Geldwäschebekämpfung Deutschland
Geldwäschebekämpfung in Deutschland umfasst Kontrollen gegen die Verschleierung kriminell erlangter Gelder. Verpflichtete Unternehmen identifizieren Kunden und untersuchen Vorgänge, die auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hindeuten können. Die Arbeit setzt sich während einer Geschäftsbeziehung durch laufende Überwachung und die Prüfung auffälliger Transaktionen fort.
Das Geldwäschegesetz bestimmt die Pflichten der erfassten Unternehmen, einschließlich der Meldung bei gesetzlich begründetem Verdacht. Meldungen gehen zur Auswertung an die Financial Intelligence Unit, und klare Zuständigkeiten und Aufzeichnungen machen nachvollziehbar, warum ein Unternehmen einen Vorgang geprüft und wie es die Ergebnisse behandelt hat, während Behörden weitere Zusammenhänge untersuchen.
Das deutsche Geldwäschegesetz
Das Geldwäschegesetz (GwG) legt die Pflichten aller Verpflichteten fest: Banken und Zahlungsinstitute, Lebensversicherer, Vermögensverwalter und Kryptodienstleister, aber auch Immobilienmakler, Notare und Güterhändler. Geldwäsche selbst ist eine Straftat nach Paragraf 261 StGB. Für Banken kommt Paragraf 25h des Kreditwesengesetzes hinzu, der Monitoringsysteme für auffällige Zahlungen verlangt, und dort arbeitet die meiste RegTech in deutschen Banken.
Die Kundenprüfung zu Beginn einer Geschäftsbeziehung, von der Identität bis zum wirtschaftlich Berechtigten, gehört zu KYC in Deutschland. Nach der Kundenaufnahme setzt sich die Geldwäschebekämpfung mit Transaktionsmonitoring und Verdachtsmeldungen an die zuständigen Behörden fort.
Verdachtsmeldungen und die FIU
Nach Paragraf 43 GwG muss ein Verpflichteter der FIU melden, wenn Tatsachen darauf hindeuten, dass ein Vermögensgegenstand aus einer Vortat der Geldwäsche stammt, eine Transaktion mit Terrorfinanzierung zusammenhängt oder ein Kunde verschwiegen hat, ob er für einen wirtschaftlich Berechtigten handelt. Die Meldung ist unverzüglich fällig, unabhängig vom Wert des Vermögensgegenstands oder der Höhe der Transaktion.
Die deutsche FIU, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, gehört zum Zoll und nimmt Meldungen über ihr Portal goAML an. Laut einer Zusammenfassung des jüngsten Jahresberichts von PayTechLaw zählte sie 374.693 Verdachtsmeldungen, rund 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Von etwa 160.000 bei goAML registrierten Verpflichteten meldeten in dem Jahr nur 4.062. Die FIU setzt nun verbindliche Inhaltsvorgaben: XML als Pflichtformat, Pflichtfelder wie Blockchain-Transaktions-IDs bei Krypto und Grundbuchdaten bei Immobilien.
Was die FATF in Deutschland fand
Die Financial Action Task Force hat Deutschland zuletzt in ihrem Länderbericht (auf Englisch) geprüft. Die FATF bescheinigte deutliche Reformen und ein gutes Risikoverständnis bei Immobilien, Banken und virtuellen Vermögenswerten und verlangte mehr Ressourcen und Priorität in der Praxis. Der Bericht nennt die starke Bargeldnutzung ohne allgemeine Bargeldobergrenze und das Risiko, dass illegales Bargeld in Immobilien oder Edelmetalle fließt.
Der Länderbericht warnte zudem, der Fokus auf Immobilien und Bargeld könne andere Risiken verdecken, etwa komplexe Firmengeflechte mit Brief- und Auslandsgesellschaften, und die Strafverfolgung konzentriere sich eher auf natürliche Personen als auf ausländische Täter und professionelle Helfer. Das erklärt, warum die deutsche Aufsicht heute genauer nach Eigentümerketten und Auslandszahlungen fragt.
Vom GwG zum EU-Geldwäschepaket
Das GwG setzt EU-Richtlinien um, und die EU hat nun ein einheitliches Regelwerk beschlossen, die Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR), die ab dem 10. Juli 2027 direkt in jedem Mitgliedstaat gilt; viel vom GwG geht darin auf. Die neue EU-Geldwäschebehörde AMLA sitzt in Frankfurt am Main und wird eine Gruppe großer grenzüberschreitender Finanzfirmen direkt beaufsichtigen, die BaFin weiter alle anderen. Was die AMLR für Kryptodienstleister bedeutet, steht auf der Seite Krypto-AML, für Zahlungsinstitute auf Finanzkriminalität im Zahlungsverkehr.
Kommende Events zu AML und Compliance in Deutschland
Finance Loop, der Treffpunkt für Geldwäscheprävention
Finance Loop ist Treffpunkt für Geldwäschebeauftragte, Ermittler und die Leute, die Monitoring- und Screening-Software bauen. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop unterstützt When Banks Say 'No', ein Seminar im NEXTOWER in Frankfurt, bei dem Dr. Julia Pfeil von Dentons über Zahlungen unter Sanktions- und Geldwäscherecht spricht und ein dritter Vortrag zeigt, wie Blockchain-Forensik Kryptoflüsse verfolgt. Beim Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier, unterstützt von Finance Loop, ging es um Compliance unter MiCAR.
Was regelt das Geldwäschegesetz?
Das Geldwäschegesetz (GwG) ist das deutsche Gesetz gegen Geldwäsche. Das Geldwäschegesetz nennt die Verpflichteten, regelt ihre Kundenprüfung und internen Sicherungsmaßnahmen und verlangt Verdachtsmeldungen an die FIU nach Paragraf 43. Vieles davon geht in die EU-Verordnung AMLR über, sobald sie gilt.
Was macht die FIU in Deutschland?
Die FIU nimmt Verdachtsmeldungen der Verpflichteten über das Portal goAML an, analysiert sie und gibt relevante Fälle an die Strafverfolgung weiter. Die FIU gehört zum Zoll und veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zu Zahl und Art der Meldungen.
Gibt es ein AML-Meetup in Frankfurt?
AML-Themen laufen in Frankfurt meist in Payments- und Compliance-Seminaren wie When Banks Say 'No' und bei Krypto-Compliance-Abenden. Für eine Weiterbildung bietet der Certified Compliance Professional der Frankfurt School einen AML-Schwerpunkt; Termine stehen in der Event-Übersicht.
Geldwäschebekämpfung und Finance Loop
Geldwäschebekämpfung gehört zum Track Risiko & Compliance von Finance Loop. Das Seminar When Banks Say 'No' in Frankfurt, unterstützt von Finance Loop, verbindet Sanktions- und Geldwäscherecht mit Zahlungspraxis und Krypto-Forensik.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.