MiCA-Übergangsfrist

Die MiCA-Übergangsfrist war eine zeitlich begrenzte Regelung für berechtigte Firmen, die bereits nach nationalem Recht Kryptodienste erbrachten. Diese Anbieter konnten bis zur maßgeblichen Frist weiterarbeiten und die erforderliche EU-Zulassung beantragen. Die Bestandsschutzregelung endete spätestens am 1. Juli 2026; einige Mitgliedstaaten setzten frühere Termine fest.

Die Übergangsfrist erlaubte den Fortbetrieb bestehender Geschäfte während des Wechsels zum MiCA-Rechtsrahmen. Kunden eines Anbieters von Kryptoverwahrung müssen den früheren nationalen Status von der heutigen Erlaubnis unterscheiden. Zu prüfen ist deshalb, welche Vertragsgesellschaft die erforderliche Zulassung besitzt und welche Dienste sie damit erbringen darf.

Behördenmitarbeitende ordnen alte Zulassungsakten in neue Genehmigungsfächer ein

So funktioniert das Grandfathering

Nach Artikel 143 Absatz 3 MiCA durfte eine Firma, die vor dem 30. Dezember 2024 nach nationalem Recht Kryptodienste erbrachte, bis 1. Juli 2026 weitermachen oder bis ihr eine CASP-Zulassung erteilt oder verweigert wurde, je nachdem, was früher eintrat. Jeder Mitgliedstaat konnte die Frist kürzen oder streichen; die Spanne reicht von 5 bis 18 Monaten, wie die Übersicht von Freshfields (auf Englisch) zeigt. Die ESMA veröffentlicht die Liste der Übergangsfristen.

Artikel 143 Absatz 6 erlaubt zusätzlich ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für bereits beaufsichtigte Firmen. Deutschland nutzt es für Institute, die schon eine Erlaubnis für den jeweiligen Kryptodienst haben. Österreich, die Niederlande und Italien sahen ein solches vereinfachtes Verfahren für ihre Firmen nicht vor.

Übergangsfristen nach Ländern

Deutschland und Österreich beendeten die Frist am 31. Dezember 2025, Italien am 30. Dezember 2025, so die Übersicht von Freshfields. In Deutschland legte § 50 KMAG dieses Datum für Firmen mit KWG-Erlaubnis fest, und die BaFin bestätigte die verkürzte Frist in einer Meldung vom 8. Juli 2026. Die Niederlande schlossen sie am 1. Juli 2025, sechs Monate nach dem Start der Verordnung. Irland verkürzte nach Artikel 143 Absatz 3 auf 12 Monate bis Dezember 2025, berichtet A&L Goodbody (auf Englisch); zuständig ist dort die Central Bank of Ireland.

Luxemburg ließ bei der CSSF registrierten Anbietern die vollen 18 Monate bis 1. Juli 2026, erklärt Elvinger Hoss (auf Englisch). Auch Zypern ließ die Firmen seines alten nationalen Registers bis zum 1. Juli 2026 weiterarbeiten. Polen ist ein Sonderfall: Registrierte Firmen durften bis 1. Juli 2026 arbeiten, doch kein Gesetz bestimmte eine MiCA-Behörde, also gab es keine Stelle für einen Antrag. Die Seite zu MiCA in Polen verfolgt diesen Fall bis zum Ende der Frist.

Nach der Frist: Abwicklung und Kundentransfer

Die ESMA legte ihre Erwartungen zum Fristende in einer Erklärung vom 17. April 2026 fest. Ein Anbieter ohne Zulassung braucht einen umsetzbaren Abwicklungsplan, muss seine Kunden vorab informieren und ihre Kryptowerte zu einem zugelassenen CASP oder in eine selbst verwahrte Wallet übertragen. Der Anbieter darf seine Dienste auch nicht über eine nicht zugelassene Firma auslagern. Firmen außerhalb der EU dürfen EU-Kunden nur über die enge Ausnahme der Reverse Solicitation bedienen.

Die französische Aufsicht AMF warnt in ihrer Zusammenfassung der ESMA-Erklärung (auf Englisch): Der MiCA-Schutz gilt nur gegenüber der zugelassenen EU-Gesellschaft, Kunden sollten also prüfen, mit welcher Firma der Vertrag besteht. Für eine Bank, die einen Kryptoanbieter für Verwahrung nutzt, gehört diese Prüfung in die Auslagerungsakte.

Finance Loop, der Treffpunkt für MiCA-Compliance

Finance Loop ist der Treffpunkt für Fachleute aus Banken, Brokern, Kryptofirmen und Kanzleien, die MiCA anwenden. Der Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier behandelte Compliance unter MiCAR, und Finance Loop stellt das MiCAR-Zertifikatsprogramm von EBS Executive School und HEUKING vor. Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communities bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Kommende Events zur Krypto-Regulierung

MiCA-Frist: Der 1. Juli 2026 ist vorbei

Die MiCA-Frist für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen war der 1. Juli 2026, der letzte Tag der längsten nationalen Übergangsfrist nach Artikel 143 Absatz 3. Die ESMA schrieb in ihrer Erklärung vom 17. April 2026 (auf Englisch), dass nach diesem Datum jeder Anbieter ohne MiCA-Lizenz gegen EU-Recht verstößt und seine Dienste für EU-Kunden einstellen muss. Die BaFin und die Financial Intelligence Unit folgten am 8. Juli 2026 mit einer Meldung: Nur noch Anbieter mit MiCA-Lizenz dürfen Kunden in der EU bedienen, und zugelassene CASPs müssen Kunden, die von nicht lizenzierten Anbietern wechseln, vollständig prüfen.

Wann endete die MiCA-Übergangsfrist?

Die MiCA-Übergangsfrist endete spätestens am 1. Juli 2026, und die Mitgliedstaaten konnten sie kürzen: Deutschland und Österreich beendeten sie am 31. Dezember 2025, Irland im Dezember 2025, die Niederlande am 1. Juli 2025.

Was passiert mit einem Kryptoanbieter ohne MiCA-Lizenz?

Der Kryptoanbieter muss den Dienst für EU-Kunden einstellen, geordnet abwickeln, Kunden vorab informieren und ihre Kryptowerte zu einem zugelassenen Anbieter oder in eine eigene Wallet übertragen. Die ESMA verlangt von den nationalen Aufsichten, dass sie diese Abwicklungspläne prüfen und durchsetzen.

Wie prüfe ich, ob ein Anbieter nach MiCA zugelassen ist?

Die ESMA führt ein vorläufiges MiCA-Register der zugelassenen CASPs, die nationalen Aufsichten eigene Listen. Die Seite zu europäischen Kryptobörsen zeigt, wie man das Register liest.

MiCA-Übergangsfrist und Finance Loop

Finance Loop behandelt MiCA im Themenfeld Risiko & Compliance, von der CASP-Lizenz bis zu den Regeln gegen Marktmissbrauch. Finance Loop bringt Compliance-Verantwortliche aus Banken, Brokern und Kryptofirmen mit Kanzleien und Aufsicht zusammen, bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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