bunq

bunq ist eine Mobilbank aus Amsterdam, die Girokonten, Sparkonten, Zahlungskarten und Geldanlage über eine einzige Smartphone-App anbietet, ganz ohne Filialen. Privatkunden, Selbstständige und Unternehmen eröffnen ihr Konto online mit Ausweis und Selfie, und die Bank hat eine volle Banklizenz von De Nederlandsche Bank, der niederländischen Zentralbank.

Ali Niknam gründete bunq 2012, die App startete im November 2015 für die Öffentlichkeit, und im Oktober 2019 öffnete sich die Bank für alle EU-Märkte. bunq zählt mehr als 22 Millionen Nutzer in Europa und bietet lokale IBANs aus sieben Ländern an, darunter Deutschland. Anspruchsberechtigte Einlagen sind bis 100.000 € pro Person über die niederländische Einlagensicherung geschützt.

Konten, Sparen und Geldanlage in einer App

Zu einem bunq-Konto gehören vom ersten Tag an eine digitale Karte und ein Sparkonto, das jede Woche Zinsen zahlt, mit bis zu zwei kostenlosen Abhebungen im Monat. In den größeren Kontomodellen lässt sich das Geld auf bis zu 25 Konten mit eigener IBAN verteilen. Mit lokalen IBANs aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien und Irland laufen Gehalt und Miete wie über ein Konto im jeweiligen Land.

Im Dezember 2025 ergänzte bunq Festgeld (auf Englisch) mit festen Zinsen für Laufzeiten von drei bis 24 Monaten. In derselben App kaufen Kunden auch Aktien, und die Aufrundungsfunktion legt das Kleingeld jeder Kartenzahlung auf Wunsch in Kryptowerten an. Das Modell bunq Elite enthält zusätzlich eine Reiseversicherung und mobile Daten im Ausland über eine weltweite eSIM.

Wero, Kartenzahlung und Mobile Wallets

Die bunq-Karten laufen über das Netz von Mastercard und lassen sich bei Apple Pay für Zahlungen per Handy hinterlegen, und das gilt auch für Google Pay. Seit September 2026 können Kunden in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Belgien in der bunq-App mit Wero Geld senden und online bezahlen (auf Englisch). bunq war die erste Bank, die beide Funktionen von Wero in allen vier Märkten anbot.

Wero ist die Wallet für Zahlungen von Konto zu Konto der European Payments Initiative, die europäische Banken und Zahlungsdienstleister gegründet haben. Wero-Überweisungen laufen in Sekunden über SEPA Instant, und in den Niederlanden soll die Wallet 2027 iDEAL bei Onlinezahlungen ablösen.

Krypto-Handel und Staking mit Kraken

Im April 2025 nahm bunq den Krypto-Handel in die App auf (auf Englisch), zunächst in den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Irland, Italien und Belgien, mit mehr als 300 Coins wie Bitcoin, Ether und Solana. Die Trades laufen über Kraken Embed, die Crypto-as-a-Service-Plattform der Börse Kraken, die eine MiCA-Lizenz der irischen Zentralbank hat. Kunden in Deutschland folgten im August 2025, und laut IT Finanzmagazin umfasste das Angebot dort mehr als 350 Assets mit Orders ab 1 €.

Seit September 2025 können bunq-Kunden im EWR, Deutschland eingeschlossen, ausgewählte Coins ohne Sperrfrist staken (auf Englisch) und bis zu 10 Prozent im Jahr erhalten. Die Erträge stammen aus der Bestätigung von Transaktionen in den Blockchain-Netzwerken dieser Coins, wie unter Krypto-Staking erklärt. Die Coins lassen sich jederzeit kaufen, verkaufen oder aus dem Staking lösen.

Geschäftskonten und Banking-as-a-Service

Selbstständige und Unternehmen erledigen ihr Geschäftsbanking in derselben App wie Privatkunden, mit Firmenkarten, Anbindung an Buchhaltungssoftware und bis zu 25 Konten. Verwalter niederländischer Wohnungseigentümergemeinschaften nutzen das Modell bunq Core Business für das gemeinsame Geld der Eigentümer.

Im April 2026 startete bunq ein Banking-as-a-Service-Angebot mit der niederländischen Bitcoin-Plattform Blockrise und öffnete es im Juni 2026 für Firmen in der ganzen EU (auf Englisch). Partner nutzen die offene API von bunq, um virtuelle Karten auszugeben, Kundengelder zu halten und SEPA-Echtzeitüberweisungen zu senden. Im ersten Monat zogen 40 Prozent der berechtigten Blockrise-Nutzer ihr Geld auf eine persönliche bunq-IBAN um.

Gewinn, Einlagen und US-Lizenz

bunq meldete für 2024 einen Nettogewinn von 85,3 Millionen € (auf Englisch), nach 51,6 Millionen € im Jahr 2023 und damit das zweite Gewinnjahr in Folge. Die Kundeneinlagen überschritten im September 2026 die Marke von 10 Milliarden €, als die Bank in Amsterdam ihr App-Update 32 vorstellte.

In den USA ließ die FINRA bunq im Oktober 2025 als Broker-Dealer zu (auf Englisch), damit amerikanische Nutzer in US-Aktien, Investmentfonds und ETFs investieren können. bunq hat außerdem Banklizenzen in den USA und in Mexiko beantragt.

DNB-Bußgeld wegen der Kundenprüfung

De Nederlandsche Bank verhängte am 6. Mai 2025 ein Bußgeld von 2,6 Millionen € (auf Englisch) gegen bunq, weil die laufende Kundenprüfung nach dem niederländischen Geldwäschegesetz von Januar 2021 bis Mai 2022 nicht ausreichte. Die Aufsicht stellte fest, dass bunq Warnungen der Transaktionsüberwachung in vier Hochrisikoakten nicht richtig nachgegangen war. bunq legte Einspruch ein, die DNB wies ihn am 14. Oktober 2025 zurück, und am 24. November 2025 reichte bunq Klage ein.

Kommende Payments-Termine in Europa

Ist bunq eine Bank?

Ja, die bunq B.V. hat seit September 2014 eine europäische Banklizenz und steht unter der Aufsicht von De Nederlandsche Bank in Amsterdam. Ihre Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Irland, Italien und Belgien unterliegen auch den Aufsehern dieser Länder, darunter der BaFin.

Niederlassung und deutsche IBAN

bunq betreibt eine Niederlassung in Deutschland, in München unter HRB 293822 eingetragen, und Kunden mit Wohnsitz hier eröffnen ein Konto mit deutscher IBAN. Über den EU-Pass für Banken bedient bunq deutsche Kunden mit der niederländischen Lizenz, ohne eigene deutsche Banklizenz.

Einlagensicherung bis 100.000 €

Anspruchsberechtigte Einlagen sind über die niederländische Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person geschützt, auch bei der deutschen Niederlassung. Die App prüft vor jeder Überweisung den Empfängernamen gegen die IBAN und kann eine ungewöhnliche Zahlung 24 Stunden zur Prüfung anhalten.

Kontomodelle und Handelsgebühren

Die Modelle reichen von bunq Free ohne monatliche Gebühr über bunq Core für 3,99 € und bunq Pro für 9,99 € bis bunq Elite für 18,99 € im Monat. Aktientrades kosten bei bunq Pro 20 Prozent weniger und bei bunq Elite die Hälfte, und die Krypto-Gebühren lagen zum Start in Deutschland zwischen 1,99 Prozent bei bunq Free und 0,25 Prozent bei bunq Elite.

Kreditkarte mit bis zu 5.000 € Limit

Die bunq-Kreditkarte kostet keine monatliche Gebühr und wird jeden Monat voll ausgeglichen, wobei die App Ausgaben und anstehende Rückzahlungen zeigt. Seit September 2026 gibt es einen Kreditrahmen bis 5.000 € (auf Englisch), zuerst mit einer Warteliste von 1.000 Nutzern je Markt in den Niederlanden, Deutschland und Spanien.

bunq und Finance Loop

Finance Loop behandelt App-Banken, Wero und Echtzeitzahlungen im Track Zahlungsverkehr und digitales Geld und die Krypto-Angebote von Banken im Track Investment und digitale Vermögenswerte. Finance Loop verfolgt die Neobanken für deutsche Kunden, darunter bunq, und Banker und Fintech-Gründer treffen sich bei Finance-Loop-Events in Frankfurt und anderen deutschen Städten.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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