Dynamische Währungsumrechnung

Dynamic Currency Conversion (DCC) ermöglicht Karteninhabern, an einer ausländischen Kasse oder einem Geldautomaten in der Währung ihres Kartenkontos zu bezahlen. Händler oder Automatenbetreiber veranlassen die Umrechnung und zeigen den Betrag vor der Bestätigung an. Alternativ erfolgt die Zahlung in Landeswährung mit Umrechnung durch den Kartenanbieter.

DCC zeigt den Betrag eines Einkaufs oder einer Abhebung vor Abschluss der Transaktion in einer vertrauten Währung an. Der angebotene Wechselkurs kann einen Aufschlag enthalten, der zusammen mit weiteren Gebühren betrachtet werden muss. Wer weiß, welcher Anbieter die Umrechnung übernimmt, kann die verfügbaren Zahlungsoptionen besser vergleichen.

Kartenterminal mit Auswahl zwischen EUR und GBP

Wie DCC funktioniert und was es kostet

Zahlen Sie mit einer deutschen Karte in Zürich oder London, fragt das Terminal womöglich: Landeswährung oder Euro? Wählen Sie Euro, rechnet der Anbieter des Terminals zu seinem Kurs um, mit Aufschlag. Wählen Sie die Landeswährung, rechnet Ihr Kartenherausgeber zu seinem Kurs um, eventuell mit Auslandseinsatzentgelt. Die IndusInd Bank (auf Englisch) nennt typisch 3 bis 5 % DCC-Aufschlag bei Karten. One Mile at a Time (auf Englisch) dokumentierte einen Geldautomaten mit 12,95 % Umrechnungsgebühr bei DCC und nennt DCC fast nie ein gutes Geschäft.

Wer am Aufschlag verdient

DCC ist ein Dienst von Zahlungsanbietern und Acquirern, und Händler und Automatenbetreiber erhalten je DCC-Zahlung eine Provision, so One Mile at a Time. Deshalb wählen manche Terminals die Heimatwährung vor. Für Händler und Acquirer ist es eine Einnahme aus ausländischen Karten, ein Thema für Merchant Acquiring und Kartenzahlung in Deutschland.

EU-Regeln zur Preisangabe

Die Verordnung (EU) 2019/518 verpflichtete Kartenanbieter in der EU, die gesamten Umrechnungsentgelte als prozentualen Aufschlag auf den letzten Euro-Referenzkurs der EZB anzugeben, vor der Zahlung. Betreiber von Automaten und Terminals müssen das anzeigen und auf die Zahlung in der Währung des Händlers hinweisen. Das gilt seit 19. April 2020, und seit 19. April 2021 schickt der Kartenherausgeber nach einer Kartenzahlung in einer anderen EU-Währung zudem eine elektronische Nachricht mit dem Aufschlag, höchstens monatlich je Währung, abbestellbar. Heute stehen die Regeln in der Verordnung (EU) 2021/1230, die grenzüberschreitende Zahlungen regelt.

Online und bei Überweisungen

Dieselbe Verordnung erfasst Umrechnungen im Online-Banking und in Apps: Vor einer Überweisung mit Umrechnung zeigt der Anbieter die geschätzten Umrechnungsentgelte und den geschätzten Gesamtbetrag in der Kontowährung. Der Bezug auf den EZB-Referenzkurs macht Angebote vergleichbar, auch wenn der tatsächliche Kurs davon abweichen kann.

Kommende Payments-Events

Im Ausland in Landeswährung oder Euro zahlen?

Zahlen in Landeswährung ist meist günstiger, weil Ihr Kartenherausgeber umrechnet und sein Kurs plus Auslandseinsatzentgelt meist unter dem DCC-Aufschlag liegt. Die EU-Angabe am Terminal zeigt den Aufschlag in Prozent über dem EZB-Kurs, damit Sie vor dem Bestätigen vergleichen.

Ist DCC erlaubt?

Ja, sofern der Zahler die Wahl hat und informiert wird. EU-Recht verlangt, den Aufschlag vor der Zahlung anzugeben und die Zahlung in der Währung des Händlers als Option zu zeigen.

Was ist eine Umrechnungsgebühr?

Eine Umrechnungsgebühr ist das Entgelt für die Umrechnung einer Zahlung in eine andere Währung. Das Entgelt kann als eigene Gebühr erscheinen oder im Kurs stecken. Nach EU-Recht geben Kartenanbieter es als prozentualen Aufschlag auf den EZB-Referenzkurs an.

DCC und Finance Loop

Finance Loop verbindet Karten-, Acquiring- und Payments-Teams in Deutschland, die entscheiden, wie eine Zahlung im Ausland bepreist wird. Finance Loop veranstaltet eigene Formate in Frankfurt und Berlin zu Kartenzahlung und Echtzeitüberweisung, und seine Mitglieder treffen die Branche bei Payment Exchange in Berlin.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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