Mittelherkunftsnachweis Krypto

Ein Mittelherkunftsnachweis für Kryptowerte erklärt, wo digitale Vermögenswerte oder Erlöse aus ihrem Verkauf bei einer konkreten Transaktion herkommen. Belege können den ursprünglichen Kauf mit späteren Übertragungen und dem heutigen Zahlungseingang verbinden. Die Vermögensherkunft betrifft dagegen die Frage, wie eine Person ihr gesamtes Vermögen aufgebaut hat.

Banken und andere Unternehmen mit Kundenprüfungen können diese Informationen benötigen, um eine kryptobezogene Transaktion einzuordnen. Börsenabrechnungen, Wallet-Daten und weitere Finanzunterlagen helfen, die Vorgeschichte zu rekonstruieren. Eine schlüssige Dokumentation verbindet Beträge und Zeitpunkte, damit das Unternehmen die Erklärung mit seinen Kenntnissen über den Kunden vergleichen kann.

Leere Transaktionsformulare, eine Hardware-Wallet und ein Bitcoin-Token stehen für Belege zur Herkunft von Krypto-Vermögen.

Mittelherkunft und Vermögensherkunft sind zwei Fragen

Die Mittelherkunft betrifft das Geld einer bestimmten Transaktion, etwa den Verkauf einer bestimmten Menge Bitcoin. Die Vermögensherkunft fragt weiter: Wie hat diese Person ihr Vermögen insgesamt aufgebaut, über Jahre aus Handel, Gehalt, Erbschaft oder einem Firmenverkauf? Eine Bank prüft die Mittelherkunft bei der Transaktion, die vor ihr liegt. Die Vermögensherkunft prüft sie, wenn das gesamte Profil eines Kunden Erklärung braucht, etwa bevor sie einen großen Neukunden mit längerer Krypto-Historie annimmt.

Warum Banken fragen: § 10 GwG

§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Geldwäschegesetz verpflichtet eine Bank, die Geschäftsbeziehung laufend zu überwachen und Transaktionen, soweit erforderlich, mit ihren Informationen über die Herkunft der Vermögenswerte abzugleichen. Die Pflicht endet nicht mit der Kontoeröffnung, sondern gilt, solange das Konto besteht; deshalb kann eine große Einzahlung mit Kryptobezug nach Jahren dieselbe Frage auslösen wie ein neues Konto. Die BaFin beaufsichtigt, wie Banken diese Regel anwenden, und eine Bank, die eine Transaktion ohne plausible Antwort verbucht, setzt sich selbst aufsichtsrechtlichen Risiken aus.

Was als Nachweis für Krypto-Mittel zählt

Bei Krypto verlangen Banken und Börsen meist mehrere Belege zusammen: Handelshistorien der Börse mit dem ursprünglichen Kauf, Transaktionsdaten der Wallet, die diesen Kauf mit den jetzt bewegten Mitteln verbinden, Steuererklärungen mit den angegebenen Krypto-Gewinnen und, bei größeren oder älteren Beständen, eine schriftliche Erklärung, wie die Aktivität über die Jahre verlief. Krypto-Börsen wie Bitpanda und Coinbase prüfen die Mittelherkunft selbst, bevor sie große Auszahlungen freigeben, nach derselben Logik wie eine Bank. Der Unterschied zum Nachweis für Euro-Guthaben liegt im Umfang: Dort reicht meist ein Kontoauszug, bei Krypto muss oft eine Kaufhistorie über mehrere Plattformen und Jahre rekonstruiert werden.

Was Notare beim Immobilienkauf prüfen

Ein Notar, der einen Immobilienkauf in Deutschland beurkundet, ist nach § 2 GwG selbst Verpflichteter. Zahlt der Käufer mit Krypto-Erlösen, muss der Notar die Mittelherkunft prüfen, bevor er den Kauf abwickelt, so wie eine Bank vor der Annahme einer Einzahlung. Hier hakt es oft, wenn jemand Krypto-Gewinne in eine Immobilie umschichten will: Der Kauf kommt nur so schnell voran, wie sich die Belege zusammentragen und prüfen lassen, und ein Notar, dem die Antwort nicht genügt, verzögert die Beurkundung oder lehnt sie ab.

Kommende Termine zu Compliance und digitalen Vermögenswerten

Finance Loop und Mittelherkunft bei Krypto

Finance Loop bringt Compliance-Verantwortliche und Vermögensverwalter zusammen, die Fragen zur Mittelherkunft ihrer Krypto-Kunden klären, bei Events wie When Banks Say 'No' in Frankfurt, wo es um Zahlungen unter Sanktions- und Geldwäscherecht ging. Die Mittelherkunft gehört zum Track Risiko & Compliance von Finance Loop, neben KYC und Krypto-AML.

Welche Unterlagen belegen die Herkunft von Krypto-Mitteln?

Handelsbestätigungen der Börse, Transaktionsdaten der Wallet, Kontoauszüge mit der ursprünglichen Euro-Einzahlung für den Kauf und Steuererklärungen mit den Gewinnen ergeben zusammen einen Mittelherkunftsnachweis. Bank oder Notar bewerten das Gesamtbild, weil sich eine Krypto-Historie oft über mehrere Plattformen erstreckt und kein einzelnes Dokument sie abdeckt.

Ist Mittelherkunft dasselbe wie KYC?

KYC klärt, wer der Kunde ist: Identität, wirtschaftlich Berechtigte und Zweck des Kontos. Der Mittelherkunftsnachweis klärt, woher eine bestimmte Summe stammt. Ein Kunde kann die Identitätsprüfung bestehen und trotzdem an der Mittelherkunft scheitern, wenn der Ursprung des Geldes unklar bleibt. Wie sich Identitäts- und Geldwäscheprüfung aufteilen, erklärt die Antwort KYC vs. AML.

Warum verlangen Krypto-Börsen einen Nachweis?

Eine Krypto-Börse, die in der EU tätig ist, ist nach Geldwäscherecht Verpflichtete und muss wissen, dass die Mittel auf ihrer Plattform nicht aus Straftaten stammen. Nachweise verlangt sie meist bei großen Ein- oder Auszahlungen oder wenn sich das Verhalten eines Kunden ändert. Damit schützt sie ihre eigene Lizenz ebenso, wie sie den Kunden prüft.

Mittelherkunft bei Krypto und Finance Loop

Die Mittelherkunft bei Krypto ist ein festes Thema der Compliance-Events von Finance Loop, darunter When Banks Say 'No' in Frankfurt, wo Sanktions- und Geldwäscherecht für Payments- und Treasury-Teams auf der Agenda standen. Das Thema gehört zum Track Risiko & Compliance, neben KYC und Krypto-AML.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen.

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