Stablecoins für Banken in Europa und Deutschland

Eine Bank begegnet Stablecoins als Emittentin eines eigenen Tokens, als Verwahrerin von Reserven und Kundenbeständen und als Kontobank an beiden Enden einer Zahlung. In der EU darf ein Kreditinstitut nach MiCA einen E-Geld-Token ohne zweite Lizenz ausgeben. Termine stehen im Kalender unten.

Unterlagen zum Reserveabgleich eines von einer Bank ausgegebenen Euro-Tokens

Stablecoins nach MiCA ausgeben

Nach Artikel 48 MiCA (auf Englisch) dürfen nur Kreditinstitute und E-Geld-Institute einen E-Geld-Token in der EU öffentlich anbieten. Eine Bank hat die erste dieser Lizenzen schon. Sie übermittelt der Aufsicht ein Kryptowert-Whitepaper und gibt den Token dann aus. Inhaber tauschen ihn nach Artikel 49 (auf Englisch) jederzeit kostenlos zum Nennwert zurück, Artikel 50 (auf Englisch) verbietet Zinsen.

Am Zinsverbot beginnt die Entscheidung der Bank. Eine tokenisierte Einlage bleibt eine Einlage in der Bankbilanz und darf verzinst werden. Ein E-Geld-Token ist ein Inhabertoken mit einer Reserve, die der Emittent getrennt hält. Banken, die einen Token für Firmenkunden und DLT-Abwicklung wollen, vergleichen beides vorher.

Banken, die Euro-Stablecoins ausgeben

Société Générale war früh dran. Ihre Digital-Asset-Einheit SG-FORGE (auf Englisch) brachte EUR CoinVertible (EURCV) im April 2023 auf Ethereum für institutionelle Kunden heraus. Ab 1. Juli 2024 stellte SG-FORGE den Token als E-Geld-Token nach MiCA neu auf und hob das Whitelisting auf. SG-FORGE hat eine E-Geld-Lizenz der französischen ACPR.

Andere Banken bauen gemeinsam. Zehn europäische Banken, darunter BNP Paribas, ING und UniCredit, gründeten in Amsterdam Qivalis für einen gemeinsamen Euro-Stablecoin; die Seite zu Euro-Stablecoins beschreibt das Konsortium. In Deutschland gibt AllUnity, gegründet von DWS, Flow Traders und Galaxy, EURAU mit BaFin-Lizenz aus. Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, UniCredit und Helaba testeten mit Industriekunden den Commercial Bank Money Token.

Verwahrung, Abwicklung und die Einlagenfrage

Eine Bank verdient auch ohne eigenen Token. BNY ist Hauptverwahrer der Reserven (auf Englisch) von Ripples Dollar-Stablecoin RLUSD und bewegt Reservegeld für Umtausche. In den USA dürfen nach dem GENIUS Act Töchter versicherter Einlagenbanken Stablecoins ausgeben, so eine Analyse von Skadden (auf Englisch). Ein Leitfaden von Tatum (auf Englisch) teilt die Optionen in eigene Ausgabe, Konsortium und Anbindung bestehender Stablecoins per API.

Die EZB sieht die Gefahr auf der Einlagenseite. Ein Blogbeitrag der EZB (auf Englisch) warnt, verzinste Stablecoins könnten Banken Einlagen entziehen, mit denen sie Kredite finanzieren. Die Seite zur EZB behandelt diese Debatte.

Kommende Events zu Stablecoins und digitalem Geld

Finance Loop und Banken mit Stablecoin-Plänen

Finance Loop ist der Treffpunkt für Banker, die zwischen Ausgabe, Verwahrung und Anbindung von Stablecoins entscheiden. Bei Capital & Code in Frankfurt, veranstaltet von AllUnity, mit Finance Loop als Medienpartner, debattieren Bundesbank, J.P. Morgan und Ubyx Zentralbankgeld gegen Einlagen, tokenisierte Einlagen und Stablecoins. Finance Loop unterstützte die Bybit EU x Circle Roadshow mit Panels zu USDC und EURC. Venturebloxx und Finance Loop erstellen den Report The Future of Money in Europe mit Beiträgen von J.P. Morgan Kinexys, Commerzbank und Monerium.

Dürfen Banken Stablecoins ausgeben?

Ja. In der EU darf ein Kreditinstitut nach Übermittlung eines Whitepapers einen E-Geld-Token unter seiner Banklizenz ausgeben. In den USA erlaubt der GENIUS Act das Töchtern versicherter Einlagenbanken.

Was unterscheidet einen Bank-Stablecoin von einer tokenisierten Einlage?

Ein Bank-Stablecoin ist ein E-Geld-Token: eine Inhaberforderung mit eigener Reserve, rückzahlbar zum Nennwert, ohne Zinsen. Eine tokenisierte Einlage bleibt eine Einlage in der Bankbilanz. Die Vergleichsantwort erklärt beides.

Arbeiten Banken in Deutschland an Stablecoins?

AllUnity, gegründet von DWS mit Flow Traders und Galaxy, gibt den Euro-Stablecoin EURAU aus Frankfurt aus. Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, UniCredit und Helaba arbeiteten an einem gemeinsamen Einlagentoken. Details stehen auf der Seite zu Stablecoins in Deutschland.

Stablecoins für Banken und Finance Loop

Finance Loop behandelt Bank-Stablecoins und Einlagentoken im Themenfeld Payments & digitales Geld. Finance Loop ist Medienpartner von Capital & Code, veranstaltet vom Euro-Stablecoin-Emittenten AllUnity in Frankfurt, und strategischer Partner der Digital Euro Association.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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