Die Travel Rule in der EU
Die Verordnung (EU) 2023/1113 dehnt die Pflicht, Daten zu Auftraggeber und Empfänger mitzusenden, von Banken und Zahlungsfirmen auf Kryptowerte-Dienstleister aus. Die Travel-Rule-Leitlinien der EBA (auf Englisch) gelten seit 30. Dezember 2024. Sie regeln, welche Angaben eine Übertragung begleiten, wie Firmen fehlende Daten erkennen und was sie dann tun, und wie sie Übertragungen von und zu selbst gehosteten Adressen bewerten. Eine Stablecoin-Übertragung zwischen zwei Börsen trägt damit Daten wie eine SEPA-Überweisung. Die Antwort zur Travel Rule erklärt die Mechanik.
Stablecoins in den Untersuchungen der FATF
Die Financial Action Task Force veröffentlichte einen Targeted Report on Stablecoins and Unhosted Wallets, 42 Seiten auf Basis von über 50 Eingaben, berichtete The Block (auf Englisch). Die größte Lücke sieht sie bei Peer-to-Peer-Übertragungen zwischen Unhosted Wallets, weil keine regulierte Firma dazwischen steht. Sie nennt die nordkoreanische Lazarus Group, die gestohlene Mittel offenbar in USDT auf Tron tauscht.
Die FATF verlangt Schutz beim Emittenten: Token sperren, einfrieren und einziehen können, Smart-Contract-Funktionen zum Sperren und Vernichten im Sekundärmarkt, Sorgfaltsprüfung beim Rücktausch und rund um die Uhr erreichbare Kontakte für Behörden.
Kontrolle beim Emittenten
Die USA haben einen Teil davon zu Gesetz gemacht. Nach dem GENIUS Act gelten Emittenten als Finanzinstitute nach dem Bank Secrecy Act und müssen Token auf Anordnung sperren oder vernichten können, so Skadden (auf Englisch). In der EU setzen das AML-Paket und die neue Behörde AMLA in Frankfurt den Rahmen für Kryptowerte-Dienstleister. Firmen prüfen Wallets mit Transaktionsüberwachung und Blockchain-Forensik, bevor sie Stablecoins annehmen oder auszahlen.
Kommende Events zu Compliance und digitalem Geld
Finance Loop und Stablecoin-Compliance
Finance Loop ist der Treffpunkt für Compliance-Verantwortliche, die Stablecoins in ihr AML-Programm aufnehmen. Finance Loop unterstützt When Banks Say 'No', ein Seminar in Frankfurt für Compliance-, Treasury- und Rechtsteams zu blockierten Zahlungen, De-Risking, Sanktionen und digitalen Assets. Es unterstützte den Bybit EU Crypto Evening zur Compliance nach MiCAR im TechQuartier.
Risk & Compliance
Gilt die Travel Rule für Stablecoins?
Ja. In der EU verpflichtet die Verordnung (EU) 2023/1113 Kryptowerte-Dienstleister, Daten zu Auftraggeber und Empfänger mit Übertragungen zu senden, Stablecoins eingeschlossen.
Kann ein Emittent Stablecoins sperren?
Viele Emittenten bauen Sperrfunktionen in den Token-Vertrag ein. Der GENIUS Act macht das für US-Zahlungs-Stablecoins zur Pflicht, die FATF empfiehlt es allen Ländern.
Was ist das größte Geldwäscherisiko bei Stablecoins?
Laut FATF Übertragungen zwischen Unhosted Wallets, bei denen keine regulierte Firma die Parteien prüft. Kontrollen setzen daher bei Ausgabe, Rücktausch und den Börsen an den Enden an.
Stablecoin AML und Finance Loop
Finance Loop behandelt Geldwäscheprävention für Stablecoins im Themenfeld Risk & Compliance und bringt Compliance-Teams aus Banken, Zahlungsfirmen und Krypto-Dienstleistern in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen. Finance Loop ist Medienpartner von Capital & Code, veranstaltet vom Euro-Stablecoin-Emittenten AllUnity in Frankfurt, und strategischer Partner der Digital Euro Association.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.