Payoneer
Payoneer ist ein Finanztechnologie-Unternehmen aus New York, gegründet 2005, dessen Plattform grenzüberschreitende Zahlungen für kleine und mittlere Unternehmen abwickelt. Onlinehändler, Freelancer, Agenturen und Exporteure in mehr als 190 Ländern und Gebieten empfangen, halten, wechseln und versenden Geld in vielen Währungen über ein einziges Payoneer-Konto.
Ein Händler in Europa, der auf einem US-Marktplatz Dollar verdient, bräuchte sonst ein Bankkonto im Ausland, einen Dienst für den Währungstausch und einen weiteren Weg, um Lieferanten im Ausland zu bezahlen. Payoneer gibt einem solchen Unternehmen lokale Kontodaten in Fremdwährungen, sammelt seine Erlöse von Marktplätzen und bezahlt seine Lieferanten aus demselben Guthaben. Im Europäischen Wirtschaftsraum ist die irische Tochter Payoneer Europe Limited der lizenzierte Anbieter.
Empfangskonten und Auszahlungen von Marktplätzen
Ein Empfangskonto gibt einem Unternehmen lokale Bankdaten in einer Fremdwährung, sodass ein Kunde oder Marktplatz im Ausland wie an einen inländischen Lieferanten zahlt. Bei Payoneer können Unternehmen Zahlungen in mehr als 70 Währungen erhalten, und Geld von Amazon, Walmart, eBay, Upwork, Fiverr und Hunderten weiteren Marktplätzen geht direkt auf das Payoneer-Guthaben des Händlers. Das Empfangskonto speist ein Guthaben in mehreren Währungen, das das Unternehmen mit Smart FX umtauscht, per Karte ausgibt oder in Landeswährung auf sein eigenes Bankkonto auszahlt.
Marktplätze und Plattformen nutzen den Massenauszahlungsdienst von Payoneer, um ihren Händlern und Freelancern Erlöse in 150 Landeswährungen in mehr als 200 Länder und Gebiete zu überweisen. Payoneer gleicht jeden Empfänger mit mehreren Sanktionslisten ab, führt die KYC-Prüfungen durch und sammelt Steuerformulare ein, und der Empfänger erhält das Geld im Payoneer-Wallet, per lokaler Banküberweisung oder auf einer Prepaid-Debitkarte. Am 14. Mai 2026 haben Payoneer und Upwork ihre seit 15 Jahren bestehende Partnerschaft verlängert, in der Payoneer ein zentraler Wallet- und "Direct to Local Bank"-Auszahlungspartner für Freelancer in Afrika, Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika und dem Nahen Osten bleibt.
B2B-Zahlungen für kleine und mittlere Unternehmen
Payoneer bedient auch Unternehmen, die grenzüberschreitende B2B-Zahlungen leisten, also Kunden im Ausland Rechnungen stellen oder Lieferanten und Auftragnehmer in anderen Ländern bezahlen. Ein Unternehmen verschickt Zahlungsanforderungen und Rechnungen aus seinem Konto oder teilt einen Zahlungslink, und der Kunde zahlt per Kreditkarte, lokaler Banküberweisung oder ACH-Lastschrift. Ausgehende Zahlungen leistet das Unternehmen in der Währung seiner Wahl in mehr als 190 Länder und Gebiete, mit bis zu 1.000 Zahlungen in einem Stapel, und es kann aus demselben Konto die Umsatzsteuer in mehreren Ländern zahlen.
Das B2B-Geschäft wuchs 2025 schneller als das Marktplatz-Geschäft von Payoneer. Der Umsatz mit B2B-Kunden stieg um 28 Prozent auf 237 Millionen US-Dollar, während der Umsatz mit kleinen Unternehmen, die auf Marktplätzen verkaufen, um 8 Prozent auf 469 Millionen US-Dollar wuchs. Im ganzen Jahr wickelte Payoneer ein Volumen von 87,5 Milliarden US-Dollar ab und hielt Ende 2025 Kundengelder von 7,9 Milliarden US-Dollar. Payoneer bietet ausgewählten kleinen Unternehmen auch Betriebskapital an, meist zwischen 500 US-Dollar und 10 Millionen US-Dollar.
E-Geld-Lizenzen in Irland und im EWR
Payoneer bedient seine Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum über die irische Tochter Payoneer Europe Limited. Die Central Bank of Ireland führt das Unternehmen unter der Referenznummer C189473 als E-Geld-Institut, zugelassen nach den European Communities (Electronic Money) Regulations 2011. Über den europäischen Pass gilt die Lizenz in allen EWR-Ländern, sodass Payoneer Europe Limited Unternehmen von Deutschland bis Polen mit einer Zulassung bedient. Payoneer Europe Limited ist außerdem zugelassener Herausgeber von Mastercard-Karten und gibt die Payoneer Business Premium Debit Mastercard von Irland aus heraus.
Außerhalb des EWR gehören zu den regulierten Gesellschaften der Gruppe die Payoneer Inc., in den USA bei FinCEN als Money Services Business registriert, sowie lizenzierte oder registrierte Gesellschaften in Hongkong, Japan, Australien, Indien und Singapur. Im Januar 2026 baute Payoneer seine Präsenz in Europa aus und übernahm Boundless, eine Employer-of-Record-Plattform aus Irland, die Gehaltsabrechnung, Steuern und Sozialleistungen für Beschäftigte im Ausland übernimmt. In das Workforce Management war Payoneer im August 2024 mit dem Kauf von Skuad eingestiegen, und Boundless ergänzt nun Beschäftigungsdienste in Europa.
Stablecoin-Zahlungen mit Bridge
Am 17. Februar 2026 kündigte Payoneer Stablecoin-Funktionen in seiner Plattform an, gebaut mit Bridge, dem Infrastrukturanbieter für Stablecoins, den Stripe im Februar 2025 übernommen hatte. Unternehmen sollen über ihr Payoneer-Konto Stablecoins empfangen, halten und senden und das Geld auf ein lokales Bankkonto auszahlen können, zunächst in ausgewählten Märkten ab dem zweiten Quartal 2026. Im selben Monat beantragte Payoneer beim Office of the Comptroller of the Currency eine nicht einlagengesicherte National Trust Bank in den USA, um diese Pläne zu stützen.
Upwork kam im Mai 2026 als Designpartner hinzu, um Stablecoin-Auszahlungen für seine Freelancer zu erproben. Für ein Unternehmen, das über Grenzen hinweg verkauft, werden Stablecoin-Zahlungen rund um die Uhr abgewickelt, während Überweisungen zwischen Währungen von den Annahmeschlusszeiten der Banken in jedem Korridor abhängen.
Kommende Payments-Termine in Europa
Was ist Payoneer?
Payoneer ist eine Finanzplattform für grenzüberschreitende Geschäftszahlungen, die kleine und mittlere Unternehmen, Freelancer und Marktplätze in mehr als 190 Ländern und Gebieten nutzen. Die Plattform vereint Empfangskonten, Auszahlungen von Marktplätzen, B2B-Zahlungen, Karten und Betriebskapital in einem Konto.
Wie funktioniert Payoneer?
Ein Unternehmen eröffnet ein Payoneer-Konto, erhält lokale Kontodaten in Fremdwährungen und verbindet das Konto mit den Marktplätzen und Kunden, die es bezahlen. Das Geld landet in einem Guthaben in mehreren Währungen, aus dem das Unternehmen Lieferanten bezahlt, Währungen tauscht, mit einer physischen oder virtuellen Payoneer-Karte bezahlt oder auf sein lokales Bankkonto auszahlt.
Checkout und Mastercard-Karten
Mit Payoneer Checkout nehmen kleine Unternehmen in bestimmten Ländern auf ihrer eigenen Website Zahlungen von Kunden aus aller Welt an, und der Umsatz damit wuchs 2025 um 55 Prozent auf 35 Millionen US-Dollar. Payoneer-Karten greifen direkt auf das Kontoguthaben zu, und Kunden gaben 2025 damit 6,1 Milliarden US-Dollar aus, 18 Prozent mehr als im Vorjahr.
Angebot in Deutschland und Großbritannien
Unternehmen in Deutschland und im übrigen EWR erhalten die Dienste von Payoneer über Payoneer Europe Limited, die mit ihrer irischen E-Geld-Lizenz arbeitet. In Großbritannien ist Payoneer Payment Services (UK) Limited ein E-Geld-Institut, das die Financial Conduct Authority unter der Referenznummer 966835 zugelassen hat.
Muttergesellschaft und Hauptsitz
Payoneer Global Inc. ist die Muttergesellschaft der Gruppe und eine börsennotierte Gesellschaft, die unter dem Kürzel PAYO an der Nasdaq gehandelt wird. Der Hauptsitz liegt am 195 Broadway in New York, und die Gruppe beschäftigt mehr als 2.500 Menschen in 35 Ländern.
Payoneer und Finance Loop
Finance Loop behandelt grenzüberschreitende Zahlungen kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld, von Auszahlungen an Marktplatz-Händler bis zur Abwicklung mit Stablecoins. Im März 2026 stellten Finance Loop und Venturebloxx den Report Stablecoins: The Operating Layer for Global B2B Payments vor, der untersucht, wie Stablecoins im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen funktionieren.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.