European Payments Initiative

Die European Payments Initiative, kurz EPI, ist ein Zahlungsunternehmen mit Sitz in Brüssel, das 18 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern gehört. EPI betreibt Wero, eine Wallet, die Geld als Echtzeitüberweisung binnen zehn Sekunden von einem Bankkonto auf ein anderes bringt. Kunden nutzen Wero in der App ihrer eigenen Bank oder in der separaten Wero-App, sodass eine Zahlung weder eine Kartennummer noch ein Zwischenkonto braucht.

EPI legt die Regeln des Wero-Verfahrens fest, betreibt die Plattform dahinter und nimmt Banken und Akzeptanzdienstleister als Mitglieder auf. Die Banken bieten die Wallet ihren Kunden an, während Acquirer Onlineshops und Geschäfte anbinden, damit diese Wero an der Kasse annehmen. Außerdem gehören EPI das niederländische Online-Zahlverfahren iDEAL und der luxemburgische Zahlungsdienst Payconiq, deren Nutzer EPI zu Wero überführt.

Gesellschafter und Mitgliedsbanken

EPI entstand im Juli 2020, als 16 Banken aus Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien in Brüssel eine Interimsgesellschaft gründeten. Heute hat EPI 18 Gesellschafter, und sie kommen aus sechs europäischen Ländern. In Deutschland hält die Deutsche Bank Anteile, die Sparkassen sind über ihren Verband DSGV beteiligt und die Genossenschaftsbanken über die DZ BANK. Aus Frankreich kommen BNP Paribas, Groupe BPCE, Crédit Agricole, Crédit Mutuel, La Banque Postale und Société Générale sowie der Zahlungsabwickler Worldline.

Belfius und KBC sind die belgischen Gesellschafter, ABN AMRO, ING und Rabobank die niederländischen, und auch das italienische Zahlungsunternehmen Nexi hält Anteile. Die Erste Bank Oesterreich und die Raiffeisen Bank International wurden am 22. Juni 2026 Gesellschafter, um Wero nach Österreich zu bringen, und drei Raiffeisen-Landesbanken wollen nach Zustimmung ihrer Aufsichtsräte folgen. Neben den Eigentümern zählte EPI im September 2026 mehr als 50 Mitgliedsinstitute, und ihre Mitgliedsbanken betreuen mehr als 75 Prozent der Privatkunden von Banken in Belgien, Frankreich und Deutschland.

Vom Plan 2020 zum Start von Wero

Der Plan von 2020 sah eine Karte für Verbraucher und Händler, eine digitale Wallet und Zahlungen zwischen Privatpersonen vor, alles auf Basis von SEPA-Echtzeitüberweisungen. Am 31. Oktober 2023 schloss EPI den Kauf von Currence iDEAL B.V. und Payconiq International S.A. ab und übernahm damit ein Zahlverfahren mit 3,5 Millionen Transaktionen am Tag sowie einen Technikanbieter aus Luxemburg. Die belgische Nationalbank ließ EPI am 20. Februar 2024 als Zahlungsinstitut zu, mit Erlaubnissen für Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste.

EPI startete Wero am 2. Juli 2024 für Kunden der Sparkassen und der Volksbanken und Raiffeisenbanken, in den Monaten danach folgten KBC in Belgien und die französischen Banken. Zum Start konnten Privatpersonen einander Geld schicken, adressiert per Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder persönlichem QR-Code. Seit Ende 2025 läuft Wero in Deutschland auch im Onlinehandel, und Decathlon, dm, Eventim und Lidl gehören dort zu den Shops, die Wero annehmen.

iDEAL und Payconiq wechseln zu Wero

iDEAL ist das Verfahren, mit dem Kunden in den Niederlanden online direkt vom Bankkonto bezahlen, und seit der Übernahme läuft es auf Technik von Payconiq International. EPI plant die Migration von iDEAL zu Wero für das Jahr 2027. Zusammen mit Payconiq in Luxemburg bringen beide Migrationen nach Rechnung von EPI mindestens 15 Millionen Verbraucher zu Wero.

Luxemburg wurde der vierte Wero-Markt, als die Wallet dort am 1. September 2026 startete, mit BIL, BGL BNP Paribas, Banque Raiffeisen, POST Luxembourg und Spuerkeess. Die Payconiq-Plattform wurde am 30. September 2026 abgeschaltet, und Payconiq-QR-Codes auf Rechnungen und in Geschäften lassen sich noch bis Ende 2026 mit der Wero-App scannen.

EuroPA und das European Network for Payments

EPI arbeitet mit der European Payments Alliance zusammen, kurz EuroPA, deren Mitglieder nationale Bezahl-Apps in Italien, Spanien, Portugal, Polen, Griechenland und den nordischen Ländern betreiben. Im Februar 2026 unterzeichneten Bancomat, Bizum, EPI, SIBS mit MB WAY und Vipps MobilePay eine Absichtserklärung, ihre Dienste über einen gemeinsamen Interoperabilitäts-Hub zu verbinden. Im September 2026 gründeten die fünf Partner das European Network for Payments, ein Gemeinschaftsunternehmen in Madrid mit gleichen Anteilen, das diesen Hub betreibt.

Die Partner kommen zusammen auf rund 130 Millionen Nutzer in 13 Ländern und erreichen damit mehr als 70 Prozent der Bevölkerung der EU und Norwegens. Zuerst kommen grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Privatpersonen, Zahlungen in Onlineshops und Geschäften folgen in späteren Phasen, für die es noch keine festen Termine gibt.

Wero in Zahlen

Wero hatte im September 2026 60 Millionen Nutzer, und mehr als 48.000 Händler in Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden hatten Wero-Zahlungen online oder im Geschäft angenommen. Die Wallet nutzt Echtzeitüberweisungen nach dem SEPA-Instant-Verfahren des European Payments Council, sodass das Geld binnen Sekunden auf dem Konto des Empfängers ankommt.

An der Ladenkasse zahlen Kunden in Belgien, indem sie einen Wero-QR-Code auf Terminals von Payworld scannen, und EPI-Mitglieder testen kontaktlose Konto-zu-Konto-Zahlungen mit vorhandenen Terminals in Pilotumgebungen. Eine breitere Verfügbarkeit an der Ladenkasse in Frankreich und Deutschland ist ab 2027 geplant. In Deutschland bindet ein Shop Wero-Zahlungen über einen Zahlungsdienstleister an, der das Verfahren unterstützt.

Kommende Payments-Termine in Europa

Wem gehört Wero?

Wero gehört der EPI Company SE, dem Unternehmen hinter der European Payments Initiative, und EPI gehört wiederum 18 Banken und Zahlungsdienstleistern. Die Gesellschafter sind Banken aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Österreich sowie die Zahlungsunternehmen Worldline und Nexi.

Wer leitet EPI?

Martina Weimert ist CEO von EPI und kündigte im Juli 2024 den Start von Wero in Deutschland an. Sie spricht auch in den Mitteilungen von 2026 zu Luxemburg, Österreich und dem European Network for Payments für das Unternehmen.

EPI Company SE: Sitz, Kapital und Zulassung

Die EPI Company SE ist eine Europäische Gesellschaft mit Sitz in der De Lignestraat 13 in Brüssel und einem Grundkapital von 838.075.497,30 Euro. Die belgische Nationalbank beaufsichtigt sie als Zahlungsinstitut mit Erlaubnissen für Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste.

Welche Banken bieten Wero an?

Wero kommt über die Mitgliedsbanken von EPI, die zusammen mehr als drei Viertel der Privatkunden von Banken in Belgien, Frankreich und Deutschland betreuen. Die Onlinebank bunq hat als erste Bank die Einführung von Wero in vier Märkten abgeschlossen, und Acquirer wie Unzer und HiPay binden Händler an die Wallet an.

Wo gibt es Wero?

Wero funktioniert für Zahlungen zwischen Privatpersonen in Belgien, Frankreich, Deutschland und Luxemburg, und in Deutschland und Belgien können Kunden damit auch online bezahlen. In den Niederlanden wechselt iDEAL 2027 zu Wero, und EPI erwartet den Start in Österreich im selben Jahr.

European Payments Initiative und Finance Loop

Finance Loop behandelt EPI und Wero im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld, neben Echtzeitüberweisungen und dem digitalen Euro. Finance Loop erklärt die Wallet von EPI in der Wissensantwort Was ist Wero?, mit den Ländern, in denen Wero läuft, und dem Unterschied zum digitalen Euro.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

Bleiben wir in Kontakt

4.000+ Mitglieder aus Finance und Tech. Werden Sie kostenlos Network Member.

Kostenlose Updates!

Exklusive Event-Einladungen, Vorteile für Mitglieder und News. Jederzeit abbestellbar.

Mit dem Absenden akzeptieren Sie die Bedingungen.