Zero-Knowledge-Proof
Ein Zero Knowledge Proof ist ein kryptografischer Nachweis, mit dem eine Partei die Gültigkeit einer Aussage belegen kann, ohne die zugrunde liegenden vertraulichen Informationen offenzulegen. Die andere Partei prüft den Nachweis, statt sämtliche Ausgangsdaten zu erhalten. So lässt sich eine Aussage überprüfen, ohne ihre vertrauliche Datengrundlage weiterzugeben.
Entwickler nutzen solche Verfahren für vertrauliche Transaktionen und zur Prüfung von Berechnungen, ohne deren vollständige Datengrundlage offenzulegen. Finanzanwendungen können damit die Berechtigung eines Teilnehmers oder die Gültigkeit einer Transaktion bestätigen und ausgewählte Details vertraulich halten. Der Schutz hängt von der geprüften Aussage und dem Systemaufbau ab; ein Nachweis macht nicht automatisch die gesamte Transaktion anonym.
So funktioniert ein Zero Knowledge Proof
Beim Zero Knowledge Proof überzeugt ein Beweiser einen Prüfer davon, dass eine Aussage gilt, und der Prüfer erfährt nichts darüber hinaus. Das Verfahren hat drei Eigenschaften: Ein ehrlicher Beweiser überzeugt den Prüfer von einer wahren Aussage, ein unehrlicher kaum von einer falschen, und der Prüfer gewinnt keine weitere Information. Das Standardbeispiel ist der Nachweis, über 18 zu sein, ohne das Geburtsdatum zu nennen.
Shafi Goldwasser, Silvio Micali und Charles Rackoff haben das Konzept 1985 formalisiert. Frühe Beweise liefen interaktiv über mehrere Nachrichten; die Fiat-Shamir-Heuristik macht viele davon nicht interaktiv, also zu einer einzigen Nachricht, die jeder später prüfen kann. Diese Form nutzen Blockchains, weil jeder Knoten denselben Beweis prüfen kann, ohne den Beweiser zu fragen.
Zuerst der Zahlungsverkehr: vertrauliche Transaktionen
Auf einer öffentlichen Blockchain sieht jeder Nutzer Beträge, Salden und Gegenparteien. Das IT Finanzmagazin nennt das in seinem Beitrag mit DSGV und LBBW einen Dealbreaker für regulierte Institute. Mit einem Zero Knowledge Proof prüft das Netz, ob eine Transaktion korrekt ist, ohne Parteien oder Betrag zu sehen. Viewing Keys geben ausgewählten Aufsehern vollen Einblick, sodass die Bank Geldwäsche-Compliance weiter nachweisen kann. Christian Schäfer, Leiter Payment beim DSGV, sagt dort, für Banken sei nie ein einzelner technischer Standard ausschlaggebend; Regulierung, Datenschutz und Bankgeheimnis müssten zusammenpassen.
Dieselbe Frage prägt das Design von Zentralbankgeld. Ein Bericht von Mina Foundation und Etonec (auf Englisch) schlug eine CBDC vor, bei der Zahlungsdaten zwischen Zahler und Empfänger bleiben und eine Behörde sie nur bei festgelegten Schwellen sieht. Er verweist auf eine EZB-Umfrage von 2021, in der Bürger Privatsphäre als wichtigste Eigenschaft eines digitalen Euro nannten.
Weitere Einsätze im Finanzwesen
Zero-Knowledge-Rollups bündeln viele Transaktionen außerhalb der Hauptchain und legen dort einen Beweis für ihre Gültigkeit ab, was die Kosten je Zahlung senkt; die Antwort zu Layer-2-Blockchains vergleicht sie mit Optimistic Rollups. Bei Identitäten kann ein Zero Knowledge Proof zeigen, dass eine Wallet einem geprüften Kunden gehört, ohne dessen Daten an jede Anwendung zu senden; darauf baut On-Chain-KYC. Zur Abwicklung sagt Friederike Burckhardt, Leiterin Digital Assets der LBBW, im selben Beitrag: Lieferung gegen Zahlung braucht eine technisch verlässliche und rechtlich finale Geldseite, etwa Wholesale-Zentralbankgeld oder Einlagen-Token.
Kommende Events zu Blockchain-Infrastruktur in Deutschland
Finance Loop und Zero Knowledge Proofs
Privatsphäre und programmierbares Geld sind Themen der Digital Euro Conference in Frankfurt, veranstaltet von der Digital Euro Association, einem Partner von Finance Loop. Finance Loop behandelt die Kryptografie hinter digitalen Werten auch auf den Seiten zu Post-Quanten-Kryptografie und MPC-Wallets und verbindet beide mit Fragen der Abwicklung und Zahlung.
Digitale Infrastruktur & Souveränität
Zahlungsverkehr & digitales Geld
Risiko & Compliance
Was ist ein Zero Knowledge Proof?
Ein kryptografischer Beweis, dass eine Aussage stimmt, der nichts darüber hinaus verrät. Eine Bank kann so die Gültigkeit einer Zahlung belegen, ein Kunde sein Alter, ohne die Daten offenzulegen.
Was ist ein ZK-Rollup?
Ein Layer-2-Netz, das Transaktionen außerhalb einer Hauptchain ausführt und dort einen einzigen Zero Knowledge Proof ihrer Gültigkeit ablegt. Die Hauptchain prüft den Beweis statt jeder Transaktion, das senkt die Kosten je Zahlung.
Sieht die Aufsicht eine per Zero Knowledge Proof geschützte Zahlung?
Ja, wenn das Design es vorsieht. Mit Viewing Keys gibt eine Bank ausgewählten Behörden vollen Zugriff, während andere Nutzer der Chain nur sehen, dass jede Transaktion gültig ist.
Wer hat den Zero Knowledge Proof erfunden?
Shafi Goldwasser, Silvio Micali und Charles Rackoff haben das Konzept 1985 formalisiert. Nicht interaktive Beweise, die Blockchains nutzen, kamen später.
Zero Knowledge Proofs und Finance Loop
Finance Loop behandelt Zero Knowledge Proofs im Themenfeld Digitale Infrastruktur & Souveränität, mit Blick auf vertrauliche Zahlungen und Abwicklung auf gemeinsamen Registern. Finance Loop bringt Fachleute von Banken, Zahlungsdienstleistern, Aufsicht und Kryptografie bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.