Vipps MobilePay
Vipps MobilePay ist eine nordische Wallet-App, mit der Menschen einander Geld senden, im Laden bezahlen und online einkaufen, alles über eine App auf dem Smartphone. Das Unternehmen entstand 2022, als die norwegische App Vipps mit MobilePay fusionierte, das in Dänemark startete und später nach Finnland kam. Vipps MobilePay ist in Oslo registriert und arbeitet im Tagesgeschäft von Büros in Oslo, Kopenhagen, Aarhus und Helsinki aus.
Nutzer hinterlegen in der App eine Bankkarte oder ein Konto und bezahlen dann per Telefonnummer, QR-Code oder mit einem Tippen des Smartphones an der Kasse. Läden, Vereine und Onlineshops zahlen Vipps MobilePay für jede empfangene Transaktion eine Gebühr. In Norwegen und Schweden trägt die App den Namen Vipps, in Dänemark und Finnland kennen die Nutzer sie noch als MobilePay.
Von zwei nationalen Apps zu einer nordischen Wallet
MobilePay startete 2013 in Dänemark, Vipps folgte 2015 in Norwegen und erreichte laut Unternehmensgeschichte (auf Englisch) binnen sechs Monaten eine Million Nutzer. Die beiden Unternehmen fusionierten 2022 zur Vipps MobilePay AS und haben ihre Nutzer und Händler seitdem auf eine gemeinsame App und Technikplattform gebracht. In Schweden startete Vipps im September 2024 mit Zahlungen zwischen Personen im Land und über die nordischen Grenzen hinweg.
Am 6. Oktober 2026 kündigte das Unternehmen an (auf Englisch), dass MobilePay in Dänemark, Finnland und Grönland am 12. Januar 2027 den Namen Vipps übernimmt. Damit stehen fast 13 Millionen Nutzer unter einer Marke, und in Dänemark und Finnland behält die App die blaue Farbe von MobilePay. Die Nutzer müssen dafür nichts tun, und die Funktionen der App bleiben gleich.
Zahlungen zwischen Personen, im Laden und online
Beide Apps begannen mit dem Senden von Geld zwischen Personen: Man wählt einen Kontakt oder tippt eine Telefonnummer ein und bestätigt den Betrag. Sportvereine, Verbände und kleine Verkäufer nehmen Zahlungen über eine Vipps-Nummer an, entweder mit einer Liste von Artikeln und Preisen oder mit einem offenen Betrag, den der Kunde eingibt. Größere Läden binden die App an ihre Kasse an, und seit 2025 können kleine Händler auch mPOS nutzen, ein Kassensystem auf dem Smartphone.
Im September 2025 ergänzte Vipps in Norwegen internationale Karten, sodass Nutzer mit dem Smartphone weltweit an Kartenterminals zahlen können, danach folgte Tap to Pay in Dänemark, Finnland und Schweden. Ende 2025 hatten laut Geschäftsbericht 2025 (auf Englisch) 1,05 Millionen Nutzer das Bezahlen per Tippen aktiviert. Die Onlineumsätze wuchsen in Finnland mit 79 Prozent am stärksten, vor Dänemark mit 29 Prozent und Norwegen mit 21 Prozent.
Onlineshops binden Vipps MobilePay über eine API oder ein Plugin in den Checkout ein, und Abonnements laufen als wiederkehrende Zahlungen aus der App. Im März 2026 verkaufte das Unternehmen sein Produkt Checkout an das schwedische Unternehmen Kustom (auf Englisch), für rund 490 Millionen Kronen und mit etwa 3.000 Onlineshops. Kustom wurde empfohlener Checkout-Partner und bietet seinen Händlern Vipps Login, Express Checkout und wiederkehrende Zahlungen an.
Nutzer, Umsatz und Aufsicht
Ende 2025 zählte Vipps MobilePay 12,4 Millionen Nutzer: 4,74 Millionen in Dänemark, 4,68 Millionen in Norwegen, 2,86 Millionen in Finnland und rund 160.000 in Schweden. Die Apps wickelten in diesem Jahr 1,438 Milliarden Transaktionen ab, ohne Tap to Pay, und 580.000 Verkaufsstellen nahmen Vipps MobilePay an. Das Unternehmen entfernte 2025 inaktive und doppelte Profile aus seiner Nutzerzählung, daher beruhen die Zahlen für dieses Jahr auf einer bereinigten Basis.
Der Umsatz stieg 2025 um 381 Millionen auf 2,088 Milliarden norwegische Kronen, und der Verlust vor Steuern sank von 751 auf 135 Millionen Kronen, wie das Unternehmen im Mai 2026 meldete (auf Englisch). Das vierte Quartal 2025 war das erste Quartal der Firmengeschichte mit einem Gewinn vor Steuern. In Dänemark führte das Unternehmen Olga ein, ein KI-Modell zur Betrugserkennung, das auf bewährten Systemen aus Norwegen aufbaut.
Die Vipps MobilePay AS ist ein E-Geld-Institut unter Aufsicht von Finanstilsynet (auf Englisch), der norwegischen Finanzaufsicht. Die dänische und die finnische Finanzaufsicht beaufsichtigen zusätzlich die Zweigniederlassungen des Unternehmens in Dänemark und Finnland.
EuroPA und das European Network for Payments
Vipps MobilePay ist Mitglied der European Payments Alliance, die nationale Bezahl-Apps in Europa miteinander verbindet. Am 30. September 2026 kündigte das Unternehmen das European Network for Payments an (auf Englisch), ein Gemeinschaftsunternehmen mit Bancomat aus Italien, Bizum aus Spanien, SIBS mit MB WAY aus Portugal und der European Payments Initiative, die Wero betreibt. Das Netzwerk sitzt in Madrid, jeder Gründungspartner hält den gleichen Anteil, und die verbundenen Lösungen erreichen rund 130 Millionen Nutzer in 13 europäischen Ländern.
Die Einführung beginnt mit grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen Personen, Online- und Ladenzahlungen folgen in späteren Phasen. Jede App behält ihre eigene Marke und Bedienung, sodass ein nordischer Nutzer im Ausland mit derselben App zahlen oder Geld senden kann wie zu Hause.
Kommende Payment-Events in Europa
Wem gehört Vipps MobilePay?
Ein Konsortium norwegischer Banken hält über die Vipps Holding AS 72,22 Prozent an der Vipps MobilePay AS, die Danske Bank hält die übrigen 27,78 Prozent der Aktien (auf Englisch). Den Vorsitz im Verwaltungsrat (auf Englisch) führt Kjerstin Rasmussen Braathen, Vorstandschefin der DNB, dazu kommen Manager der Danske Bank, der Sparebanken Vest und der SpareBank 1 Midt-Norge. Rune Garborg führt das Unternehmen als Vorstandschef von Oslo aus.
Gebühren für Händler
Unternehmen zahlen für jede empfangene Transaktion eine Gebühr, und diese Transaktionserlöse wuchsen 2025 um 30 Prozent. In Norwegen liegen die Standardpreise (auf Englisch) bei 1,75 Prozent je Transaktion für Zahlungen im Laden und bei 2,99 Prozent plus 1 Krone für Onlinezahlungen und Abonnements. Bezahllinks kosten 2,49 Prozent plus 1 Krone, und Vereinbarungen mit Großkunden oder Partnern können andere Preise festlegen.
Vipps in Schweden
Schweden hatte mit Swish bereits eine eigene Bezahl-App der Banken, als Vipps dort im September 2024 mit Zahlungen zwischen Personen im Land und über die nordischen Grenzen hinweg startete. Ende 2025 hatten sich rund 160.000 schwedische Nutzer registriert, und Tap to Pay mit dem Smartphone kam im selben Jahr nach Schweden. Schwedische Nutzer sehen die orangefarbene Vipps-App, die auch in Norwegen läuft.
Gehört Vipps MobilePay zu Wero?
Nein, Vipps MobilePay und Wero sind getrennte Wallets mit verschiedenen Eigentümern. Wero gehört der European Payments Initiative, und beide Unternehmen sind Gründungspartner des European Network for Payments, das Wero mit den nationalen Apps für grenzüberschreitende Zahlungen in Europa verbindet.
APIs für Onlinezahlungen, Abos und Login
Die Entwicklerplattform (auf Englisch) bietet die ePayment API für Zahlungen online und vor Ort, die Recurring API für Abonnements und die Login API für die Anmeldung von Nutzern. Shops auf Shopify, WooCommerce, Magento und anderen Systemen nutzen fertige Plugins, und die QR API erzeugt Codes für das Bezahlen per QR-Code an Automaten und Kassen.
Wallets und europäischer Zahlungsverkehr
Vipps MobilePay und Finance Loop
Finance Loop behandelt Wallet-Apps und Account-to-Account-Zahlungen im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld. Der Finance Loop Überblick zu Fintech im nordischen Raum beschreibt, wie nordische Banken MobilePay und Swish aufgebaut haben und was deutsche Banken aus diesem Eigentümermodell mitnehmen können.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.