Verstärkte Sorgfaltspflichten

Verstärkte Sorgfaltspflichten (EDD) umfassen zusätzliche Untersuchungen und Überwachung bei Kundenbeziehungen mit höherem Risiko. Banken, Zahlungsinstitute und Kryptowerte-Dienstleister benötigen Nachweise, die das konkret festgestellte Risiko erklären. Die Prüfung untersucht die Kundenbeziehung über die bei allgemeinen Kundensorgfaltspflichten erhobenen Angaben hinaus.

Neue Technologien können Untersuchende dabei unterstützen, Eigentumsangaben mit Transaktionsverläufen und externen Risikosignalen zu verbinden. Blockchain-Analysen und Beziehungsgraphen können Verbindungen sichtbar machen, die nähere Untersuchung verdienen. Das Institut benötigt weiterhin eine begründete Entscheidung über Nachweise, verbleibendes Risiko und Bedingungen für die Fortführung der Beziehung.

Vertreter von Finance Loop und Digital Euro Association bei ihrer Partnerschaftsankündigung

Wann verstärkte Sorgfaltspflichten gelten

Höheres Risiko kann vom Kunden, der Eigentümerstruktur oder den untersuchten Transaktionen ausgehen. Nach § 15 des deutschen Geldwäschegesetzes ergänzen verstärkte Maßnahmen allgemeine Kundenprüfungen und richten sich nach den jeweiligen Umständen. Für politisch exponierte Personen und bestimmte Beziehungen zu Hochrisikostaaten gelten besondere Anforderungen nach den anwendbaren Regeln.

Eine ungewöhnliche Transaktion erfordert die Untersuchung von Hintergrund und wirtschaftlichem Zweck, bevor das Institut eine Schlussfolgerung zieht. Eine komplexe Struktur kann eine rechtmäßige Erklärung haben, die das Prüfteam in der Fallakte untersuchen sollte. Teams müssen ungeklärte Risikoindikatoren von belegten Tatsachen über den Kunden und die geplante Tätigkeit unterscheiden.

AMLR-Zeitplan und Anforderungen an Kundenprüfungen

Die Verordnung (EU) 2024/1624 gilt grundsätzlich ab dem 10. Juli 2027 und schafft das EU-Regelwerk zur Geldwäscheprävention. Die Verordnung enthält verstärkte Kundenmaßnahmen, während das EU-Geldwäschepaket außerdem Aufsicht und nationale institutionelle Strukturen behandelt. Institute müssen künftige Anforderungen mit den bereits für ihre Tätigkeiten geltenden Regeln vergleichen.

AMLA übermittelte endgültige Entwürfe der Standards für den Privatsektor am 1. Oktober 2026 an die Europäische Kommission. Die AMLA-Standardentwürfe benötigen Annahme und Veröffentlichung, bevor sie verbindliche delegierte Rechtsvorschriften werden. Ihre vorgeschlagenen Anwendungsregeln müssen vom bereits in der Verordnung festgelegten Anwendungsdatum getrennt bleiben.

Blockchain-Analysen für verstärkte Sorgfaltspflichten bei Krypto

Bei Kryptowerte-Dienstleistungen kann eine Untersuchung Kundenerklärungen mit beobachtbaren Transfers auf einer unterstützten Blockchain verbinden. EBA-Leitlinien für Kryptowerte-Dienstleister berücksichtigen Blockchain-Analysen als mögliche Maßnahmen zur Steuerung von Geldwäscherisiken. Analysten sollten feststellen, welche Netzwerke und Transaktionsarten das ausgewählte Werkzeug tatsächlich abdeckt.

Eine praktische Prüfung kann Transaktions-Hashes und Transferzeiten mit vom Kunden bereitgestellten Börsenunterlagen vergleichen. Untersuchende sollten Grundlage und Datum jeder Dienstzuordnung dokumentieren, die einer Adresse zugewiesen wird. Ein Expositionswert benötigt Interpretation anhand der Kundennachweise und der Grenzen der verfügbaren Zuordnung.

Beziehungsgraphen und Untersuchungen wirtschaftlicher Berechtigung

Ein Beziehungsgraph kann die in einer Untersuchung vorkommenden Unternehmen, Personen und Konten ordnen. Verbindungen zwischen diesen Datensätzen benötigen eine benannte Quelle und eine eindeutige Bedeutung. Eine gemeinsame Adresse kann eine mögliche Verbindung erklären, während belegtes Eigentum Nachweise für diese eigenständige Schlussfolgerung erfordert.

Untersuchende können mit KYB-Prüfungen Unternehmensidentität und wirtschaftliche Berechtigung untersuchen, bevor sie Finanzströme bewerten. Der Graph sollte unsichere Treffer getrennt von durch verlässliche Unterlagen gestützten Beziehungen führen. Eine prüfende Person entscheidet anschließend, welche fehlenden Eigentumsangaben weitere Untersuchungen oder Rückfragen beim Kunden erfordern.

KI-gestützte Untersuchung und verantwortete Freigabe

FATF-Empfehlungen zu neuen Technologien für die Geldwäscheprävention behandeln fortgeschrittene Analysen sowie Umsetzungs- und Datenschutzgrenzen. In einem EDD-Ablauf kann maschinelle Unterstützung Fallnachweise ordnen oder Informationen für Untersuchungen priorisieren. Teams sollten prüfen, ob jede erzeugte Aussage zur zugrunde liegenden Quelle zurückverfolgt werden kann.

Eine Fallzusammenfassung sollte widersprüchliche Nachweise erhalten und die Annahme oder Ablehnung einer vorgeschlagenen Schlussfolgerung begründen. KI in der Geldwäscheprävention benötigt deshalb ein festgelegtes Prüfverfahren und dokumentierte betriebliche Grenzen. Bei erforderlicher Führungsgenehmigung sollte der Freigabevermerk den Entscheidungsträger und die berücksichtigten Nachweise benennen.

Checkliste verstärkter Sorgfaltspflichten für Umsetzungsteams

Eine Umsetzungscheckliste sollte beim Risikoauslöser und den daraus entstehenden zusätzlichen Fragen beginnen. Das Team weist Nachweisanfragen anschließend den zuständigen Untersuchenden zu und dokumentiert offene Punkte. Nachweise zur Herkunft einer Zahlung sollten von Erklärungen zum angesammelten Vermögen unterschieden werden.

Vor einer Systemauswahl können Käufer einen Fall mit widersprüchlichen Eigentumsangaben und unsicherer Adresszuordnung testen. Der Test sollte zeigen, wie Untersuchende eine Annahme korrigieren und wie die Korrektur zur Freigabewarteschlange gelangt. Käufer sollten ebenfalls prüfen, ob Prüfende die Nachweise für eine frühere Entscheidung abrufen können.

Verstärkte Überwachung nach der Kundenannahme

Beziehungen mit höherem Risiko benötigen laufende Prüfungen, die zu den Gründen der Risikoerhöhung passen. Transaktionsmonitoring kann Untersuchungsauslöser liefern, wenn beobachtete Aktivitäten von der erwarteten Beziehung abweichen. Ein neuer wirtschaftlich Berechtigter oder unerklärte Änderungen im Zahlungsverhalten können eine erneute Bewertung der Kundenakte erfordern.

Teams sollten festlegen, welche Änderungen die Untersuchung wiedereröffnen und wer über erforderliche Reaktionen entscheidet. Eine abgeschlossene Screening-Aufgabe beantwortet nicht jede durch die weitere Kundenbeziehung entstehende Frage. Die laufende Prüfung sollte neue Nachweise mit der bestehenden Begründung für die Kundenannahme verbinden.

Verstärkte Sorgfaltspflichten und Finance Loop

Finance Loop verbindet Fachleute für neue Technologien im Finanzwesen über europäische Märkte hinweg. Die dokumentierte Partnerschaft mit der Digital Euro Association unterstützt den Wissensaustausch über digitales Geld. Finanzinstitute und RegTech-Unternehmen können einschlägige Expertise für Blockchain-Analysen und technologiegestützte Kundenuntersuchungen besprechen. Unternehmen können Kontakte oder fachlichen Austausch zu den praktischen Fragen ihrer EDD-Umsetzung anfragen.

Das Experten-Netzwerk bringt Finanzfachleute mit Teams zusammen, die neue Technologien entwickeln und anwenden. Unternehmen können Finance Loop zu relevanten beruflichen Kontakten ansprechen, die ihre Arbeit an Kundenrisiken und Finanztechnologie unterstützen.

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