen mit Karten und IBAN-Konten und nutzen Referenzkurse, mit denen börsengehandelte Fonds bewertet werden. Für das zweite Quartal 2026 meldete Payward 6,6 Millionen eingezahlte Konten und einen bereinigten Umsatz von 508 Millionen Dollar, und die Gruppe hält weltweit mehr als 100 Lizenzen und Registrierungen.
Handel: Kraken, NinjaTrader und Breakout
Kraken ist die Kryptobörse der Gruppe, mit der Kraken-App, Kraken Pro für aktive Trader, Kraken Prime für Institutionen und der Self-Custody-App Kraken Wallet. 2025 kaufte Kraken die Futures-Plattform NinjaTrader aus Chicago für 1,5 Milliarden Dollar, und NinjaTrader tritt weiter unter eigenem Namen auf.
Seit Januar 2026 bietet NinjaTrader börsengehandelte Futures für Kunden in den Niederlanden und in Deutschland an, über eine MiFID-Wertpapierfirma der Gruppe, wie The Block berichtete (auf Englisch). Frankreich und Italien hat NinjaTrader als nächste Märkte in Europa genannt. Breakout, die dritte Handelsmarke, gibt Tradern nach bestandener Prüfung ein finanziertes Konto, und Kraken schloss den Kauf im September 2025 ab.
Tokenisierte Aktien und Referenzkurse
xStocks sind Token, die eine börsennotierte Aktie oder einen ETF eins zu eins abbilden, gedeckt durch die Aktien, die der Emittent hält. Der Inhaber erhält nur die Kursentwicklung, ohne Stimmrecht im Unternehmen, und die Token wandern zwischen Börsen, eigenen Wallets und Onchain-Anwendungen. Kraken startete xStocks im Juli 2025 mit dem Schweizer Emittenten Backed und vereinbarte im Dezember desselben Jahres die Übernahme von Backed.
Emittent ist die Backed Assets (JE) Limited auf Jersey, und US-Personen sowie Anleger im Vereinigten Königreich können die Token nicht kaufen. Solche Tracker-Token funktionieren anders als echte tokenisierte Aktien, die eine deutsche Aktiengesellschaft nach dem eWpG selbst ausgeben kann. Bis September 2026 hatten xStocks mehr als 40 Milliarden Dollar Volumen und 200.000 Inhaber erreicht, und OKX verkauft eigene tokenisierte Aktien auf Basis von xStocks.
CF Benchmarks in London ist ein von der britischen Financial Conduct Authority beaufsichtigter Benchmark-Administrator und berechnet Referenzkurse für Bitcoin, Ether und andere digitale Vermögenswerte. CME Group rechnet ihre Bitcoin-Futures gegen die CME CF Bitcoin Reference Rate ab, und mehrere Spot-Bitcoin-ETFs in den USA bewerten ihre Bestände mit der New Yorker Variante. CF Benchmarks kam 2019 mit Crypto Facilities zur Gruppe, einem Londoner Derivatehandelsplatz, den Kraken damals kaufte.
Zahlungen und Banking: Krak, Reap und Saldo Bank
Krak ist die Geld-App der Gruppe, im Juni 2025 gestartet, mit einem Konto für Gehalt, Überweisungen, Kartenzahlungen und Erspartes. Im Mai 2026 führte Krak virtuelle IBANs für Lettland, Griechenland, Kroatien und Ungarn ein, die mit DE beginnen und über SEPA laufen, dazu einen Gehaltsbonus von bis zu 1 Prozent. Den E-Geld-Dienst hinter Krak erbringt die Payward Ireland Limited, und die Krak Card gibt UAB Monavate aus, eine von der Bank of Lithuania zugelassene Firma. Krak ist keine Bank, deshalb gelten für die Guthaben die Sicherungsregeln für E-Geld und keine Einlagensicherung.
Payward kaufte Reap, einen Kartenherausgeber und Zahlungsdienstleister aus Hongkong, der mit Stablecoin-Karten arbeitet, für bis zu 600 Millionen Dollar in bar und in Aktien. Der Kauf wurde am 1. Juli 2026 abgeschlossen, und im September kündigten Reap und Visa Stablecoin-Kartenprogramme für mehr als 100 Märkte an.
Am 14. Oktober 2026 vereinbarte Payward den Kauf der finnischen Saldo Finance Oy, der Eigentümerin der Saldo Bank UAB, einer in Litauen lizenzierten Digitalbank. Die Saldo Bank nimmt Festgelder in Litauen, Finnland, Schweden und Deutschland an, vergibt Kredite an Verbraucher und kleine Firmen und liefert Fintechs in Finnland und Deutschland ihre Kreditinfrastruktur. Mit der Bank plant Payward Zinsen auf Einlagen, Kredite, Kreditkarten und Banking-as-a-Service mit SEPA-Zugang für Partner, und der Abschluss wird 2027 nach der Genehmigung erwartet.
Arjun Sethi, Co-CEO von Payward, fasste den Plan in der Mitteilung zum Saldo-Kauf so zusammen: "We are starting in the EU, and the ambition is global."
Deutsche Börse, London Stock Exchange und Nasdaq
Im Dezember 2025 vereinbarten Kraken und die Gruppe Deutsche Börse eine Partnerschaft für Handel, Verwahrung, Abwicklung und Sicherheiten, die beide Unternehmen am 4. Dezember ankündigten (auf Englisch). Kraken bindet den Devisenhandelsplatz 360T an, und an Eurex gelistete Derivate sollen nach behördlicher Genehmigung für Kraken-Kunden verfügbar werden. Bei Clearstream verwahrte Wertpapiere sollen Kraken-Kunden in tokenisierter Form erreichen, und xStocks kommen in das 360X-Ökosystem der Börsengruppe. Die Deutsche Börse kaufte außerdem für 200 Millionen Dollar eine Beteiligung von rund 1,5 Prozent an Payward.
Im September 2026 vereinbarten Payward und die London Stock Exchange, die 100 größten in London notierten Unternehmen als xStocks zu tokenisieren, und die Börse will die Token nach Genehmigung auf ihrem 24-Stunden-Handelsplatz LSE 24 listen. Im selben Monat baute Payward die Zusammenarbeit mit Nasdaq bei tokenisierten Aktien und rund um die Uhr geöffneten Märkten aus.
Payward Services für Banken und Fintechs
Payward Services ist die Business-to-Business-Plattform, die Payward aus 15 Jahren Betrieb von Kraken entwickelt hat. Banken, Broker, Zahlungsdienstleister und Fintechs binden sie einmal an und bieten ihren eigenen Kunden Handel mit Krypto und tokenisierten Aktien, Fiat- und Stablecoin-Zahlungen, Rendite, Kredite und Derivate an. Payward übernimmt hinter der Partnermarke Liquidität, Verwahrung, Compliance, Risiko und Abwicklung.
Die Handelsplattform WOO X nutzte Payward Services für ihren EU-Start im September 2026. Die Partnerschaft mit der Deutschen Börse ergänzt Kryptohandel und Verwahrung als White-Label-Lösung, die Banken und Fintechs in Europa unter eigenem Namen anbieten können.
Kommende Krypto- und Digital-Asset-Events
Lizenzen in Irland, Zypern und Großbritannien
Payward betreut seine Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum von Dublin aus. Die Payward Europe Solutions Limited, die als Kraken auftritt, hält eine MiCA-Lizenz der Central Bank of Ireland für Verwahrung, Tausch, Ausführung von Aufträgen, Platzierung, Transfers und Portfolioverwaltung, laut ESMA-Register vom 25. Juni 2025. Die Payward Global Solutions Limited hält eine zweite MiCA-Lizenz für den Betrieb der Handelsplattform, und beide Gesellschaften haben ihren Sitz am 70 Sir John Rogerson's Quay, Dublin D02 R296.
Die Payward Europe Digital Solutions (CY) Limited in Nikosia, früher I.F. Greenfields Wealth Ltd, ist eine Wertpapierfirma mit der Lizenz 342/17 der zyprischen Aufsicht CySEC. Diese Gesellschaft bietet europäischen Kunden Derivate und die Futures von NinjaTrader nach MiFID II an. Kraken kaufte außerdem den niederländischen Krypto-Broker Coin Meester (BCM), und der Kauf wurde im September 2024 abgeschlossen.
Im Vereinigten Königreich ist die Payward Limited bei der Financial Conduct Authority als Krypto-Unternehmen registriert, und die Payward Services Limited hält dort eine E-Geld-Lizenz. Die Crypto Facilities Ltd ist eine von derselben Aufsicht zugelassene Wertpapierfirma, so steht es in der Lizenzliste von Kraken. In seinem Brief zum zweiten Quartal 2026 führte Payward das Wachstum der eingezahlten Konten im EWR auf die MiCA-Zulassung zurück.
Was ist die Payward Ireland Limited?
Die Payward Ireland Limited ist das irische E-Geld-Institut der Gruppe, zugelassen von der Central Bank of Ireland unter der Nummer C453020. Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum halten über diese Gesellschaft Euro-Guthaben und senden und empfangen Zahlungen, daher kann ihr Name nach einer Überweisung an Kraken oder Krak auf dem Kontoauszug stehen. Als E-Geld-Institut trennt sie Kundengeld von eigenen Mitteln, eine Einlagensicherung gilt für die Guthaben aber nicht.
Wem gehört Kraken?
Kraken gehört der Payward, Inc., der nicht börsennotierten Muttergesellschaft von Kraken, Krak, NinjaTrader und den anderen Marken, und Arjun Sethi führt die Gruppe als Co-CEO. Die Gruppe Deutsche Börse hält rund 1,5 Prozent an Payward, und eine Finanzierungsrunde über 800 Millionen Dollar im Jahr 2025 führten Citadel, Jane Street, Oppenheimer und Tribe Capital an. Beim Kauf von Reap gab Payward eigene Aktien zu einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar aus.
Aktie und Börsengang
Payward-Aktien sind nicht börsennotiert, eine Payward-Aktie lässt sich heute also an keiner Börse kaufen. Payward reichte im November 2025 einen vertraulichen Entwurf des Börsenprospekts bei der US-Börsenaufsicht SEC ein und legte den Börsengang später wegen schwacher Kryptomärkte auf Eis, wie Bitcoin Magazine berichtete (auf Englisch). Ungenannte Quellen von Crowdfund Insider erwarteten im September 2026 keinen Börsengang vor dem zweiten Quartal 2027.
Eine eigene, von Kraken gesponserte Gesellschaft, die KRAKacquisition Corp, sammelte im Januar 2026 bei ihrem Börsengang 345 Millionen Dollar ein und sucht einen Fusionspartner. Wer Aktien dieser Mantelgesellschaft kauft, ist damit nicht an Payward beteiligt.
Payward und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Felder, in denen Payward arbeitet, in drei seiner Tracks. Tokenisierte Aktien, Futures und Kryptohandel gehören zu Investment und digitale Vermögenswerte, E-Geld-Konten und Stablecoin-Karten zu Zahlungsverkehr und digitales Geld, MiCA- und MiFID-Lizenzen zu Risiko und Compliance. Finance Loop trifft sich in Frankfurt, wo die Partnerschaft von Kraken und Deutscher Börse den Kryptohandel mit 360T, Eurex und Clearstream verbindet.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und hat das Ziel, den institutionellen Einsatz neuer Technologien im Finanzwesen voranzubringen, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in diesen Feldern Wissen und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.