EZB Stablecoins
Die Europäische Zentralbank untersucht Stablecoins, weil privat ausgegebenes digitales Geld Zahlungen und das Finanzsystem beeinflussen kann. Ein an eine Währung gebundener Token verändert möglicherweise, wie Menschen Geld halten und zwischen Diensten übertragen. Dabei entstehen Fragen zu Deckungswerten, Rücktausch, Bankenfinanzierung und der Währung, in der Transaktionen erfolgen.
Die EZB betrachtet Stablecoins zusammen mit dem MiCA-Rahmen und öffentlicher Zahlungsinfrastruktur. Der geplante digitale Euro und Abwicklung in Zentralbankgeld betreffen unterschiedliche Teile dieser Infrastruktur. Zentralbankgeld, Bankeinlagen und private Token unterscheiden sich durch Emittenten und Risikostrukturen.
Was die EZB beunruhigt
Im EZB-Blogbeitrag From hype to hazard: what stablecoins mean for Europe (auf Englisch) beziffert Jürgen Schaaf, Berater im Bereich Marktinfrastruktur und Zahlungsverkehr, den Anteil der Dollar-Stablecoins am Markt auf etwa 99 Prozent und Euro-Stablecoins auf unter 350 Millionen Euro. Analysten erwarten laut Jürgen Schaaf ein Wachstum von 230 Milliarden Dollar 2025 auf 2 Billionen bis Ende 2028.
Daraus folgen zwei Risiken: Verzinste Stablecoins könnten Banken Einlagen entziehen, mit denen sie Kredite finanzieren. Und Dollar-Stablecoins könnten die Kontrolle der EZB über die Geldpolitik schwächen, wie in dollarisierten Volkswirtschaften. Ein EZB-Arbeitspapier (auf Englisch) fand, dass Stablecoins Einlagen abziehen und Dollar-Token US-Geldpolitik in den Euroraum tragen können.
Multi-Issuance: ein Token, zwei Emittenten
Bei einem Multi-Issuer-Modell geben ein EU- und ein Nicht-EU-Unternehmen einen rechtlich identischen Token gemeinsam aus, mit Reserven an beiden Orten. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (auf Englisch) verabschiedete dazu die Empfehlung ESRB/2025/9. In einem Run könnten Inhaber außerhalb der EU beim EU-Emittenten zurücktauschen, wo MiCA Gebühren verbietet, und EU-Inhaber schutzlos lassen. Der Ausschuss bat die Kommission, solche Modelle unter MiCA nicht zuzulassen, andernfalls um Schutzvorkehrungen, die meisten bis Ende 2026.
EZB-Bedingungen für Euro-Stablecoins
In diesem Blogbeitrag unterstützt Jürgen Schaaf gut regulierte Euro-Stablecoins mit hohen Standards und wirksamer Risikobegrenzung. Daneben setzt die EZB den digitalen Euro für Zahlungen an der Kasse und Abwicklung tokenisierter Werte in Zentralbankgeld über Pontes und Appia. Für Banken verweist die EZB auf tokenisierte Einlagen mit der Bonität regulierter Institute.
Kommende Events zu Stablecoins und digitalem Euro
Finance Loop und die Stablecoin-Debatte der EZB
Die EZB in Frankfurt hat ihren Sitz in derselben Stadt wie Finance Loop. Finance Loop ist Partner der Digital Euro Association, deren Digital Euro Conference Zentralbanken, Geschäftsbanken und Fintechs zu digitalem Euro und Stablecoins zusammenbringt. Bei Capital & Code, mit Finance Loop als Medienpartner, debattiert die Bundesbank Zentralbankgeld gegen tokenisierte Einlagen und Stablecoins.
Zahlungsverkehr & digitales Geld
Risiko & Compliance
Ist die EZB gegen Stablecoins?
Die EZB sieht Risiken für Bankfinanzierung und Währungshoheit, vor allem durch Dollar-Stablecoins. Die EZB unterstützt gut regulierte Euro-Stablecoins und will den digitalen Euro und Abwicklung in Zentralbankgeld daneben.
Was sind Multi-Issuance-Stablecoins?
Multi-Issuance-Stablecoins sind Token, die ein EU-Unternehmen und eines außerhalb der EU gemeinsam ausgeben, mit identischen Token und Reserven an beiden Orten. Der ESRB bat die Kommission, sie unter MiCA nicht zuzulassen.
Wie hängt der digitale Euro mit Stablecoins zusammen?
Der digitale Euro wäre Zentralbankgeld für Alltagszahlungen, ein Stablecoin ist eine Forderung gegen einen privaten Emittenten. Die Antwort zu Stablecoin vs. CBDC vergleicht beides.
Die EZB, Stablecoins und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Stablecoin-Politik der EZB im Themenfeld Zahlungsverkehr & digitales Geld, neben digitalem Euro und tokenisierten Einlagen. Finance Loop ist Medienpartner von Capital & Code, veranstaltet vom Euro-Stablecoin-Emittenten AllUnity in Frankfurt, und Partner der Digital Euro Association.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.