Open Banking Schweiz
Open Banking in der Schweiz ermöglicht Kunden, Kontoinformationen zwischen teilnehmenden Banken und Finanzdienstleistern zu teilen. Der Kunde entscheidet, ob eine Verbindung hergestellt wird, über die technische Schnittstellen die vereinbarten Daten austauschen. Schweizer Open Banking entwickelt sich durch die Zusammenarbeit der Finanzbranche, darunter Multibanking-Angebote, die Konten verschiedener Banken in einer App zusammenführen.
Open Banking schafft einen gemeinsamen Überblick über die eigenen Finanzen und stellt Kontoinformationen für Dienste wie Budgetplanung und Ausgabenanalyse bereit. Banken und Fintechs vereinbaren die technische Anbindung und den Umgang mit den Berechtigungen der Kunden. Bei diesem branchengetragenen Ansatz hängt die Verfügbarkeit eines bestimmten Dienstes davon ab, welche Institute und Anbieter teilnehmen.
Marktlösung mit Zielen des Bundes
Anders als in der EU und im UK müssen Finanzinstitute in der Schweiz Dritten keinen Zugriff auf Kundendaten geben. Der Bundesrat veröffentlichte am 16. Dezember 2022 Ziele für Open Finance (auf Englisch): höchstens ein empfohlener Standard pro Geschäftsfeld, Schnittstellen auf Wunsch des Kunden für alle sicheren Drittanbieter, andere Finanzinstitute eingeschlossen, mindestens in den wichtigsten Geschäftsfeldern, mit Daten in Echtzeit und, wo sinnvoll, mit Schreib- und Lesezugriff.
Im Juni 2024 hielt der Bundesrat die Fortschritte für ausreichend und schlug keine Regulierung vor. Seine Bilanz vom 12. Dezember 2025 (auf Englisch) fiel gemischt aus: Das Multibanking der Banken wertete er als Fortschritt, anderswo, auch bei Versicherungen, gehe es langsam voran; das Finanzdepartement soll messbare Indikatoren festlegen. Gesetzliche Pflichten bleiben eine Option.
bLink und der Start von Multibanking
bLink (auf Englisch) ist die Open-Banking-Plattform der SIX, der Betreiberin der Schweizer Börse und der Zahlungssysteme. bLink wickelt den Datenaustausch zwischen Banken und Drittanbietern ab, stets mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden. Swiss Fintech Innovations startete die Multibanking-Initiative 2022, im Mai 2023 unterzeichneten zahlreiche Banken ein von der Bankiervereinigung koordiniertes Memorandum of Understanding.
Multibanking für Privatkunden ging am 25. November 2025 live, mit acht Banken und zwei Fintechs zum Start und mehr als 30 Banken mit Schnittstelle. Kunden sehen Konten anderer Banken in der App ihrer Bank oder eines Drittanbieters. Einzelheiten, auch zum Angebot von PostFinance, stehen unter Multibanking.
Standards: Common API und OpenWealth
Ohne technische Vorgaben einer Aufsicht einigen sich Schweizer Banken auf Branchenstandards. Swiss Fintech Innovations definiert gemeinsame API-Standards für Zahlungen, Kredite und Vorsorge. In der Vermögensverwaltung pflegt die OpenWealth Association in Zürich einen offenen API-Standard, der Banken und Wealthtechs verbindet, mit APIs für Depotdaten, Kundenstamm und Ordererteilung.
Der Unterschied zur EU ist das Zugriffsrecht. Dort muss eine Bank ihre Zahlungskonto-Schnittstelle jedem zugelassenen Anbieter öffnen, meist nach dem Berlin-Group-Standard. Eine Schweizer Bank entscheidet per Vertrag, welche Dritten sie zulässt. FIDA gälte in der Schweiz nicht.
Kommende Events zu Payments und Open Banking
Finance Loop und Open Banking in der Schweiz
Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Open Banking bauen und beaufsichtigen, und bringt Schweizer und deutsche Teams dort zusammen, wo ihre Arbeit die Grenze kreuzt. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop war Partner von GFTN beim Point Zero Forum 2026 im Kongresshaus Zürich. Die Zürcher Szene beschreibt Fintech in Zürich, die Schweizer Regeln für digitale Vermögenswerte Krypto-Regulierung in der Schweiz.
Gilt die PSD2 in der Schweiz?
Nein. Die Schweiz gehört nicht zur EU, die PSD2 gilt dort nicht. Schweizer Banken müssen Dritten keinen Kontozugriff geben; sie tun es per Vertrag, meist über die Plattform bLink der SIX.
Gibt es ein Open-Banking-Gesetz in der Schweiz?
Derzeit nicht. Der Bundesrat setzte im Dezember 2022 Ziele für Open Finance und verlässt sich bisher auf die Branche. Im Dezember 2025 blieb er dabei und kündigte messbare Indikatoren an.
Was ist bLink?
bLink ist die Open-Banking-Plattform der SIX. bLink vereinheitlicht den Datenaustausch zwischen Schweizer Banken und Drittanbietern und ist die technische Basis des Multibankings, das Schweizer Banken im November 2025 für Privatkunden starteten.
Open Banking in der Schweiz und Finance Loop
Finance Loop behandelt Open Banking in der Schweiz im Track Zahlungsverkehr & digitales Geld, neben Open Banking in Deutschland, FIDA und Multibanking. Teams von Schweizer und deutschen Banken, Fintechs und Wealthtechs treffen sich bei Finance-Loop-Events.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.