Kryptoverwahrer in Europa

Ein Kryptoverwahrer hält die privaten Schlüssel von Bitcoin, Ether, Stablecoins und anderen Kryptowerten für seine Kunden und überträgt sie nur auf deren Weisung. In Europa reichen die Kunden von Pensionsfonds und Vermögensverwaltern bis zu Banken und Brokern, die Krypto in ihren eigenen Apps anbieten. Der Verwahrer haftet für Kundenwerte, die durch eigenes Versagen verloren gehen, und trennt jeden Kundenbestand vom eigenen Vermögen.

Die großen Kryptoverwahrer in Europa sind globale Verwahrbanken, die ihr Wertpapiergeschäft um Krypto ergänzt haben, Spezialisten für digitale Vermögenswerte und Börsen, die die Coins ihrer eigenen Kunden halten. In der Europäischen Union braucht jeder von ihnen eine Erlaubnis nach der Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Die Schweiz und Großbritannien liegen außerhalb dieser Verordnung und regeln Kryptoverwahrung mit eigenen Gesetzen.

Verschlüsselte Schlüsselhardware im Banktresor für institutionelle Kryptoverwahrung.

Wie diese Liste sortiert ist

Das vorläufige MiCA-Register nennt 193 Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum mit der Erlaubnis zur Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kunden, von globalen Banken bis zu kleinen Brokern. Diese Liste beginnt mit den Unternehmen, die die größten Verwahrzahlen veröffentlichen, danach folgen Spezialisten und Börsen mit Verwahrung. Aufseher veröffentlichen keine Verwahrvolumen je Unternehmen, und die meisten Zahlen gelten für eine ganze Gruppe weltweit, der europäische Anteil bleibt meist unbekannt.

Verwahrbank, Spezialist oder Börse

Eine Verwahrbank wie BNY oder Clearstream ergänzt die Wertpapiere, die sie für Fonds und Banken hält, um Krypto und reicht meist eine Anzeige nach Artikel 60 der MiCAR ein, statt eine neue Lizenz zu beantragen. Ein Spezialist wie Zodia Custody oder Tangany ist als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen zugelassen und arbeitet nur für andere Institute. Eine Börse wie Coinbase oder Kraken verwahrt die Coins ihrer eigenen Handelskunden. Die Erlaubnis aus einem Mitgliedstaat gilt über den MiCA-Pass in der gesamten EU.

Kryptoverwahrer in Europa im Vergleich

UnternehmenSitzlandAufsichtGruppe oder veröffentlichte Größe
BNYBelgienBelgische Nationalbank62,6 Billionen US-Dollar verwahrtes und verwaltetes Vermögen, alle Anlageklassen
CoinbaseLuxemburgCSSF294,4 Mrd. US-Dollar Kryptowerte für Kunden weltweit
Clearstream BankingLuxemburgCSSFZentralverwahrer der Gruppe Deutsche Börse
BitGo EuropeDeutschlandBaFinBitGo-Gruppe: rund 65 Mrd. US-Dollar auf der Plattform
CACEIS BankFrankreichACPR und AMFAsset-Servicing-Bank von Crédit Agricole
SG-FORGEFrankreichAMFGruppe Societe Generale
Standard Chartered LuxembourgLuxemburgCSSFGruppe Standard Chartered
Zodia Custody (Europe)LuxemburgCSSFSpezialverwahrer mit Standard Chartered als Anteilseigner
Boerse Stuttgart Digital CustodyDeutschlandBaFinmehr als 5 Mrd. Euro verwahrt
TanganyDeutschlandBaFinmehr als 3 Mrd. Euro verwahrt
Crypto Finance (Deutschland)DeutschlandBaFinGruppe Deutsche Börse
AMINA (Austria)ÖsterreichFMASchweizer AMINA-Bank-Gruppe
Sygnum EuropeLiechtensteinFMASchweizer Sygnum-Gruppe
Bitcoin Suisse (Europe)LiechtensteinFMASchweizer Bitcoin-Suisse-Gruppe
BitpandaÖsterreichFMA7,4 Mio. registrierte Nutzer in Europa
KrakenIrlandCentral Bank of IrelandBörse, Payward Europe Solutions
BitstampLuxemburgCSSFBörse, Gruppe Robinhood
BitvavoNiederlandeAFMBörse

BNY (The Bank of New York Mellon)

BNY ist eine US-Bank für Verwahrung und Asset Servicing und meldete Ende Juni 2026 ein verwahrtes und verwaltetes Vermögen von 62,6 Billionen US-Dollar (auf Englisch). Ihre europäische Bank, The Bank of New York Mellon SA/NV in Brüssel, steht seit Juli 2026 im ESMA-Register mit der Erlaubnis für Verwahrung, Verwaltung und Transfer von Kryptowerten. BNY unterstützt Bitcoin, Ether, Solana und USDC für europäische Kunden und plant weitere Kryptowerte und Stablecoins.

Coinbase

Coinbase ist eine US-Kryptobörse und Verwahrer für Privatkunden und Institutionen. Coinbase hielt Ende März 2026 Kryptowerte und Stablecoins im Wert von 294,4 Milliarden US-Dollar für Kunden (auf Englisch), weltweit und über alle Produkte. In der EU arbeitet Coinbase mit einer MiCAR-Zulassung der luxemburgischen CSSF, die Verwahrung abdeckt und den Dienst nach Deutschland und in die anderen Mitgliedstaaten bringt.

Clearstream

Clearstream ist das Nachhandelsgeschäft der Gruppe Deutsche Börse und wickelt Wertpapiere für Banken und Fondsgesellschaften ab und verwahrt sie. Die Clearstream Banking S.A. in Luxemburg steht seit Februar 2025 mit Verwahrerlaubnis im ESMA-Register und bietet institutionellen Kunden die Verwahrung von Bitcoin und Ether über ihre bestehenden Konten an. Bloomberg berichtete, dass der Dienst rund 2.500 Kunden erreicht und Crypto Finance als Unterverwahrer nutzt, das ebenfalls zur Gruppe Deutsche Börse gehört.

Verwahrbanken in Frankreich und Luxemburg

Die CACEIS Bank, Asset-Servicing-Bank von Crédit Agricole, erhielt im Juni 2025 von der französischen ACPR eine MiCAR-Zulassung für Verwahrung, Auftragsübermittlung und Transfers, die ihre nationalen Registrierungen in Frankreich, Spanien und Luxemburg ersetzte. SG-FORGE, die Digital-Asset-Einheit von Societe Generale, hat eine Verwahrerlaubnis der französischen AMF und gibt den Euro-Stablecoin EURCV aus. Standard Chartered erhielt im Juni 2026 in Luxemburg eine MiCAR-Zulassung und eine E-Geld-Lizenz für die Kryptoverwahrung. Die Bank ist auch Anteilseigner von Zodia Custody, das seit Dezember 2025 in Luxemburg zugelassen ist. BBVA hat die spanische CNMV im März 2025 informiert und verwahrt Krypto für Kunden in Spanien.

BitGo und die deutschen Spezialisten

BitGo ist ein US-Verwahrer für Institutionen und meldete Ende Juni 2026 rund 65,2 Milliarden US-Dollar auf seiner Plattform (auf Englisch), eine Zahl für die ganze Gruppe. EU-Kunden betreut BitGo von Frankfurt aus über die BitGo Europe GmbH mit Zulassung der BaFin. Boerse Stuttgart Digital nennt mehr als 5 Milliarden Euro verwahrte Kryptowerte, Tangany in München mehr als 3 Milliarden Euro. Zu den Kryptoverwahrern in Deutschland zählen auch Banken wie DZ Bank und DekaBank, die Krypto für Sparkassen und Genossenschaftsbanken verwahren.

Börsen, die die Kryptowerte ihrer Kunden verwahren

Privatkunden in Europa kommen meist über eine Börse oder einen Broker zur Verwahrung, der die Coins in eigenen Wallets hält. Bitpanda in Wien meldete Ende 2025 7,4 Millionen registrierte Nutzer in Europa (auf Englisch) und hat MiCAR-Zulassungen aus Österreich, Deutschland und Malta. Kraken bedient EU-Kunden aus Irland, Bitstamp war der erste in Luxemburg zugelassene Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen. Bitvavo hat seine Zulassung von der niederländischen AFM, und weitere Börsen mit MiCAR-Verwahrung gehören zu den europäischen Krypto-Börsen.

Schweizer Gruppen mit EU-Gesellschaft

Schweizer Kryptobanken erreichen EU-Kunden über Gesellschaften in Liechtenstein und Österreich, weil eine Schweizer Lizenz nicht für die EU gilt. AMINA Bank betreut EU-Kunden über die AMINA (Austria) AG, die die österreichische FMA im Oktober 2025 zugelassen hat. Sygnum erhielt im Juni 2026 eine MiCAR-Zulassung der FMA Liechtenstein für die Sygnum Europe AG, und Bitcoin Suisse bekam im selben Monat eine für seine Gesellschaft in Vaduz. In der Schweiz selbst beaufsichtigt die FINMA Sygnum Bank und AMINA Bank als Banken, und PostFinance, die Bank der Schweizerischen Post, bietet Krypto-Handel mit Sygnum als Partner an.

Verwahrer oder Verwahrtechnik

Taurus, Fireblocks, Ripple und Ledger verkaufen Verwahrtechnik an Banken und Börsen und halten selbst keine Kundenwerte. Taurus in Genf liefert Verwahrsoftware, die Banken wie die Deutsche Bank unter eigener Erlaubnis betreiben. Zahlungsfirmen und Banken signieren Transaktionen mit den MPC-Wallets von Fireblocks, während das nutzende Institut der regulierte Verwahrer bleibt. Ripple verkauft Verwahrsoftware an Banken, und Ledger baut die Hardware-Signierer von Ledger Enterprise. Copper betreibt ClearLoop, das Börsentrades abwickelt, während die Werte in der Verwahrung bleiben, und ist in Zug bei einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation registriert.

So prüfen Sie eine Verwahrerlaubnis

Das ESMA-MiCA-Register führt jeden Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen in der EU, auch Banken mit Anzeige nach Artikel 60, und zeigt, welche der zehn MiCAR-Dienste ein Unternehmen erbringen darf. Verwahrung steht dort als Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kunden. Das Register nennt auch die Mitgliedstaaten, in denen ein Unternehmen seine Dienste über den MiCA-Pass erbringt. Eine Verwahrzusage in der Werbung eines Anbieters beweist nichts, solange das Register sie nicht bestätigt.

Kommende Events zu Krypto und Digital Assets

Wer ist der größte Kryptoverwahrer Europas?

Keine Aufsicht veröffentlicht eine Rangliste der Kryptoverwahrer, deshalb hängt die Antwort von der gewählten Zahl ab. BNY ist die größte Verwahrbank mit Krypto-Erlaubnis in der EU, mit 62,6 Billionen US-Dollar verwahrtem und verwaltetem Vermögen über alle Anlageklassen, und Coinbase hält mit 294,4 Milliarden US-Dollar weltweit die meisten Kryptowerte für Kunden. Unter den Spezialisten in der EU mit einer europäischen Zahl nennt Boerse Stuttgart Digital die größte, mehr als 5 Milliarden Euro.

Welche Kryptoverwahrer haben eine MiCA-Lizenz?

Das ESMA-Register nennt 193 Unternehmen mit Erlaubnis zur Kryptoverwahrung, darunter Clearstream, Coinbase, Zodia Custody, BitGo Europe, Tangany und SG-FORGE. Frankreich hat die meisten dieser Unternehmen, gefolgt von den Niederlanden und Deutschland. Banken wie BNY, CACEIS und BBVA stehen dort nach einer Anzeige, Spezialisten und Börsen haben eine volle CASP-Lizenz.

Kryptoverwahrer in Großbritannien

Kryptoverwahrer in Großbritannien registrieren sich zur Geldwäscheaufsicht bei der Financial Conduct Authority, weil das Land außerhalb der MiCAR liegt. Ab dem 25. Oktober 2027 brauchen Verwahrer und andere Kryptofirmen eine volle Zulassung der FCA, und eine Registrierung wird nicht von selbst zur Zulassung. Zodia Custody hat ihren Hauptsitz in London und bedient EU-Kunden über ihre Gesellschaft in Luxemburg, und die Kryptoregulierung in Großbritannien beschreibt die neuen Regeln.

Darf ein Verwahrer aus einem anderen EU-Land Kunden in Deutschland betreuen?

Ja, ein Verwahrer mit MiCAR-Erlaubnis in einem Mitgliedstaat darf Kunden in Deutschland betreuen, sobald seine Heimataufsicht die BaFin informiert hat, ohne zweite Lizenz. So bedient Coinbase deutsche Kunden aus Luxemburg und Kraken aus Irland. Das ESMA-Register zeigt für jedes Unternehmen die Mitgliedstaaten, in denen es Verwahrung über den MiCA-Pass erbringt, sodass Kunden Deutschland dort vor Vertragsschluss prüfen können.

Kryptoverwahrer und Finance Loop

Finance Loop bringt Verwahrteams von Banken, Börsen und Spezialisten bei seinen Events in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Tangany ist Eventpartner von Finance Loop und sprach bei der Digital Finance Night in Frankfurt, und Verwahrung und MiCAR waren Themen beim Forum für Digitale Vermögenswerte, bei dem Finance Loop Partner war. Kryptoverwahrung gehört bei Finance Loop zum Track Investment und digitale Vermögenswerte.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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