Größte Zahlungsanbieter Europas

Ein Zahlungsanbieter ist ein Unternehmen, mit dem Händler oder Verbraucher einen Vertrag schließen, um Geld zu bewegen, etwa ein Acquirer, der Kartenzahlungen eines Geschäfts annimmt. Bezahl-Apps auf dem Smartphone und Neobanken gehören zum selben Markt, weil Menschen damit ihre täglichen Einkäufe bezahlen. Jede Kartenzahlung, Überweisung und App-Zahlung in Europa läuft über mindestens ein solches Unternehmen, das pro Transaktion eine Gebühr verlangt.

Zu den größten Zahlungsanbietern Europas gehören Acquirer aus Amsterdam, Mailand und Paris, Bezahl-Apps der Banken eines Landes und App-Banken aus London und Berlin. Die Rangliste umfasst nur Unternehmen mit Sitz in der EU, im Europäischen Wirtschaftsraum, im Vereinigten Königreich oder in der Schweiz. Die Anbieter stehen in drei Gruppen, weil Acquirer Zahlungsvolumen veröffentlichen, Wallets und Neobanken dagegen Nutzerzahlen.

Eine Kundin bestätigt an einer Café-Theke neben einem Kartenterminal eine Echtzeitzahlung von Konto zu Konto auf ihrem Smartphone.

So lesen Sie die Ränge

Keine veröffentlichte Kennzahl erfasst alle Arten von Zahlungsanbietern, deshalb stehen die zwanzig Anbieter in drei Gruppen mit je einem Maßstab. Gruppe A ordnet Zahlungsdienstleister und Acquirer nach dem Zahlungsvolumen, das sie im letzten vollen Geschäftsjahr abgewickelt haben. Gruppe B ordnet Wallets, Bezahl-Apps und Ratenkauf nach aktiven oder registrierten Nutzern, Gruppe C ordnet Neobanken, Fintech-Konten und Geldtransferdienste nach Kunden.

Ein Rang vergleicht einen Anbieter nur mit den anderen Anbietern seiner Gruppe, deshalb sagt Platz sieben von Klarna nichts über die Größe neben Trustly auf Platz sechs. Die meisten Unternehmen veröffentlichen eine Zahl für den ganzen Konzern, und bei Adyen, Klarna und Revolut zählen auch Kunden außerhalb Europas mit. Jeder Abschnitt nennt den Zeitraum seiner Zahl und sagt, wenn eine Zahl über Europa hinausgeht.

Die 20 größten Zahlungsanbieter Europas im Vergleich

RangAnbieterSitzGruppeVeröffentlichte Zahl
1AdyenAmsterdam, NiederlandeA1.394,3 Mrd. Euro Volumen 2025, weltweit
2NexiMailand, ItalienA837,0 Mrd. Euro Transaktionswert, Merchant Solutions, 2025
3WorldlineParis La Défense, FrankreichA480 Mrd. Euro Acquiring-Volumen, Schätzung 2025; rund 146 Mrd. Euro im vierten Quartal
4Checkout.comLondon, Vereinigtes KönigreichAmehr als 300 Mrd. US-Dollar Zahlungsvolumen 2025, weltweit
5Mollie mit GoCardlessAmsterdam, NiederlandeAmehr als 130 Mrd. US-Dollar pro Jahr bei GoCardless; Mollie nennt kein Volumen
6TrustlyStockholm, SchwedenA1.059,0 Mrd. SEK Volumen 2025
7KlarnaStockholm, SchwedenB118 Mio. aktive Kunden Ende 2025, weltweit
8Wero (European Payments Initiative)Brüssel, BelgienBrund 60 Mio. Nutzer im September 2026
9BizumMadrid, SpanienBmehr als 30,6 Mio. Nutzer 2025
10BLIKWarschau, PolenB21,6 Mio. aktive Nutzer Ende Juni 2026
11Vipps MobilePayOslo, NorwegenB12,4 Mio. Nutzer Ende 2025
12SwishStockholm, SchwedenBfast 9 Mio. Privatpersonen Ende 2024
13SatispayMailand, ItalienB6,5 Mio. Kunden und mehr als 450.000 Geschäfte
14TWINTZürich, SchweizBmehr als 6 Mio. aktive Nutzer seit Mitte 2025
15RevolutLondon, Vereinigtes KönigreichC68,3 Mio. Privatkunden Ende 2025, weltweit
16bunqAmsterdam, NiederlandeCmehr als 20 Mio. Nutzer in Europa, September 2025
17WiseLondon, Vereinigtes KönigreichC18,9 Mio. aktive Kunden im Geschäftsjahr bis März 2026
18MonzoLondon, Vereinigtes KönigreichC15,2 Mio. Kunden im Geschäftsjahr bis März 2026
19Trade RepublicBerlin, DeutschlandCmehr als 10 Mio. Kunden, Dezember 2025
20N26Berlin, DeutschlandC5,6 Mio. umsatzrelevante Kunden 2025

Gruppe A: Zahlungsdienstleister und Acquirer

Ein Zahlungsdienstleister verbindet ein Geschäft über einen Vertrag und eine technische Anbindung mit Karten, Wallets und Bankzahlungen. Die meisten Unternehmen dieser Gruppe sind auch Acquirer, sie haben also die Lizenz, Kartenzahlungen für den Händler anzunehmen und das Geld auszuzahlen. Maßstab ist der Wert aller Zahlungen, die ein Anbieter in einem Jahr abgewickelt hat, denn diese Zahl melden Acquirer ihren Investoren.

1. Adyen

Adyen ist eine Zahlungsplattform aus Amsterdam, die Online-, Laden- und App-Zahlungen großer Händler und Plattformen auf einem weltweiten System abwickelt. Adyen wickelte 2025 Zahlungen über 1.394,3 Milliarden Euro ab und erzielte 2.364,2 Millionen Euro Nettoumsatz, beides Zahlen für das weltweite Geschäft. Adyen hat eine Banklizenz der niederländischen Zentralbank und nimmt die Kartenzahlungen seiner Händler selbst als Acquirer an.

2. Nexi

Nexi ist ein Zahlungsunternehmen aus Mailand, das Kartenakzeptanz, Terminals und Kartenabwicklung für Händler und Banken in Italien, Skandinavien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen betreibt. Der Bereich Merchant Solutions wickelte 2025 Transaktionen im Wert von 837,0 Milliarden Euro ab, der Konzern meldete 3.585,2 Millionen Euro Nettoumsatz. In Deutschland arbeitet Nexi über Nets und Concardis und ist seit September 2025 alleiniger Eigentümer des Bamberger Payment-Gateways Computop.

3. Worldline

Worldline ist ein französisches Zahlungsunternehmen mit Sitz in Paris La Défense und liefert Terminals, Online-Checkout und Acquiring an rund 1,2 Millionen Händler. Für das ganze Jahr 2025 veröffentlicht Worldline keinen geprüften Umsatz seiner Händler, aber die Präsentation zum Kapitalmarkttag nannte 480 Milliarden Euro Acquiring-Volumen als Schätzung für dieses Jahr. Allein im vierten Quartal 2025 wickelte Worldline Händlerumsätze von rund 146 Milliarden Euro ab, und der Konzern meldete 4.030 Millionen Euro Umsatz für 2025.

4. Checkout.com

Checkout.com ist ein Londoner Zahlungsabwickler für große Onlinehändler und digitale Plattformen, die an Kunden in vielen Ländern verkaufen. Checkout.com wickelte 2025 mehr als 300 Milliarden US-Dollar Zahlungsvolumen ab, 64 Prozent mehr als im Vorjahr und gerechnet über das weltweite Geschäft. Das Unternehmen war 2025 wieder für das ganze Jahr profitabel und steigerte seinen Nettoumsatz zum zweiten Mal in Folge um mehr als 30 Prozent.

5. Mollie mit GoCardless

Mollie ist ein Zahlungsanbieter aus Amsterdam für kleine und mittlere Onlinehändler, die Karten, Wallets und lokale Verfahren wie iDEAL über ein Konto annehmen. Mollie hat die Übernahme von GoCardless am 1. September 2026 abgeschlossen, und die Gruppe betreut mehr als 350.000 Unternehmen in über 30 Märkten. Mollie nennt kein eigenes Volumen, deshalb beruht der Rang auf GoCardless, dem Londoner Spezialisten für Lastschriften und Bankzahlungen, der bei Ankündigung des Kaufs mehr als 130 Milliarden US-Dollar pro Jahr abwickelte.

6. Trustly

Trustly ist ein Stockholmer Unternehmen für Pay by Bank, bei dem Kunden ohne Karte direkt vom Bankkonto über Open Banking zahlen. Trustly wickelte 2025 Zahlungen über 1.059,0 Milliarden schwedische Kronen ab, erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar, und erzielte in Amerika mehr Umsatz als in Europa. Trustly verbindet mehr als 9.000 Händler, darunter PayPal und Booking.com, über rund 12.000 Banken in über 30 Märkten mit ihren Kunden.

Gruppe B: Wallets, Bezahl-Apps und Ratenkauf

Mit einer Wallet oder Bezahl-App zahlt man per Smartphone, über eine Handynummer, einen QR-Code oder durch Antippen eines Terminals. Die meisten nationalen Bezahl-Apps in Europa gehören den Banken ihres Landes und bewegen das Geld in Sekunden als Zahlung von Konto zu Konto. Klarna ist der einzige Anbieter dieser Gruppe, der auch Kredit gibt, weil Käufer in Raten oder später auf Rechnung zahlen können. Die Gruppe ist nach aktiven oder registrierten Nutzern geordnet, so wie jedes Unternehmen sie meldet.

7. Klarna

Klarna ist ein Stockholmer Zahlungsunternehmen, bei dem Käufer sofort, nach Lieferung oder in Raten zahlen, in der App und an der Kasse von Partnershops. Klarna hatte Ende 2025 weltweit 118 Millionen aktive Kunden und 966.000 Händler, nach einem Rekord von 115.000 neuen Händlern im vierten Quartal. Klarna hat eine schwedische Banklizenz, und seine Aktien sind seit 2025 in New York notiert.

8. Wero und die European Payments Initiative

Wero ist die Wallet der European Payments Initiative, eines Brüsseler Unternehmens europäischer Banken und Zahlungsabwickler, und überweist Geld mit einer Handynummer in Sekunden von Konto zu Konto. Wero hatte im September 2026 rund 60 Millionen Nutzer, und Zahlungen zwischen Privatpersonen laufen in Belgien, Frankreich und Deutschland. Deutsche Onlineshops nehmen Zahlungen mit Wero seit Ende 2025 an, und das niederländische iDEAL soll bis 2027 in Wero aufgehen.

9. Bizum

Bizum ist der mobile Bezahldienst der spanischen Banken, und Nutzer senden Geld an andere Personen, indem sie in der Banking-App eine Handynummer eingeben. Bizum hatte 2025 mehr als 30,6 Millionen Nutzer, die im Jahr 1.237 Millionen Vorgänge ausführten, 13,2 Prozent mehr als 2024. Bizum zahlt auch in Onlineshops, und 2025 begannen die spanischen Banken, den Dienst mit Bezahl-Apps anderer europäischer Länder zu verbinden.

10. BLIK

BLIK ist das mobile Bezahlsystem der polnischen Banken, bei dem Kunden eine Zahlung im Onlineshop oder am Terminal mit einem sechsstelligen Code aus der Banking-App bestätigen. BLIK zählte Ende Juni 2026 21,6 Millionen aktive Nutzer und wickelte im ersten Halbjahr 1,6 Milliarden Transaktionen ab. Mit demselben Code heben Kunden auch ohne Karte Bargeld am Automaten ab, und Geld an andere senden sie mit einer Handynummer.

11. Vipps MobilePay

Vipps MobilePay ist die nordische Wallet, die aus der Fusion der norwegischen App Vipps mit MobilePay aus Dänemark entstand, und das Unternehmen ist in Oslo registriert. Vipps MobilePay hatte Ende 2025 12,4 Millionen Nutzer in Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden, davon 4,74 Millionen in Dänemark und fast 4,7 Millionen in Norwegen. Mit der App senden Menschen einander Geld und zahlen im Laden oder online per Handynummer, QR-Code oder Antippen.

12. Swish

Swish ist der mobile Bezahldienst der großen schwedischen Banken und überweist in Echtzeit von Konto zu Konto, mit der Handynummer als Adresse. Ende 2024 waren laut Riksbank fast 9 Millionen Privatpersonen und mehr als 345.000 Unternehmen an Swish angeschlossen. In einer Umfrage der schwedischen Zentralbank vom September 2025 hatten 91 Prozent der Befragten Swish im Vormonat genutzt.

13. Satispay

Satispay ist eine Bezahl-App aus Mailand, die Geld vom Bankkonto des Nutzers abbucht und im Laden, online und unter Freunden zahlt. Satispay nennt 6,5 Millionen Kunden und mehr als 450.000 angeschlossene Geschäfte, Läden und Onlineshops zusammengezählt. Satispay verkauft auch Essensgutscheine an Arbeitgeber, und in derselben App können Nutzer sparen sowie Aktien und ETFs kaufen.

14. TWINT

TWINT ist die Schweizer Bezahl-App, mit der Nutzer in Franken zahlen, indem sie an der Kasse einen QR-Code scannen und den Betrag bestätigen. TWINT überschritt Mitte 2025 die Marke von 6 Millionen aktiven Nutzern, nach 773 Millionen Transaktionen im Jahr 2024. Fünf Schweizer Banken besitzen TWINT gemeinsam mit SIX und Worldline, und die App zahlt auch in Onlineshops und im öffentlichen Verkehr.

Gruppe C: Neobanken, Fintech-Konten und Geldtransfer

Eine Neobank führt Girokonten und Karten über eine App ohne Filialen, und ihre Kunden zahlen täglich mit diesen Karten. Geldtransferdienste wie Wise bewegen Geld zwischen Währungen und Ländern, und Broker-Banken wie Trade Republic haben ihrer Anlage-App ein Girokonto und eine Karte hinzugefügt. Die Gruppe ist nach Kunden geordnet, wie jedes Unternehmen sie zählt, und manche melden jedes registrierte Konto, andere nur aktive Kunden.

15. Revolut

Revolut ist ein Londoner Fintech mit Girokonto, Karten, Devisentausch und Wertpapierhandel in einer App und betreut Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum über seine Bank in Litauen. Revolut hatte Ende 2025 weltweit 68,3 Millionen Privatkunden und 767.000 Geschäftskunden, und der Umsatz stieg um 46 Prozent auf 4,5 Milliarden Pfund. Revolut-Kunden bewegten 2025 Zahlungen über 1,3 Billionen Pfund über die App, 65 Prozent mehr als im Vorjahr.

16. bunq

bunq ist eine Bank aus Amsterdam mit niederländischer Banklizenz, die Konten für Privat- und Geschäftskunden per App in vielen europäischen Ländern führt. bunq überschritt im September 2025 die Marke von 20 Millionen Nutzern in Europa, zehn Jahre nach dem Start der ersten App. bunq war die erste Bank mit Wero für Zahlungen unter Privatpersonen und online in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Belgien und verwaltet über 10 Milliarden Euro Einlagen.

17. Wise

Wise ist ein Londoner Geldtransferdienst, der Geld zum Mittelkurs ins Ausland schickt und Mehrwährungskonten mit Karten für Privatleute und Firmen führt. Wise hatte im Geschäftsjahr bis März 2026 18,9 Millionen aktive Kunden und bewegte 243,5 Milliarden US-Dollar über Grenzen, 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Banken und Fintechs nutzen die Wise Platform, um Auslandsüberweisungen in ihren eigenen Apps anzubieten.

18. Monzo

Monzo ist eine Londoner Bank, die Girokonten, Sparkonten und Kredite per App unter einer vollen britischen Banklizenz führt. Monzo hatte im Geschäftsjahr bis März 2026 15,2 Millionen Kunden, 3 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, und der Umsatz stieg auf 1,7 Milliarden Pfund. Monzo ist mit einer Lizenz der irischen Zentralbank auch in Irland gestartet, seinem ersten Markt in der EU.

19. Trade Republic

Trade Republic ist ein Berliner Broker mit deutscher Banklizenz, bei dem Kunden in Aktien, ETFs und Sparpläne anlegen und mit Girokonto und Karte zahlen. Trade Republic hatte im Dezember 2025 mehr als 10 Millionen Kunden mit 150 Milliarden Euro Vermögen, nachdem sich die Kundenzahl in 18 Monaten verdoppelt hatte. Im selben Monat bewertete ein Verkauf von Aktien früher Investoren das Unternehmen mit 12,5 Milliarden Euro.

20. N26

N26 ist eine Berliner Bank mit deutscher Banklizenz, die Girokonten, Sparkonten und Karten per App für Kunden in 24 Märkten führt. N26 hatte 2025 5,6 Millionen umsatzrelevante Kunden, 16 Prozent mehr als im Vorjahr, und meldete 501,6 Millionen Euro Umsatz und erstmals ein ganzes Jahr mit Nettogewinn. N26 zählt nur Kunden, die Umsatz bringen, deshalb ist die Zahl strenger als die Nutzerzahlen von bunq oder Revolut.

Knapp hinter den zwanzig

Starling Bank aus London meldete im Geschäftsjahr bis März 2026 6,2 Millionen Konten, darunter Konten, die andere Banken auf der Software Engine führen. Die Rangliste lässt Starling außen vor, weil diese Zahl eigene Kunden mit Kunden anderer Banken mischt und keine getrennte Zahl vorliegt. Der Pariser Anbieter von Geschäftskonten Qonto betreut kleine Firmen und Selbstständige und nennt mehr als 750.000 Geschäftskunden in acht Märkten (auf Englisch), weniger als N26.

US-Zahlungsanbieter mit großem Europageschäft

Mehrere Zahlungsanbieter, die Händler und Verbraucher in Europa täglich nutzen, haben ihren Sitz in den USA und stehen daher nicht in der europäischen Rangliste. PayPal, das sein Europageschäft aus Luxemburg führt, meldete für 2025 439 Millionen aktive Konten und 1,79 Billionen US-Dollar Zahlungsvolumen weltweit. Stripe mit seiner Europazentrale in Dublin meldet 1,9 Billionen US-Dollar Zahlungsvolumen für 2025 über alle Märkte.

Fiserv nimmt über seine Tochter TeleCash Kartenzahlungen für Händler in Deutschland an und meldete 2025 einen Umsatz von 21,2 Milliarden US-Dollar ohne eigenes Europavolumen. Global Payments schloss im Januar 2026 den Kauf von Worldpay ab, einem Acquirer mit großem Geschäft im Vereinigten Königreich. Apple Pay veröffentlicht keine Nutzerzahl für Europa, ebenso wenig Google Pay, weil beide Wallets auf den Karten der Banken laufen. Paysafe mit Sitz in London und Börsennotiz in New York meldete 2025 ein hochgerechnetes Transaktionsvolumen von 167 Milliarden US-Dollar weltweit.

Visa und Mastercard: Kartensysteme außerhalb der Rangliste

Visa ist ein Kartensystem, das die Regeln setzt und das Netz betreibt, das die Bank des Karteninhabers mit dem Acquirer des Händlers verbindet. Händler schließen ihren Vertrag mit einem Acquirer wie Adyen oder Nexi, Verbraucher erhalten die Karte von ihrer Bank, und keiner von beiden hat einen Vertrag mit dem Kartensystem. Internationale Kartensysteme wickelten 2022 rund 61 Prozent der Kartenzahlungen im Euroraum ab, und 13 Länder des Euroraums nutzen sie für jede Kartenzahlung. Beide internationalen Systeme haben ihren Sitz in den USA, und Mastercard führt sein Europageschäft aus Waterloo in Belgien.

Europäische Alternativen zu US-Kartensystemen und Wallets

Europäische Banken und Zentralbanken wollen mehr Karten- und Wallet-Zahlungen über europäische Systeme leiten, weil in 13 Ländern des Euroraums jede Kartenzahlung ein internationales System nutzt. Die European Payments Initiative hat dafür Wero gebaut, auf Basis von Echtzeitüberweisungen zwischen Bankkonten in Euro. Nationale Apps wie Bizum, Vipps MobilePay und das portugiesische MB WAY arbeiten in der European Payments Alliance zusammen, die ihre Apps für grenzüberschreitende Zahlungen mit Wero verbindet. Vipps MobilePay nennt als Ziel die Verbindung für mehr als 130 Millionen Nutzer in Europa im Lauf von 2026. Guy de Blonay, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management, schrieb 2020 auf finews.ch, die fünf größten Zahlungsanbieter hätten in den USA mehr als 75 Prozent Marktanteil, in Europa weniger als 40 Prozent.

Wie Händler Zahlungsanbieter vergleichen

Händler vergleichen Zahlungsanbieter nach dem Preis und nach den Zahlungsarten, die sie in jedem Verkaufsland annehmen. Der Preis ist entweder eine Pauschale pro Transaktion oder Interchange plus, bei dem der Anbieter Interchange und Scheme-Gebühren weitergibt und seine Marge aufschlägt. Größere Händler binden oft zwei oder mehr Anbieter über Payment Orchestration an, damit eine abgelehnte Zahlung beim zweiten Anbieter erneut laufen kann. Abo-Anbieter achten auf wiederkehrende Zahlungen und Kartenaktualisierungen, und Acquiring erklärt den Vertrag hinter jeder Kartenzahlung.

Kommende Payments-Events in Europa

Wer ist der größte Zahlungsdienstleister Europas?

Adyen aus Amsterdam ist der größte Zahlungsdienstleister mit Sitz in Europa und wickelte 2025 Zahlungen über 1.394,3 Milliarden Euro ab. Danach folgt Nexi aus Mailand mit Transaktionen im Wert von 837,0 Milliarden Euro im Bereich Merchant Solutions im selben Jahr. Die US-Unternehmen PayPal und Stripe wickeln weltweit mehr ab als beide, nennen aber keine Zahl nur für Europa.

Zahlungsanbieter nach Sitzland

In den Niederlanden sitzen Adyen, Mollie und bunq, in Schweden Klarna, Trustly und Swish. Im Vereinigten Königreich sitzen Checkout.com, Revolut, Wise und Monzo, in Italien Nexi und Satispay, in Deutschland Trade Republic und N26. Frankreich hat Worldline, Spanien Bizum, Polen BLIK, Norwegen Vipps MobilePay und die Schweiz TWINT, und Wero kommt aus Brüssel.

Welche Acquirer in Europa sind am größten?

Die größten Acquirer mit Sitz in Europa sind Adyen, Nexi und Worldline, die Kartenzahlungen für Händler mit eigener Lizenz annehmen. Nach eigenen Zahlen wickelten allein Adyen und Nexi 2025 mehr als 2,2 Billionen Euro ab, und Worldline schätzte sein Acquiring-Volumen auf 480 Milliarden Euro. Global Payments mit Worldpay und Fiserv mit der deutschen Tochter TeleCash sind US-Acquirer mit großem Händlergeschäft in Europa und nennen kein Europavolumen.

Welche Neobank in Europa hat die meisten Kunden?

Revolut ist nach Kunden die größte Neobank in Europa, mit weltweit 68,3 Millionen Privatkunden Ende 2025. Es folgen bunq aus Amsterdam mit mehr als 20 Millionen Nutzern in Europa und Monzo aus London mit 15,2 Millionen Kunden im Geschäftsjahr bis März 2026. Unter den deutschen App-Banken hat Trade Republic mehr als 10 Millionen Kunden, N26 meldet 5,6 Millionen umsatzrelevante Kunden.

Welche europäischen Fintechs setzen am meisten um?

Revolut setzte 2025 4,5 Milliarden Pfund um, mehr als jeder andere der zwanzig Anbieter, vor Worldline mit 4.030 Millionen Euro und Nexi mit 3.585,2 Millionen Euro Nettoumsatz. Adyen erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 2.364,2 Millionen Euro, und Monzo meldete 1,7 Milliarden Pfund im Geschäftsjahr bis März 2026. Der Umsatz misst Gebühren und Zinsen, deshalb steht ein Anbieter mit hohem Volumen und niedrigen Gebühren beim Volumen weiter vorn als beim Umsatz.

Zahlungsanbieter und Finance Loop

Finance Loop behandelt Acquiring, Wallets und Neobanken im Track Zahlungsverkehr und digitales Geld, neben Echtzeitzahlungen und Wero. Zahlungsanbieter, Banken und Händler treffen sich bei den Events von Finance Loop in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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