Perpetual Futures
Perpetual Futures sind Derivate, mit denen Händler auf die Preisentwicklung eines Basiswerts setzen, ohne dass der Vertrag einen festen Verfallstag hat. Wiederkehrende Zahlungen zwischen Käufern und Verkäufern sollen den Vertragspreis nahe am Kassapreis halten. Die Positionen erfordern Sicherheiten, sodass ungünstige Kursbewegungen zur Zwangsschließung führen können.
Die Funding-Zahlungen verändern die Kosten einer Position und können je nach Marktlage in beide Richtungen fließen. Ein fehlender Verfallstag beseitigt weder die Hebelrisiken noch die Notwendigkeit ausreichender Sicherheiten. In der EU richtet sich die aufsichtsrechtliche Behandlung dieser Derivate nach MiFID II und den jeweils geltenden Regeln für das angebotene Produkt.
So funktioniert die Funding Rate
Notiert der Perpetual über dem Kassapreis, zahlen die Inhaber von Long-Positionen an die Short-Seite; notiert er darunter, zahlen die Shorts. Die Zahlung zieht den Kontrakt ohne Verfallstag zum Kassapreis zurück. Wer Bitcoin kauft und den Perpetual verkauft, verdient die Funding Rate, solange sie positiv ist, ohne Preisrisiko, die Krypto-Fassung des Cash-and-Carry-Geschäfts auf der Seite zum Bitcoin Basis Trade.
Dasselbe Geschäft treibt ein Produkt außerhalb der Börsen an: Ethena (auf Englisch) beschreibt USDe als synthetischen Dollar, gedeckt durch Kryptowerte und passende Short-Futures, und erzielt einen Teil seiner Erträge mit diesen deltaneutralen Basis-Trades. Die Seite zu Ethena behandelt das Modell und das BaFin-Verfahren. Positionen sind mit Margin hinterlegt, eine scharfe Kursbewegung kann viele gleichzeitig liquidieren; die Seite zu Krypto-Derivaten erklärt Margin und Liquidationskaskaden.
Wer Perpetual Futures in der EU anbietet
Ein Perpetual Future ist ein Derivat und fällt in der EU unter MiFID II; MiCA gilt für ihn nicht. Ein Anbieter braucht eine Lizenz als Wertpapierfirma oder Handelsplatz. Kraken (auf Englisch) hat im Mai 2025 unter MiFID II regulierte Perpetual- und Laufzeit-Futures auf Kryptowerte für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum gestartet, über eine in Zypern lizenzierte Gesellschaft. Coinbase (auf Englisch) bietet Futures, darunter Perpetual-Kontrakte, in 26 europäischen Ländern einschließlich Deutschland mit seiner MiFID-II-Lizenz an.
Die Seite zu europäischen Kryptobörsen zeigt, welche Börse welche Lizenz hat, die Seite zu Kraken behandelt Krakens Lizenzen in Europa.
ESMA: Perpetual Futures fallen unter die CFD-Regeln
Am 24. Februar 2026 hat die ESMA (auf Englisch) Firmen daran erinnert, dass Perpetual Futures und Perpetual-Kontrakte mit gehebeltem Engagement in Kryptowerten wahrscheinlich unter die nationalen Produktinterventionsmaßnahmen für Differenzkontrakte (CFDs) fallen. Dann gelten für Privatkunden Hebelgrenzen, ein Risikohinweis, Glattstellung bei Margin-Unterschreitung und Schutz vor negativem Saldo, und Boni sind verboten. Produktname, Handel an einem Handelsplatz und Funding Rate ändern laut ESMA nichts an der Einordnung; sie verlangt einen engen Zielmarkt, eine Angemessenheitsprüfung beim beratungsfreien Geschäft und den Umgang mit Interessenkonflikten, wenn eine Konzerngesellschaft den Handelsplatz betreibt.
Kommende Digital-Assets-Events in Deutschland
Finance Loop und Krypto-Derivate
Krypto-Derivate und die Firmen, die sie mit EU-Lizenz anbieten, sind Thema der Crypto Assets Conference in Frankfurt, deren Partner Finance Loop war. Finance Loop hat den Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier zur Compliance unter MiCAR unterstützt und bringt Handels- und Compliance-Teams bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Investment & digitale Vermögenswerte
Risiko & Compliance
Was sind Perpetual Futures?
Perpetual Futures sind Futures ohne Verfallstag. Eine Funding-Zahlung zwischen Long- und Short-Seite, meist alle paar Stunden, hält ihren Preis nahe am Kassapreis des Basiswerts.
Was ist die Funding Rate?
Die Funding Rate ist die regelmäßige Zahlung zwischen den beiden Seiten eines Perpetual Futures. Die Funding Rate ist positiv, wenn der Kontrakt über dem Kassapreis notiert, dann zahlen die Longs, und negativ, wenn er darunter notiert.
Sind Perpetual Futures in Deutschland erlaubt?
Ja, wenn eine Firma sie mit MiFID-II-Lizenz anbietet. Die ESMA erwartet, dass für Privatkunden die CFD-Regeln gelten, mit Hebelgrenzen und Schutz vor negativem Saldo.
Was unterscheidet Perpetual Futures von Futures?
Ein Future mit Laufzeit verfällt an einem festen Tag und wird gegen den Basiswert abgerechnet. Ein Perpetual Future läuft, bis der Inhaber ihn schließt; die Funding Rate ersetzt die Annäherung, die der Verfallstag bringt.
Perpetual Futures und Finance Loop
Finance Loop behandelt Perpetual Futures im Themenfeld Investment & digitale Vermögenswerte, wo börsengehandelte Derivate auf Krypto treffen, und im Themenfeld Risiko & Compliance, wo die CFD-Regeln der ESMA gelten. Finance Loop war Partner der Crypto Assets Conference in Frankfurt und hat den Bybit EU Crypto Evening unterstützt.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.