Intercompany Netting

Intercompany Netting ist ein Verfahren, mit dem Gesellschaften desselben Konzerns gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten verrechnen. Der Konzern sammelt die betreffenden Rechnungen und berechnet für jeden Abrechnungszyklus eine Nettoposition. Jeder Teilnehmer zahlt oder erhält anschließend den verbleibenden Saldo, sodass weniger einzelne Überweisungen nötig sind.

Das Konzern-Treasury nutzt Netting, um interne Zahlungen zu koordinieren und den Bedarf an Währungsumtausch zu senken. Eine Netting-Zentrale berechnet die Salden und stellt den teilnehmenden Gesellschaften die Abrechnungsdaten bereit. Während Cash Pooling Bankkontosalden steuert, begleicht Netting konzerninterne Verpflichtungen und benötigt vereinbarte Verfahren zur Bestätigung der Rechnungen.

Treasury-Fachleute gleichen gegenseitige Rechnungen und Lieferungen auf einer Routenkarte ab

Bilaterales und multilaterales Netting

Beim bilateralen Netting gleicht jedes Paar von Gesellschaften nur die Differenz seiner gegenseitigen Forderungen aus. Beim multilateralen Netting begleicht jeder Teilnehmer eine Nettoposition gegenüber dem ganzen Konzern, meist mit einer Zahlung oder einem Eingang. Die Forderungen müssen am selben Tag fällig sein, daher läuft Netting in Zyklen mit festem Netting-Termin.

Eine Netting-Zentrale, meist das Konzern-Treasury oder eine Inhouse-Bank, berechnet aus den konzerninternen Rechnungen die Nettoposition jeder Gesellschaft und gleicht sie aus. Kauft eine Tochter von anderen Konzerngesellschaften in Dollar und verkauft an sie, wird nur die Differenz getauscht, so sinkt die Zahl der Devisengeschäfte und der Zahlungen.

Netting, Cash Pooling und Inhouse-Bank

Netting begleicht Rechnungen zwischen Konzerngesellschaften, Cash Pooling bewegt oder verrechnet die Salden ihrer Bankkonten. In einem Konzern mit Inhouse-Bank lassen sich die Nettobeträge auf den Verrechnungskonten buchen, die die Inhouse-Bank für jede Gesellschaft führt, und nur Zahlungen an Dritte laufen über die Banken. Die Payment Factory nutzt Verrechnungskonten und zahlt im Namen des Konzerns (BNP Paribas).

Erlaubnis und Meldepflicht in Deutschland

Zahlungsvorgänge innerhalb eines Konzerns sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 13 ZAG von der Erlaubnispflicht ausgenommen, eine konzerneigene Netting-Zentrale braucht also keine Zahlungsdiensterlaubnis.

Netting hebt die Meldepflicht im Außenwirtschaftsverkehr nicht auf. § 67 AWV verpflichtet Inländer, Zahlungen von und an Ausländer über 50.000 Euro zu melden, und Absatz 3 zählt Aufrechnungen und Verrechnungen als Zahlungen. Eine deutsche Tochter, deren Rechnungen mit einer ausländischen Konzerngesellschaft genettet werden, meldet daher Beträge über der Schwelle, auch wenn kaum Geld fließt.

Netting auf der Blockchain

Payment Channels auf einer Layer-2-Blockchain nutzen dieselbe Idee: Zwei Parteien tauschen viele Zahlungen außerhalb der Kette und begleichen später nur den Nettobetrag. Banken bieten Unternehmen auch Geld auf einem Ledger an. JPM Coin von JPMorgan, heute Kinexys Digital Payments, ist ein Dollar-Token auf einer zugangsbeschränkten Blockchain für geprüfte institutionelle Kunden, darunter Unternehmen, und wickelte im Oktober 2023 rund 1 Milliarde Dollar am Tag ab. Mit tokenisierten Einlagen kann ein Konzern die Nettobeträge zwischen seinen Gesellschaften zu jeder Stunde bewegen, auch am Wochenende.

Kommende Payments- und Treasury-Events

Finance Loop und Intercompany Netting

Finance Loop ist der Treffpunkt für Konzern-Treasurer und die Systemanbieter, die Netting-Zentralen und Inhouse-Banken betreiben. Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communities in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop unterstützt Wenn Banken „Nein“ sagen, ein halbtägiges Zahlungsverkehrs-Seminar in Frankfurt für Compliance, Treasury, Finanzen, Export und Recht zu blockierten Zahlungen, De-Risking und Sanktionen. Finance Loop ist außerdem Medienpartner von Capital & Code, einer Frankfurter Konferenz, zu deren Publikum Treasurer gehören, die Liquidität und Risiken steuern.

Was ist Intercompany Netting?

Intercompany Netting ist die Verrechnung von Verbindlichkeiten und Forderungen zwischen Gesellschaften eines Konzerns, sodass jede je Netting-Zyklus nur einen Nettobetrag zahlt oder erhält.

Was unterscheidet bilaterales und multilaterales Netting?

Bilaterales Netting verrechnet die Forderungen zwischen zwei Gesellschaften. Multilaterales Netting verrechnet die Forderungen aller Teilnehmer über eine Netting-Zentrale, und jede Gesellschaft begleicht eine Nettoposition.

Was unterscheidet Netting und Cash Pooling?

Netting begleicht konzerninterne Rechnungen, während Cash Pooling die Salden auf den Bankkonten des Konzerns, steuert, indem es sie überträgt oder für die Zinsen verrechnet.

Müssen genettete Zahlungen gemeldet werden?

Genettete Zahlungen müssen gemeldet werden, wenn ein ausländischer Partner beteiligt ist und der Betrag 50.000 Euro übersteigt. Die AWV behandelt Aufrechnung und Netting für die Meldepflicht als Zahlungen.

Intercompany Netting und Finance Loop

Finance Loop behandelt Intercompany Netting im Track Zahlungsverkehr & digitales Geld, neben Cash Pooling und Payment Factory. Finance Loop unterstützt das Seminar Wenn Banken „Nein“ sagen für Treasury und Export. Termine stehen auf der Event-Seite.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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