European Digital Finance Association
Die European Digital Finance Association, kurz EDFA, ist eine internationale Non-Profit-Vereinigung nach belgischem Recht, in der sich nationale und fachliche Fintech-Verbände aus Europa und dem EWR zusammengeschlossen haben. Zu ihren 21 Mitgliedern gehören France FinTech, ItaliaFintech, Holland Fintech, Fintech Belgium, SweFinTech und der spanische Fintech- und Insurtech-Verband AEFI.
Die EDFA vertritt diese Verbände gegenüber den EU-Institutionen und Aufsichtsbehörden und will rechtliche und praktische Hürden für Fintech-Dienste im Binnenmarkt abbauen. Fachleute aus den Mitgliedsverbänden erarbeiten in Arbeitsgruppen gemeinsame Antworten auf EU-Konsultationen. Über ihre Mitglieder erreicht die EDFA mehr als 2.500 Fintech-Unternehmen, Fachleute und weitere Akteure.
Mitglieder und Beitritt
Die EDFA hat 21 Mitgliedsverbände, darunter Holland Fintech, Fintech Norway, Fintech Poland, Rofintech aus Rumänien und die Czech Fintech Association. Deutschland ist mit DIGITAL INVEST GERMANY vertreten, dem Bundesverband Crowdfunding, und mit dem Bundesverband elektronische Wertpapiere (GAES). Finance Innovation, die Türkiye Fintech Association und UAFIC arbeiten als assoziierte Ökosysteme mit der EDFA zusammen, ohne Mitglied zu sein.
Die Satzung kennt nur eine Kategorie von Mitgliedern: Verbände oder Zusammenschlüsse aus der Finanztechnologie sowie nationale oder regionale Fintech-Hubs. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung einen Vertreter und eine Stimme, und der Vorstand legt einen jährlichen Beitrag fest, der für alle Mitglieder gleich ist. Über einen schriftlichen Antrag will der Vorstand binnen 21 Arbeitstagen entscheiden, und eine Ablehnung muss er begründen.
Vorstand und Generalsekretär
Der Vorstand ist das strategische Gremium der EDFA und tagt jeden Monat, Vorsitzende ist Alessandra Guion-Gambrill. Weitere Mitglieder sind Ana-Maria Georgescu, Camilla Cionini Visani, Florence de Maupeou, Gabor Akos Dávidházy, Jiri Hauptmann, Niklas Sandqvist, Peter Strikwerda und Piotr Brewiński. Noam Perets ist Generalsekretär und leitet das Executive Team, das die laufende Arbeit des Verbands erledigt.
Ein Aufsichtsrat mit je einem Vertreter pro Mitgliedsverband tagt viermal im Jahr und wählt den Vorstand. Dort vertritt Karsten Wenzlaff DIGITAL INVEST GERMANY, Kristen Charvin vertritt France FinTech und Rodrigo García de la Cruz die AEFI.
Arbeitsgruppen und Fintech Visits
Die Arbeitsgruppen der EDFA befassen sich mit KI, Blockchain, Open Finance und Crowdfunding. Jeremy Sulzbacher von Fintech Belgium leitet die KI-Gruppe, Aleš Krempa von der Czech Fintech Association die Blockchain-Gruppe, und Henrik Nygård Sjølie und Vegard Bjerke Øye von Fintech Norway führen Open Finance gemeinsam mit Jeremy Sulzbacher. Die Gruppen stimmen Antworten auf EU-Konsultationen ab und verfolgen die FIDA-Verordnung zum Zugang zu Finanzdaten sowie die Reform des Zahlungsverkehrs mit PSD3 und der Zahlungsdiensteverordnung.
Im Programm Fintech Visits bringt die EDFA Unternehmen aus ihren Mitgliedsverbänden zur DG FISMA, der Generaldirektion für Finanzdienstleistungen der Europäischen Kommission. Die erste thematische Sitzung am 29. September 2026 galt KI im Finanzwesen, und fünf Unternehmen aus Norwegen, Italien, Polen, Schweden und Spanien zeigten, wie sie die KI-Verordnung in der Praxis umsetzen.
Kommende Fintech- und Finanz-Events in Belgien
Crowdfunding und die Arbeitsgruppe ECSP-R
Die Arbeitsgruppe ECSP-R der EDFA befasst sich mit der europäischen Verordnung über Schwarmfinanzierungsdienstleister, die Crowdfunding-Plattformen eine Lizenz für die ganze EU gibt. Karsten Wenzlaff von DIGITAL INVEST GERMANY leitet die Gruppe mit, und Nederland Crowdfunding gehört der EDFA als Fachverband der Branche an. Im Jahr 2025 entwarf die Gruppe ein Positionspapier mit der Vision einer Crowdfunding-Branche von zehn Billionen Euro und einem Vergleich der Regeln in 14 Ländern.
DLT Pilot Regime und Kapitalmärkte
Am 7. September 2026 unterzeichnete die EDFA eine Branchenempfehlung zu den Volumengrenzen des DLT Pilot Regime, gerichtet an den Rat und den ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments. Der aktuelle Vorschlag hebt die Obergrenze für Marktinfrastrukturen auf Distributed Ledgers von 6 auf bis zu 100 Milliarden Euro an. Die Unterzeichner sehen darin einen Fortschritt, der zu kurz greift, weil einzelne europäische Projekte schon Volumen von 350 Milliarden Euro halten, und sie fordern, die Grenze zu streichen oder höher anzusetzen.
Gründung und Büro in Brüssel
Die EDFA wurde mit einer notariellen Urkunde vom 11. Februar 2020 in Brüssel als internationale Non-Profit-Vereinigung (AISBL) nach belgischem Recht gegründet. Schon 2019 hatte sich Fintech Belgium mit Verbänden aus acht weiteren Ländern zusammengetan, und diese neun Gründungsländer waren Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Polen, Rumänien, Spanien, Tschechien und Ungarn.
Das Büro der EDFA liegt an der Koning Albert II-laan 4 in 1000 Brüssel, und im Transparenzregister der EU ist der Verband unter der Nummer 870785291740-77 eingetragen.
European Digital Finance Association und Finance Loop
Fintech-Gründer und Bankteams im Finance-Loop-Netzwerk stellen dieselben Fragen zur KI-Verordnung, zu Open Finance und zum DLT Pilot Regime, die die Arbeitsgruppen der EDFA nach Brüssel tragen. Finance Loop bespricht diese Regeln im Track Risiko und Compliance, bei Events in Frankfurt und anderen europäischen Städten.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.