European Banking Authority

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ist die unabhängige EU-Behörde für Bankenregulierung, 2011 nach der Finanzkrise gegründet, mit Sitz in Paris La Défense. Sie schreibt die technischen Standards und Leitlinien des einheitlichen Regelwerks für EU-Banken, führt den EU-weiten Stresstest durch und vermittelt bei grenzüberschreitenden Streitfällen zwischen nationalen Aufsichten.

Einzelne Banken beaufsichtigt die EBA nicht, das bleibt Sache nationaler Aufsichten wie der BaFin oder der EZB-Bankenaufsicht. Nach MiCA beaufsichtigt sie aber die Emittenten bedeutender Stablecoins direkt, und nach DORA überwacht sie mit den beiden anderen Europäischen Aufsichtsbehörden kritische IKT-Dienstleister.

EBA-Stresstest: Ergebnisse 2025 und Test 2027

Die EBA führt den EU-weiten Stresstest mit dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken, der EZB und der Europäischen Kommission durch, die die Szenarien gemeinsam entwickeln. Der Test läuft bottom-up: Jede Bank rechnet die Szenarien mit einer gemeinsamen Methodik in ihrer eigenen Bilanz durch, und die EBA veröffentlicht die Ergebnisse Bank für Bank. Eine Bestehensgrenze gibt es nicht, die Aufsichten nutzen die Ergebnisse in ihrer jährlichen Prüfung jeder Bank.

Am 1. August 2025 veröffentlichte die EBA die Ergebnisse 2025 für 64 Banken aus 17 Ländern der EU und des EWR, die 75 Prozent der Vermögenswerte des EU-Bankensektors abdecken. Im adversen Szenario verloren die Banken 547 Milliarden Euro, ihre harte Kernkapitalquote sank um 370 Basispunkte auf 12 Prozent, wegen höherer Erträge weniger stark als 2023. Am 11. Juni 2026 legte die EBA den Entwurf der Methodik und der Vorlagen für den Stresstest 2027 vor.

EBA-Leitlinien und technische Standards

Die EBA entwirft technische Regulierungs- und Durchführungsstandards, die die Europäische Kommission als verbindliche Verordnungen erlässt, und gibt eigene Leitlinien und Empfehlungen heraus. Nationale Aufsichten müssen erklären, ob sie eine Leitlinie anwenden, oder begründen, warum nicht, und die EBA veröffentlicht diese Übersichten.

Banken arbeiten täglich mit vielen EBA-Leitlinien, darunter den Leitlinien zu Auslagerungen, zur internen Governance und zur Kreditvergabe und Überwachung. Die Auslagerungsleitlinien setzen die Regeln für Cloud-Verträge von Banken, die Auslagerung und Cloud bei Banken für den deutschen Markt erklärt.

Einheitliches Regelwerk und Q&A-Tool

Das einheitliche Regelwerk, englisch Single Rulebook, umfasst die harmonisierten Aufsichtsregeln für Banken in der EU, gestützt auf die Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie, die Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie und die Einlagensicherungsrichtlinie. Die EBA schreibt die technischen Standards dazu und pflegt das Interactive Single Rulebook, ein Online-Werkzeug, das jeden Artikel mit delegierten Rechtsakten, Leitlinien und Antworten auf Fragen zeigt.

Das Werkzeug umfasst auch PSD2, DORA, MiCA, die Verordnung über Wertpapierfirmen und die Regeln für Geld- und Kryptotransfers. Banken und Aufsichten können über das Q&A-Tool Fragen einreichen, und die veröffentlichten Antworten zeigen, wie die EBA eine Vorschrift liest, auch wenn das Werkzeug selbst keine Rechtswirkung hat.

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Aufsicht über Stablecoin-Emittenten nach MiCA

Nach MiCA prüft die EBA regelmäßig, ob ein vermögenswertereferenzierter Token oder ein E-Geld-Token bedeutend ist, was gilt, wenn mindestens drei der Kriterien der Verordnung erfüllt sind. Bei einem bedeutenden vermögenswertereferenzierten Token übernimmt die EBA die direkte Aufsicht über den Emittenten von der nationalen Behörde, bei einem bedeutenden E-Geld-Token eines E-Geld-Instituts beaufsichtigt sie gemeinsam mit dieser Behörde.

Für jeden bedeutenden Emittenten richtet die EBA ein Aufsichtskollegium ein, das sie leitet, und sie prüft Emittenten aus der Ferne und vor Ort. Mehr zu den Kryptoregeln der EBA, von Kapitalanforderungen bis zur Geldwäscheprävention, steht auf der Seite über die EBA und Kryptowerte.

Überwachung kritischer IKT-Dienstleister nach DORA

Der Digital Operational Resilience Act gab der EBA gemeinsam mit ESMA und EIOPA neue Aufgaben bei der Überwachung von IKT-Drittdienstleistern, die für den Finanzsektor kritisch sind, etwa große Cloud-Anbieter. Im Oktober 2024 ernannten die drei Behörden einen Direktor für ihre gemeinsame DORA-Überwachung, und die EBA arbeitet an den einheitlichen Regeln für IKT-Risikomanagement, Meldung von Vorfällen und Resilienztests nach der DORA-Verordnung.

Vorsitz und Rat der Aufseher

François-Louis Michaud ist seit dem 16. April 2026 Vorsitzender der EBA, für fünf Jahre mit einer möglichen Verlängerung. Er war seit dem 1. September 2020 Exekutivdirektor der EBA und folgte auf José Manuel Campa, der sein Amt am 31. Januar 2026 abgab. Stellvertretender Vorsitzender ist Helmut Ettl, Vorstand der österreichischen Finanzmarktaufsicht, und Jonathan Overett Somnier ist geschäftsführender Exekutivdirektor.

Der Rat der Aufseher ist das wichtigste Entscheidungsgremium und beschließt technische Standards, Leitlinien, Stellungnahmen und Berichte. Stimmberechtigt sind die Leiter der nationalen Bankenaufsichten der Mitgliedstaaten, und ein Abwicklungsausschuss übernimmt die Aufgaben nach der Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie.

Adresse in Paris La Défense

Die Behörde sitzt im Tour Europlaza in der 20 avenue André Prothin in 92400 Courbevoie, im Geschäftsviertel Paris La Défense. Die Postanschrift lautet Tour Europlaza, 20 avenue André Prothin, CS 30154, 92927 Paris La Défense CEDEX, Frankreich.

Die Zentrale ist unter +33 1 86 52 70 00 montags bis freitags von 9:00 bis 17:30 Uhr erreichbar, allgemeine Fragen gehen an info@eba.europa.eu oder über ein Webformular.

Europäische Bankenaufsichtsbehörde und Finance Loop

Banken, Zahlungsinstitute und Stablecoin-Emittenten in der EU arbeiten nach den technischen Standards und Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Mitglieder von Finance Loop sprechen auf Events zu Bankenregulierung und digitalen Assets über den Stresstest, die DORA-Überwachung und die Aufsicht über Stablecoins nach MiCA.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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