Zahlungsauslösedienst

Ein Zahlungsauslösedienst löst einen Zahlungsauftrag von einem Konto aus, das der Kunde bei einem anderen Zahlungsdienstleister führt. Der Kunde autorisiert die Transaktion über das Authentifizierungsverfahren seiner Bank. Der Dienst verbindet einen Händler oder anderen Empfänger mit der Zahlung vom Bankkonto des Kunden.

Unternehmen nutzen Zahlungsauslösedienste, um Konto-zu-Konto-Zahlungen in einen Checkout oder anderen digitalen Ablauf einzubinden. Der Dienst koordiniert die Zahlungsanfrage und erhält Informationen über ihre Auslösung. Ein Zahlungsinstitut, das in Deutschland ausschließlich diesen Dienst anbietet, benötigt eine Erlaubnis der BaFin und mindestens 50.000 Euro Anfangskapital sowie die Erfüllung der weiteren geltenden Anforderungen.

Freigabe einer Überweisung per Smartphone neben einer Rechnung

So läuft eine Zahlungsauslösung ab

Die PSD2 definiert den Zahlungsauslösedienst als Dienst, der auf Antrag des Nutzers einen Zahlungsauftrag zulasten eines Kontos bei einem anderen Zahlungsdienstleister auslöst. In der Praxis wählt der Zahler „per Bank bezahlen“, sucht seine Bank aus, bestätigt die vorausgefüllte Überweisung in der Banking-App, und der Zahlungsauslösedienstleister (PISP) gibt den Auftrag über die Schnittstelle an die Bank. Die britische Government Commercial Agency beschreibt diesen Ablauf für Zahlungen an Behörden (auf Englisch).

Die Zahlung ist eine Push-Überweisung von Konto zu Konto, ohne Kartennetz. Mit SEPA-Echtzeitüberweisungen erhält der Empfänger das Geld innerhalb weniger Sekunden. Was fehlt, ist das Chargeback der Karte; die Seite A2A-Zahlungen erklärt diese Lücke.

Die deutsche Vorgeschichte: Sofortüberweisung

Deutschland kannte Zahlungsauslösung schon vor der PSD2 durch Sofortüberweisung, das sich mit PIN und TAN des Zahlers in dessen Online-Banking anmeldete und die Überweisung auslöste. Die Online-Banking-Bedingungen der Banken untersagten Kunden, diese Daten bei bankfremden Bezahldiensten zu nutzen. Am 5. Juli 2016 erklärte das Bundeskartellamt diese Regeln für wettbewerbswidrig nach deutschem und europäischem Recht; die Entscheidung wurde 2020 rechtskräftig.

Die PSD2 gab lizenzierten PISPs dann ein Recht auf Zugang zu Zahlungskonten. Sofort selbst ging an Klarna, das es 2014 kaufte, und wurde am 31. März 2025 als eigenständige Zahlart eingestellt. Auch Stripe stellte den eigenständigen Zahlungsweg ein.

Erlaubnis, Kapital und Versicherung

Ein PISP braucht eine Erlaubnis als Zahlungsinstitut nach § 10 ZAG. Ist die Zahlungsauslösung sein einziger Dienst, verlangt § 12 ZAG 50.000 Euro Anfangskapital, gegenüber 125.000 Euro für alle Zahlungsdienste. Nach § 16 ZAG braucht er außerdem eine Berufshaftpflichtversicherung oder eine gleichwertige Garantie für seine Haftung.

Ein PISP hält das Geld des Zahlers nie: Die Überweisung läuft von der Bank des Zahlers direkt auf das Konto des Empfängers. Sein Kapitalbedarf ist geringer als der eines Zahlungsinstituts, das Kundengeld hält.

Kommende Payments-Events in Deutschland

Finance Loop und Zahlungsauslösung

Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Konto-zu-Konto-Zahlungen bauen: PISPs, Bankteams hinter den PSD2-Schnittstellen, Händler und Zahlungssysteme. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop richtete während der Sibos 2025 ein Side Event gegenüber der Messe Frankfurt aus und ist Partner der Digital Euro Association. Die Seiten Wero und Variable Recurring Payments verfolgen die nächsten Schritte bankbasierter Zahlungen.

Was ist ein Zahlungsauslösedienstleister?

Ein PISP ist ein lizenziertes Unternehmen, das auf Anweisung des Zahlers eine Überweisung von dessen Bankkonto startet, etwa im Online-Shop. Der Zahler bestätigt mit starker Kundenauthentifizierung bei seiner Bank, und das Geld geht direkt an den Empfänger.

Ist Bezahlen über einen PISP sicher?

Der Zahler authentifiziert sich in der Umgebung seiner Bank, und der Händler sieht weder Bankzugangsdaten noch Kartendaten. Der PISP wird von der BaFin oder einer anderen EWR-Aufsicht beaufsichtigt und ist für seine Haftung versichert. Ein Karten-Chargeback gibt es nicht; Streitfälle laufen über den Händler oder die Bank.

Was wurde aus der Sofortüberweisung?

Klarna kaufte Sofort 2014 und baute es in die eigenen Zahlarten ein. Am 31. März 2025 wurde Sofort als eigenständige Zahlart eingestellt, und Händler wechselten zu Klarnas Sofortzahlung oder anderen Bankzahlarten.

Zahlungsauslösung und Finance Loop

Finance Loop behandelt Zahlungsauslösung im Track Zahlungsverkehr & digitales Geld, neben Echtzeitzahlungen, Wero und Open Banking. Banken und PISPs, die bankbasierte Bezahlwege bauen, treffen Händler und Aufseher bei Finance-Loop-Events.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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