Bundesverband für elektronische Wertpapiere

Der Bundesverband für elektronische Wertpapiere e.V., kurz BVeW, ist der deutsche Verband der Unternehmen, die elektronische Wertpapiere nach dem eWpG ausgeben und registrieren. Seine Mitglieder führen Kryptowertpapierregister, bauen Tokenisierungsplattformen und beraten Emittenten, und der Verband vertritt sie gegenüber Politik, BaFin und Kapitalmarkt.

Sieben Registerführer und Tokenisierungsfirmen haben den Verband am 5. April 2023 in Köln gegründet, zunächst als Bundesverband der Kryptowertpapierregisterführer. Seine Adresse ist das Kölner Büro der Kanzlei Heuking, und sein Zweck ist es, elektronische Wertpapiere und besonders Kryptowertpapiere bekannter zu machen und ihre Akzeptanz zu steigern.

Gründungsmitglieder und Vorstand

Laut der Gründungsmeldung von Heuking waren Cashlink Technologies, Cryptoport, E-SEC, die GfK Gesellschaft für Kryptoregisterführung, Smart Registry, Tangany und TokenForge die Gründungsmitglieder. WM Datenservice kam als assoziiertes Mitglied hinzu, und der Gründung ging ein Treffen der Registerführer im November 2022 bei Heuking in Köln voraus.

Den Vorstand leitet Christopher Görtz, der als Kapitalmarktanwalt bei Heuking arbeitet. Sein Stellvertreter ist Daniel Wernicke, Co-CEO von NYALA Digital Asset und Geschäftsführer der Registertochter Smart Registry, und Markus Fehn, Geschäftsführer von e-Sec, gehört ebenfalls dem Vorstand an.

Mitglieder und Partnerunternehmen

Auf der Website des BVeW stehen zwölf Partnerunternehmen und Organisationen. Dazu gehören der Registerführer Cashlink, die Schweizer Capital Markets and Technology Association, die Beratung FinPlanet, die Tokenisierungsplattform tokenforge und der Fondssoftware-Anbieter xpecto.

Die Liste nennt auch den Frankfurter Registerführer SWIAT und den Wertpapierdatenanbieter der WM Gruppe. Außerdem steht dort die European Digital Finance Association, die in Brüssel für Fintech-Unternehmen spricht.

Ein technischer Standard für tokenbasierte Kryptowertpapiere

Im September 2023 haben die Mitglieder einen technischen Standard für tokenbasierte Kryptowertpapiere beschlossen. Ein Kryptowertpapier nach dem eWpG steht in einem Register auf einem fälschungssicheren Aufzeichnungssystem, meist einer Blockchain, und ohne Standard bildet jeder Registerführer den Token anders ab.

Der Standard legt ein gemeinsames Token-Format fest, damit andere Marktteilnehmer ein Kryptowertpapier aus einem fremden Register lesen und handeln können. Im September 2025 hat der Verband zwei Umsetzungen bestätigt, die dem Standard folgen und dem eWpG entsprechen.

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Stellungnahmen vom ZuFinG bis zum MiCA-Review

Der BVeW nimmt Stellung zu Gesetzentwürfen und Konsultationen, die elektronische Wertpapiere betreffen. Das erste Papier im Mai 2023 galt dem Entwurf des Zukunftsfinanzierungsgesetzes, das das eWpG für elektronische Aktien geöffnet hat, und im Juni 2023 ging es um Smart Contracts im EU Data Act.

2026 hat der Verband im Februar die Konsultation zum Market Integration and Supervision Package beantwortet und im März einen offenen Brief zu DLT-Notaren, zum DLT Pilot Regime und zu MiCAR mitgezeichnet. Spätere Papiere galten der Evaluierung des eWpG, einer deutsch-französischen Taskforce, dem Kryptosteuergesetz KStTG und dem Review der MiCA-Verordnung.

Elektronische Wertpapiere nach dem eWpG

Das Gesetz über elektronische Wertpapiere von 2021 erlaubt Anleihen, Fondsanteile und seit dem ZuFinG auch Aktien ohne Papierurkunde. Ein Zentralregisterwertpapier liegt bei einem Zentralverwahrer, ein Kryptowertpapier steht in einem Kryptowertpapierregister, das ein von der BaFin zugelassener Registerführer führt.

Emittenten nutzen Kryptowertpapiere für digitale Anleihen, Immobilienfinanzierungen und Fondsanteile, oft in kleinen Volumen, die eine klassische Emission nicht tragen würde. Wie eine solche Emission Schritt für Schritt abläuft, steht unter Kryptowertpapiere emittieren.

BVeW und Finance Loop

Banken, Asset Manager und Emittenten im Netzwerk von Finance Loop prüfen, ob sie Anleihen und Fondsanteile als Kryptowertpapiere begeben und mit welchem Registerführer. Finance Loop bringt ihre Teams aus Kapitalmarkt, Recht und Abwicklung mit Registerführern und Plattformen zusammen, damit sie Emissionen vergleichen, die das eWpG-Verfahren schon durchlaufen haben.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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